Wien: Ins Schuljahr mit Bildungscampus und Ganztagsschule

Wiener Schülerinnen und Schüler starten ins neue Schuljahr 2021/2022: mit neuen Bildungscampus-Standorten, Ausbau von WLAN, beitragsfreier Ganztagsschule und neuem Personal.

Über 240.000 Wiener Schülerinnen und Schüler starten in das neue Schuljahr. Heuer können sich die Schülerinnen und Schüler besonders auf zwei fertig gestellte Bildungscampus-Standorte nach dem Campus plus Konzept, eine neue Volks- und Mittelschule sowie weiteren Ausbau von WLAN und neue beitragsfreie Ganztagsschulen freuen.

Im 11. Bezirk geht die ganztägig geführte Volks- und Mittelschule in der Bürgerspitalwiese rechtzeitig mit Schulstart in Betrieb. Auf 7.900 Quadratmetern wurden vielfältige Synergiemöglichkeiten zwischen Kindern und Jugendlichen beider Schulformen geschaffen. Insgesamt umfasst der Neubau 33 Bildungsräume. Jeweils 4 bis 5 Klassenräume werden in einem Bildungsbereich zusammengefasst, welcher neben Teamraum, Garderobe, Freiklasse, Neben- und Sanitärräumen zusätzlich multifunktionale Zonen umfasst, die für Lernen und Freizeit genutzt werden können.

Darüber hinaus stehen den Schülerinnen und Schülern zwei Normturnsäle, ein Gymnastiksaal, eine Bibliothek, ein Speisesaal mit Aufwärmküche, ein Mehrzweckraum, Werkräume, eine Lehrküche und ein Physik- und Chemiesaal zur Verfügung. Der große Freiraum umfasst neben vielen Spielgeräten und Terrassen auch einen Hartplatz, welcher außerhalb der Öffnungszeiten der Schule für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Bildungscampus Liselotte Hansen-Schmidt

Ein weiterer Standort konnte in der Seestadt fertig gestellt werden. Der Bildungscampus Liselotte Hansen-Schmidt ist eine ganztägige Bildungseinrichtung und bietet rund 1.100 Kindern und Jugendlichen Platz. Dieser wurde am 1. September von Vizebürgermeister Wiederkehr, Bildungsdirektor Himmer und Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy feierlich eröffnet.

Der topmoderne Bildungsbau steht ganz im Zeichen der Klimaneutralität: das Herzstück des neuen Campus-Standorts ist ein klimafreundliches und hochinnovatives Energiesystem, das richtungsweisend für die Zukunft der Bildungsbauten ist – ein Leuchtturmprojekt. Es erlaubt einen klimaneutralen Betrieb ohne Emissionen von Treibhausgasen. Durch Erdwärme und die Nutzung des Gebäudes als thermischer Speicher kann kostengünstig und effizient geheizt und gekühlt werden.

Der Bildungscampus in der Seestadt bietet den zukünftigen neuen Nutzerinnen und Nutzern einen Kindergarten, eine Volksschule, eine neue Mittelschule sowie sonderpädagogische Einrichtungen. Das Angebot wird durch ein in unmittelbarer Nähe zum Campusgebäude befindliches Jugendzentrum abgerundet.

Vizebürgermeister Wiederkehr hebt die Investitionen der Stadt im Bildungsbereich hervor: „Wien investiert allein im heurigen Jahr über 50 Millionen € in moderne Bildungseinrichtungen und zusätzliche 31 Millionen € in Schulsanierungen. Der Bildungscampus Liselotte Hansen-Schmidt ist nicht nur in pädagogischer Hinsicht ein Flaggschiff der Wiener Bildung, er ist auch aus umwelttechnischer Sicht ein absolutes Vorzeigeprojekt und wird in Zukunft die Benchmark für alle Neubauten im Bildungsbereich in Wien sein. Es freut mich als Wiener Bildungsstadtrat ungemein, dass hier nächste Woche 1.100 Kinder die bestmögliche Bildung in modernstem Ambiente bekommen werden!“

Klimaneutrales Leuchtturmprojekt

Dank eines innovativen Energiekonzepts kann der Bildungscampus fast gänzlich mit erneuerbarer Energie vor Ort versorgt werden. Zu den Kernkomponenten des Energiekonzepts gehören eine Passivhaus-Gebäudehülle, die Betonkernaktivierung (der Zwischendecken), Wärmepumpen, Erdwärmesonden/Erdspeicher, Solarstrom (PV) und eine Lüftung mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung. Die Wärmebereitstellung erfolgt durch die Wärmepumpe, die mit Sonnenenergie vom Gebäudedach gespeist wird. Die Erde unter dem Gebäude dient als Energiequelle für die Heizung im Winter. Im Sommer kann das Gebäude mittels freier Kühlung nahezu kostenlos und ohne CO2-Emissionen hocheffizient gekühlt werden. Dabei wird die überschüssige Gebäudewärme einfach in das Erdreich abgeführt. Durch die thermische Aktivierung der schweren Gebäudemassen wird der gesamte Bildungscampus zum Wärmespeicher. (...)

