Ganztagsschulkongress der Partizipation

Am 29. und 30. Januar 2006 stand das Ganztagsschulprogramm des Landes Rheinland-Pfalz im Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Der erste Ganztagsschulkongress „Neues Lernen - Ganztagsschule erleben!” war vollständig ausgebucht. Heinz Willi Räpple vom Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend erläutert die Stimmungen und die Themenschwerpunkte des Kongresses.

Online-Redaktion: Wie fällt Ihre erste Bilanz des Ganztagsschulkongresses des Landes Rheinland-Pfalz aus?

Räpple: Allein schon die Zahl von knapp 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war überwältigend. Spontane mündliche Rückmeldungen, die ich bereits während und nach dem Kongress bekommen habe, waren sehr positiv, ebenso die Presseberichte am nächsten Tag, einige sehr ermutigende Emails. Ein erster Blick auf die Evaluationsbögen zeigt ähnliche Rückmeldungen.

Die Stimmung insgesamt auf dem Kongress war überaus gut: Wir haben den Kongress in erster Linie für Schülerinnen und Schüler gemacht und für alle an Ganztagsschule Beteiligten. Das heißt, es haben viele Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Eltern sowie außerschulische Partner teilgenommen. Für jede Gruppe hatten wir ein Forum mit eigenen Workshops eingerichtet. Es gab aber auch die Möglichkeit, sich themenübergreifend für Foren und Workshops anzumelden.

Das Mainzer Gymnasium Theresianum mit seiner gelungenen Architektur war eine besonders geeignete Tagungsstätte. Das hat sicherlich auch mit zu dieser positiven Stimmung beigetragen. Im pädagogischen Zentrum der Schule konnten wir unsere Mitmachpräsentationen unterbringen, und gleichzeitig diente es als großes Austauschforum. Die Schülerinnen und Schüler haben mit den außerschulischen Partnern nicht nur ihre Projekte vorgestellt, sondern auch zum Mitmachen eingeladen. Diese Präsentationen sind sehr gut aufgenommen worden und man konnte sehen, wie lebhaft es in Ganztagsschulen zugehen kann.

Online-Redaktion: Wie lautete eigentlich die Botschaft des Kongresses?

Räpple: Ganztagsschule ist und bleibt ein großes Schulentwicklungsprojekt. Schwerpunkt dieses Kongresses war zum einen die Partizipation. Deshalb standen ja auch Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt. Partizipation geht aber nicht nur die Schülerinnen und Schüler an, sondern in besonderem Maße auch die Eltern und alle an Ganztagsschule Beteiligten. Der zweite Schwerpunkt war die individuelle Förderung. Es geht dabei um alle Schülerinnen und Schüler: um diejenigen die Schwierigkeiten haben, aber auch um die besonders Begabten.

Drittens ging es um Öffnung von Schule, um die Integration der Erfahrungen und Kompetenzen unserer Gesellschaft in die Schule. Und viertens um Rhythmisierung, die durch einen kindgerechten Arbeitsrhythmus mit Belastungs- und Entlastungsphasen den Schulen größere Handlungsspielräume eröffnet. Das kann man alles zusammenfassen unter dem Oberbegriff 'Schule als Lebensraum'.

Online-Redaktion: Wer waren die Adressaten des Kongresses?

Räpple: Wir haben für den Kongress ganz bewusst nur Ganztagsschulen in Angebotsform aus Rheinland-Pfalz eingeladen. Das war ein reiner Landeskongress. Wir wollten in 30 Workshops die Ganztagsschule in Rheinland-Pfalz weiterentwickeln.

Die Themen, die wir erarbeitet haben, oder auch die Vorträge, die Herr Voscherau von der BASF aus Sicht der Wirtschaft oder Prof. Bertram aus Sicht des Familienforschers gehalten haben, wären natürlich auch für ein überregionales Publikum interessant gewesen. Andererseits sind die Bundesländer unterschiedlich weit in ihren Entwicklungen und in der Ausstattung ihrer Ganztagsschulen. Rheinland-Pfalz ist das einzige Bundesland, das 100 Prozent der Personalkosten übernimmt. Wir haben landesweit 22 Rahmenverträge mit außerschulischen Partnern geschlossen.

Das alles ist nicht eins zu eins auf andere Bundesländer übertragbar. Deshalb haben wir uns ganz bewusst für einen Landeskongress entschieden. Selbstverständlich haben wir Gäste aus anderen Bundesländern, die über unsere Ganztagsschulhomepage www.ganztagsschule.rlp.de auf den Kongress aufmerksam geworden sind, zugelassen. Als länderübergreifende Veranstaltung gibt es ja den großen Ganztagsschulkongress des BMBF und der DKJS in Berlin.

Online-Redaktion: Wird es nun einen Nachfolgekongress geben?

Räpple: Wir werden zunächst den Kongress für uns auswerten und eine Tagungsdokumentation erstellen. Danach werden wir überlegen, wie es weiter geht. Deshalb können wir auch noch nicht sagen, zu welchem Thema es vielleicht einen Folgekongress geben wird.

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