Berlin: „Klimavereinbarung“ für Schulen vorgestellt

In der Schule an der Jungfernheide in Berlin-Spandau wurde das Muster einer „Klimavereinbarung“ für Schulen vorgestellt. Für Schülerinnen und Schüler ist die verbindliche Umsetzung wichtig.

In der Schule an der Jungfernheide in Berlin-Spandau wurde Ende August das Muster für eine „Klimavereinbarung“ für Schulen vorgestellt. Die Idee zu solchen Vereinbarungen entstand in Gesprächen von Bildungssenatorin Sandra Scheeres mit Schülervertreterinnen und ‑vertretern sowie mit Klimaschutzaktivistinnen und -aktivisten von Fridays for Future Berlin. Ein von der Senatorin einberufener Beirat erarbeitete ein Muster für die Klimavereinbarungen.

Für die beteiligten Schülerinnen und Schüler war von besonderer Bedeutung, dass durch die Vereinbarung eine verbindliche Umsetzung erreicht wird. Die Verbindlichkeit soll durch die Veröffentlichung der Vereinbarung auf der Schulhomepage und auf der Webseite der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie zusätzlich gefördert werden.

In der Vereinbarung werden die „Klimaaktivitäten“, einschließlich der Schritte ihrer Umsetzung und des Zeitraums der Umsetzung, beschrieben. Ebenso werden Unterstützungsleistungen der Schulleitung und der Schulgremien vereinbart sowie Ansprechpartner bzw. Ansprechpartnerinnen benannt. Auch außerschulische Partner oder Unterstützende können einbezogen werden. Die 3-seitige Klimavereinbarung wird durch einen ebenfalls 3-seitigen Leitfaden („Klimavereinbarung – Hinweise und Erläuterungen“) ergänzt. Als Beispiele für Unterstützungsmöglichkeiten werden genannt:

  • Vorträge und Workshops von „Scientists for Future“
  • Klimafrühstück oder Klimadinner in der Schule
  • Besuch auf dem Berliner Weltacker der Zukunftsstiftung Landwirtschaft
  • Beteiligung an Energiespar- und Klimaschutzprojekten für Schulen in den Bezirken

Schulen, die einen Beteiligungsprozess auf dem Weg zur Klimavereinbarung initiieren wollen, können professionell durch außerschulische Partner unterstützt werden, die das Thema Beteiligung als Schwerpunkt haben. Die Unterstützung wird durch Mittel der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie finanziert und umgesetzt.

So unterstützen das „SV Bildungswerk“ und die Bildungsinitiative „Mehr als Lernen“ Schülerinnen und Schüler direkt in der Schule.

Statements:

Karin Stolle, Schulleiterin der Schule an der Jungfernheide: „In den vergangenen zehn Jahren haben wir gemeinsam mit den Lehrkräften, den Schülerinnen und Schülern sowie Eltern Klimabildung und andere umfassende Maßnahmen an der Schule zum Klimaschutz, Ressourcenschutz, bis hin zur Einführung von Wahlpflichtkursen zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung erarbeitet. Diese Arbeit sehen wir als äußerst wichtig an, benötigen die Schülerinnen und Schüler doch das Rüstzeug, um mit umfassendem Wissen, die notwendigen Änderungen herbeizuführen (...). Die Klimavereinbarungen sind ein erster Schritt in die richtige Richtung.“

Samuel Goldmann, Landesschülerausschuss Berlin: „Es gibt im Jahr 2021 immer noch Schulen, wo das Thema Klima keine oder eine zu kleine Rolle spielt. Die Schüler *innen sollten nicht nur nebenbei etwas über das Klima erfahren, sondern mit dem Schutz dessen aktiv in Berührung kommen. Unserer Meinung nach muss die Thematik fächerübergreifend und umfassend ab der Grundschule gelehrt und auch an Schulen gelebt werden. Dies kann durch beispielsweise regionale und saisonale Produkte beim Schulessen geschehen oder auch durch ein CO2-neutrales Schulgebäude.“

Josi Hübner, Fridays for Future Berlin: „Schulen sind ein elementarer Bestandteil unser Gesellschaft. Es ist besonders wichtig dort den Fokus auf Klimaschutz und Klimabildung zu legen.Die Klimavereinbarungen sind dabei ein Schritt in die richtige Richtung.“

Anita Henschke, BUNDjugend: „Schülerinnen und Schüler setzen sich in Berlin schon lange innerhalb und außerhalb der Schule engagiert für den Klimaschutz ein. Deshalb ist es super, dass es dafür jetzt auch eine formale Rahmenvereinbarung für Schulen gibt. Als nächster Schritt ist es wichtig, in den Schulen sowohl personelle als auch finanzielle Grundlagen zu schaffen, damit die guten und ambitionierten Ideen der Schülerinnen und Schüler auch wirklich umgesetzt werden können.“

Quelle: Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin

Das Bildungswerk für Schülervertretung und Schülerbeteiligung e.V. (SV-Bildungswerk) führt seit 2016 Klima-Workshops an Schulen und digital im Rahmen des Projekts „Schule·Klima·Wandel“ durch.

Weitere Initiativen für Schulen für Umweltbildung und Nachhaltigkeit:

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