Ländervergleich 2012 zur Umsetzung der Bildungsstandards

Bereits ein Jahr vor Abschluss des Bildungsganges erfüllen große Anteile der Schülerinnen und Schüler in Deutschland die Anforderungen der Bildungsstandards. Spitzenergebnisse der ostdeutschen Länder in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern.

Nach dem Ländervergleich 2009 zu den sprachlichen Kompetenzen stehen mit dem Bericht zum Ländervergleich 2012 erstmalig differenzierte Informationen über den Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler im Fach Mathematik und in den naturwissenschaftlichen Fächern Biologie, Chemie und Physik am Ende der Sekundarstufe I zur Verfügung.

„Die inhaltlich anspruchsvollen Bildungsstandards in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern erweisen sich bei der erstmaligen empirischen Überprüfung als herausfordernde Maßstäbe, die von großen Anteilen der Schülerinnen und Schüler erreicht werden, obwohl die Tests in der Regel ein Jahr vor Abschluss des Bildungsganges durchgeführt wurden. Insbesondere die Schülerinnen und Schüler in den ostdeutschen Ländern erzielen hier ein erfreulich hohes Kompetenzniveau“, so der Präsident der Kultusministerkonferenz, Minister Stephan Dorgerloh.

Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, sagte: "Ich finde es gut, dass die Länder sich dem Vergleich gestellt haben. Die Menschen in Deutschland erwarten vom Bildungssystem zu Recht, dass es Leistungen vergleichbar macht und Schüler bestmöglich fördert - unabhängig davon, in welchem Bundesland sie zur Schule gehen. Dazu ist der Schulleistungsvergleich ein weiterer wichtiger Schritt. Jetzt geht es darum, in allen Ländern aus den Ergebnissen die richtigen Konsequenzen für den Unterricht zu ziehen. Ich freue mich sehr über das gute Ergebnis der ostdeutschen Länder in Mathematik und in den Naturwissenschaften. Das zeigt die Wertschätzung, die diese Fächer in Ostdeutschland genießen.

Einige zentrale Befunde

  • Im Fach Mathematik liegen die erreichten Kompetenzstände der Neuntklässlerinnen und Neuntklässler in den Ländern Bayern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen signifikant oberhalb des Mittelwerts für Deutschland.
  • Schülerinnen und Schüler in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erzielen in allen drei, in Bayern und Rheinland-Pfalz in zwei naturwissenschaftlichen Fächern Ergebnisse, die signifikant oberhalb des deutschen Gesamtdurchschnitts liegen.
  • Im Fach Mathematik erreichen bundesweit 44 Prozent aller Schülerinnen und Schüler bereits ein Jahr vor dem angestrebten Abschluss die von der Kultusministerkonferenz festgelegten Regelstandards für den Mittleren Schulabschluss (MSA). 75 Prozent aller Neuntklässlerinnen und Neuntklässler erreichen die für den Hauptschulabschluss (HSA) festgelegten Regelstandards.

Der Bildungserfolg ist in allen Ländern signifikant an die soziale Herkunft und den Zuwanderungshintergrund gekoppelt.

Am IQB-Ländervergleich 2012 haben sich über 1.300 Schulen der Sekundarstufe I aus allen 16 Ländern beteiligt. Pro Schule wurden ein bis zwei Klassen getestet. Insgesamt haben etwa 45.000 Schülerinnen und Schüler an den Tests teilgenommen.

Die Kultusministerkonferenz hat sich für eine Veröffentlichung der Ländervergleiche vor Veröffentlichung der internationalen Ergebnisberichte (PISA, PIRLS/IGLU) ausgesprochen, um die Ergebnisse für die Schul- und Unterrichtsentwicklung möglichst zeitnah nutzen zu können.

Die wissenschaftliche Gesamtverantwortung für den Ländervergleich liegt bei den Direktoren des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), Prof. Dr. Petra Stanat und Prof. Dr. Hans Anand Pant. Das IQB hat das IEA Data Processing and Research Center (kurz DPC) in Hamburg mit der praktischen Organisation der Untersuchung und der gesamten Datenverarbeitung beauftragt. Die Auswertung der Ergebnisse erfolgte durch das IQB. 

Vollständige Pressemitteilungen: Kultusministerkonferenz  und BMBF

 

 

 


 
(Ende der inhaltlichen Zusatzinformationen)