Nachbarland Österreich: Neue Ganztagsschulen in Wien

Auch im Nachbarland Österreich steigt die Zahl der Ganztagsschulen. In Wien werden derzeit neue ganztägige Schulen gebaut. Die Plattform BAU.GENIAL hat gerade einen Preis für „Bildungsbauten der Zukunft“ ausgelobt.

Im Schuljahr 2015/2016 wird in Wien der fünfte Bildungscampus für insgesamt 800 Kinder und Jugendliche eröffnet. Der neue Bildungscampus „aspern Die Seestadt Wiens“ soll einem Kindergarten sowie einer 17-klassigen Ganztagsvolksschule Platz bieten. Auch acht Klassen, die auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung ausgerichtet sind, wird es an diesem Standort geben. Das Projekt zeichnet sich durch sonnendurchflutete Terrassen, eine großzügige Freifläche und kurze Wege zum ersten Wohnquartier der Seestadt aus. Das Gartengeschoss beherbergt Turnsäle und den Kindergartenbereich. 800 Kinder und Jugendliche im Alter bis zum 10. Lebensjahr werden die neue Bildungseinrichtung besuchen. Weitere Campus-Projekte befinden sich nach dem neuen "Campus Plus"-Konzept in der Umsetzung.

Bis 2018 werden in Österreich über 400 Millionen Euro in den Ausbau der ganztägigen Schule investiert. 2018 soll für jedes dritte Kind ein Platz in einer ganztägigen Schule geschaffen sein, außerdem entstehen durch die Ausbau-Offensive rund 3.400 neue Arbeitsplätze im Land. Unter dem Motto „Mehr Schule. Mehr Chancen“ informiert das österreichische Bildungsministerium über Vorteile und Möglichkeiten rund um die ganztägige Schule.

Wien hat die Spitzenstellung unter den österreichischen Bundesländern: Mehr als 50 Prozent der Schulstandorte in Wien bieten eine Ganztagsbetreuung an. Im Österreich insgesamt sind es 36 Prozent. „Ganztägige Schulformen" sind Schulen, an denen neben dem Unterrichtsteil ein Betreuungsteil angeboten wird. Generell besteht der Betreuungsteil aus der Lernzeit, dem Mittagessen und der Freizeit. Er wird bei Bedarf bis 17.30 Uhr angeboten. Im Betreuungsteil sind sowohl Lehrerinnen und Lehrer der Schule als auch Betreuerinnen und Betreuer der Stadt Wien tätig. An ganztägigen Schulen wird für den Betreuungsteil ein Elternbeitrag erhoben. Auch an schulfreien und schulfrei erklärten Tagen sowie in den Semester-, Oster- und Hauptferien ist eine Betreuung vorgesehen. Diese findet am Schulstandort oder nahe der Schule des Kindes statt.

Im Wiener Bezirk Floridsdorf gibt es bereits eine Reihe von Ganztagsschulen, vor allem im Bereich der Volksschulen (Klasse 1-4). Derzeit entsteht eine neue Ganztags-Mittelschule, die bis zum Beginn des Schuljahres 2018/19 fertiggestellt sein soll. Dem ging ein städtebaulicher Wettbewerb voraus. Die Detailplanungen und die Ausschreibungen für die bauliche Umsetzung sind gestartet. Der Wiener Stadtrat für Jugend, Bildung, Information und Sport, Christian Oxonitsch sagte dazu: „Ich freue mich, dass wir mit dieser Schule in einem dynamisch wachsenden Stadtgebiet auch die notwendige Bildungseinrichtung schaffen können“. In der Architektur werde auf neue Lernformen und Konzepte Bezug genommen.

Die neue Schule entsteht auf einem rund 11.000 Quadratmeter großen Baufeld. Der Schule vorgelagert ist ein öffentlicher Vorplatz, der einen Mehrwert für die ganze Nachbarschaft darstellt. Vom Vorplatz gelangt man zum zentralen Eingangsbereich, dem „Herz“ der Schule. Die Aula bietet unter anderem Zugang zur Bibliothek, zum Musikzimmer und zum Speisesaal. Eine besondere Attraktivität sind überdachte Terrassen entlang der Westfassade. Im ersten und zweiten Obergeschoss sind vier „Bildungsbereiche“ mit jeweils fünf Klassen angeordnet, die auch multifunktionale Räume mit offenen Lern- und Freizeitzonen umfassen. Überdachte Loggien bieten zusätzlich nutzbare Freiflächen für die Schülerinnen und Schüler. Das süd-östliche Areal ist dem Sport gewidmet. Im Zentrum steht der Ballspielplatz mit einer eigenen Kommunikationszone in Gebäudenähe. Auch in ökologischer Hinsicht setzt die Schule modernste Maßstäbe. Zur Gewinnung elektrischer Energie dient eine Photovoltaik-Anlage. Die neue Mittelschule mit den Schwerpunkten Musik und Sport wird ein ganztägiges Bildungsangebot mit verschränkten Unterrichts- und Freizeiteinheiten bieten.

Die Plattform BAU.GENIAL hat im März 2015 einen Preis für „Bildungsbauten der Zukunft“ ausgelobt. Kooperationspartner sind der Österreichische Städtebund, der Österreichische Gemeindebund und das Österreichische Institut für Schul- und Sportstättenbau (ÖISS). Besonders in den Ballungszentren wie Wien, Graz oder Linz-Wels sind Gemeinden und Bund gefordert, neue Bildungsgebäude in sehr naher Zukunft zur Verfügung zu stellen.

Quellen:
Stadt Wien
Bundesministerium für Bildung und Frauen
 

 

 

 


 
(Ende der inhaltlichen Zusatzinformationen)