Der Bildungsstadtrat streicht die Umweltfreundlichkeit des Campus hervor: „Wir sehen hier am Bildungscampus Liselotte-Hansen-Schmidt in der Seestadt wie eine moderne, klimafitte und umweltfreundliche Bildungseinrichtung konzipiert und umgesetzt wird. Wir wollen Wien zur klimafreundlichsten Stadt Europas machen und da spielen solche Leuchtturmprojekte eine ganz wesentliche Rolle. Mit Idee und Tatkraft ist es möglich dieses so wichtige Ziel zu erreichen und dabei auch das Bildungsangebot auf ein neues Level zu heben!“, so Vizebürgermeister und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr.

Das Gebäude selbst ist in drei Teile gegliedert: in der Mitte befinden sich der Eingang, die Stiegen und gemeinschaftlich genutzte Räume. Die anderen beiden Teile beherbergen Bildungsräume oder Bildungsbereiche. Neben den Grünbereichen gibt es in allen Geschossen begehbare Terrassen und außenliegende Treppen führen aus allen Geschossen in den Garten. Zusätzlich bietet die begrünte Fassade einen natürlichen Sonnenschutz.

Großzügiger Raum mit Zugang ins Freie, flexible Nutzungsmöglichkeiten und ein gutes Raumklima bilden eine wesentliche Grundlage, um Kindern und Jugendlichen die notwendigen Entfaltungsmöglichkeiten zu garantieren. Auf einer Nutzfläche von rund 10.900 Quadratmetern stehen den zukünftigen Nutzer und Nutzerinnen unter anderem ein 12-gruppiger Kindergarten, (...) eine 17-klassige Volksschule, eine 16-klassige Mittelschule, vier sonderpädagogische Bildungsräume, zwei Normturnsäle, ein Gymnastikraum, ein Bewegungsraum, ein Speisesaal inkl. Essbereiche, Werkräume, eine Lehrküche und ein Physik- und Chemiesaal zur Verfügung.

Insgesamt werden den Wiener Kindern und Jugendlichen zu Beginn des neuen Schuljahres 103 neue Bildungsräume zur Verfügung gestellt. Bildungsdirektor Heinrich Himmer sieht Wien im Bildungsbereich als Vorreiter:

„Die Schule ist in Wien Lern- und Lebensraum sowie Arbeitsplatz für mehr als 27.000 Lehrkräfte und 240.000 Schülerinnen und Schüler. Umso mehr begrüßen wir es, dass die Stadt Wien im Bereich des Schulbaus so innovativ ist und dadurch für unsere Schülerinnen und Schüler die allerbesten Voraussetzungen schafft. Was am neuen Bildungscampus Liselotte Hansen-Schmidt realisiert wurde, lässt jedes Pädagogenherz höherschlagen:  Hier werden die Übergänge zwischen den unterschiedlichen Schularten und Bildungseinrichtungen auch baulich fließend gestaltet, hier lassen sich modernste Lernmethoden optimal umsetzen - und vor allem: Hier fühlt man sich wohl. Wenn oft die Rede vom „Raum als dritter Pädagoge“ ist, dann spürt man, dass an diesem neuen Schulstandort dieses Wort Realität wird. So geht Schulbau, Danke Wien.“

Jugendzentrum rundet Angebot ab

Mit den Toren der Bildungseinrichtung öffnet auch das Jugendzentrum Seestadt, das im Bildungscampus an Schule und Kindergarten angeschlossen ist. Die Freiflächen und Sportflächen stehen den Jugendzentrum-Besucherinnen und -Besuchern im Sinne der Mehrfachnutzung am Wochenende und außerhalb der Schulöffnungszeiten zur Verfügung. Kinder und Jugendliche können auf 600 qm Fläche im Jugendzentrum ihre Freunde und Freundinnen treffen, Wuzzeln (= Tischfußball), Chillen, sie bekommen Rat und Hilfe bei Problemen, es gibt Kreativ- und Medienangebote, Bewegung und Sport, Unterstützung bei Projekten, Jugendkultur, Parties etc. Das Jugendzentrum ist für alle von 6 bis 21 Jahren offen, es gibt keinen Konsumzwang. Die Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter sind auch im Öffentlichen Raum unterwegs und bereits sehr gut im Stadtteil vernetzt. Denn der Verein Wiener Jugendzentren ist seit 2013 vor Ort, begleitet die Neubesiedelung der Seestadt und vertritt die Bedürfnisse der Jugendlichen.

„Es war wichtig von Anfang an dabei zu sein. Auch bei der Planung des Bildungscampus wurden die Vorschläge und Erfahrungen vom Verein Wiener Jugendzentren einbezogen. Schule und offene Jugendarbeit können hier sehr voneinander profitieren“, freut sich Manuela Smertnik, designierte Geschäftsführerin des Verein Wiener Jugendzentren.

Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy betont die Wichtigkeit des neuen Bildungscampus für die Donaustadt: „Dem steigenden Bedarf an modernen Bildungseinrichtungen in der Donaustadt als sehr stark wachsendem Bezirk mit vielen Jungfamilien wird die Stadt Wien erneut gerecht; die Eröffnung eines weiteren Bildungscampus in der Seestadt bietet den neuen Bewohnerinnen und Bewohnern mit dem Campusmodell das Bildungsmodell der Zukunft für ihre Kinder“, ist Donaustadts Bezirksvorsteher überzeugt.

Bis 2023 läuft noch das aktuelle Bildungsbauprogramm mit insgesamt 14 Bildungscampus-Standorten. Parallel dazu gibt es ein zusätzliches Paket mit weiteren neun Bildungscampus-Standorten, einem Zentralberufsschulgebäude und einer Bildungsanstalt für Elementarpädagogik, das bis 2024 laufen soll. (...)

Zusätzliche Freizeitpädagoginnen und -pädagogen für Wien

Im Schuljahr 2020/21 betrug die Anzahl der Freizeitpädagoginnen und -pädagogen rund 1.800. Seit 2016 kommen jedes Jahr rund 150 hinzu; dieses Jahr sollen sogar 200 weitere hinzukommen. Damit kann Wien eine hochwertige Betreuung in der Tagesbetreuung bereitstellen.

Ausbau der Gratis Ganztagsschule

Mit der Umsetzung der beitragsfreien Ganztagsschule seit Schulbeginn 2020/2021 wurden über 70 verschränkte Ganztagsschulen beitragsfrei – inklusive Mittagessen. So entlastet die Stadt Wien Familien um rund 40 Millionen Euro pro Jahr. Pro Monat ersparen sich Eltern rund 180 Euro für jedes Kind. Heuer wird die beitragsfreie Ganztagsschule um 12 Standorte auf 85 aufgestockt: 

Mit Schulbeginn bieten 74 Volksschulen und 11 Mittelschulen Kindern und Eltern eine beitragsfreie Ganztagsbetreuung. Damit jedes Kind die Möglichkeit hat, in einer vollwertigen Ganztagsschule zu lernen, baut die Stadt Wien laufend neue Standorte aus um ganztägige Schulplätze zu schaffen. . Heuer profitieren rund 21.000 Kinder und Jugendliche von der beitragsfreien Ganztagsschule. (...)

Fortsetzung des WLAN Ausbaus

(...) Bereits im Sommer 2019 hat der flächendeckende WLAN Ausbau an Mittelschulen, Polytechnischen Schulen und Berufsschulen mit dem Gesamtprojekt „Schule Digital“ begonnen. Insgesamt investiert die Stadt hier 60 Millionen Euro. In Schulneubauten und Schulerweiterungen ist die WLAN Ausstattung bereits Standard. Rund 51.000 Schülerinnen und Schüler und mehr als 4.500 Lehrerinnen und Lehrer werden vom Projekt profitieren: Laptops für Schülerinnen und Schüler, Lerntools, digitale Tafeln und weitere Initiativen sollen einen souveränen Umgang mit Technik, aber auch das Bewusstsein für Risiken mit digitaler Kommunikation schaffen. Hotspots, die an das Netzwerk der Stadt Wien angeschlossen werden sorgen künftig für Highspeed-Verbindungen. Bisher wurden im Rahmen des Projektes „Schule Digital” 76 Schulen an 53 Schulstandorten mit WLAN ausgestattet.

Großer Erfolg für Summer City Camps

Das flächendeckende Ferienangebot für Wiener Kinder und Jugendliche wurde auch heuer ausgebaut und blickt auf eine positive Bilanz zurück: der Bedarf an Plätzen war definitiv größer als in den Vorjahren – einerseits aufgrund der Auswirkungen der Pandemie, aber auch aufgrund des großen Erfolgs der Summer City Camps in den letzten beiden Jahren. Wiener Kindern und Jugendlichen standen heuer 19.918 Plätze an 37 Standorten verteilt in ganz Wien zur Verfügung. Rund 921 Ferienbetreuerinnen und -betreuer sorgten für Spiel, Spaß und professionelle Lernförderung während den Sommermonaten. Im Vergleich zum Vorjahr konnte das Angebot um 1.267 Plätze erweitert werden. Anmeldestart war am 7. April 2021 – bereits am 12. April waren fast alle Plätze für das Programm Summer City Camps für Kinder ausgebucht. Um den hohen Betreuungsbedarf nachzukommen, wurden seitens der Stadt Wien im Mai 2021 zusätzlich vier Standorte zur Verfügung gestellt. Die Auslastung der Summer City Camps beläuft sich derzeit auf 99%.

(...)

Quelle (vollständige Pressemitteilung): Stadt Wien

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