Niedersachsen: Interaktive Lernbausteine Demokratie und Medien

Das Niedersächsische Kultusministerium hat „Demokratieschulen“ und „Lernorte der Demokratiebildung“ ausgezeichnet, eingebettet in den neuen bildungspolitischen Schwerpunkt „Demokratisch gestalten – Eine Initiative für Schulen in Niedersachsen“.

Phänomene wie die sich zuspitzende Polarisierung der Gesellschaft, eine zunehmende Demokratieskepsis und die Zunahme sogenannter Hatespeech, aber auch der nicht mehr zu übersehende Klimawandel mit seinen schweren Folgen für Ökologie und Menschheit erfordern ein entschiedenes Umdenken – in der Gesellschaft und auch in der Schule.

Vor diesem Hintergrund zeichnet das Kultusministerium in diesem Jahr erstmals Schulen und Lernorte aus, die ihre Schulkultur und Schulentwicklung bzw. ihre Bildungsangebote konsequent im Sinne eines „Modellorts der Demokratie“ gestalten und damit an Zielen der Demokratiebildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung ausrichten. Die Auszeichnung ist eingebettet in dem neuen Bildungspolitischen Schwerpunkt „Demokratisch gestalten – Eine Initiative für Schulen in Niedersachsen“.

„Wir nehmen die Herausforderungen, mit denen sich unsere demokratische Gesellschaft und damit auch unsere Schulen konfrontiert sehen, sehr ernst. Unser erklärtes Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler darauf vorzubereiten, sich als mündige Bürgerinnen und Bürger aktiv kritisch und selbstreflektiert in demokratische Prozesse einzubringen. Deshalb stärken wir die politische und nachhaltige Bildung an Schulen“, kommentiert Kultusminister Grant Hendrik Tonne die Auszeichnung der ersten 25 „Demokratieschulen“ und „Lernorte der Demokratiebildung“. Tonne weiter. „Wir erkennen hoch an, dass viele Schulen sich auf den Weg gemacht haben, um eine demokratische und nachhaltige Schulkultur und Unterrichtsentwicklung zu etablieren. Und wir unterstützen es ausdrücklich, dass es bereits viele zivilgesellschaftliche Partnerinnen und Partner gibt, die die Schulen dabei tatkräftig unterstützen.“

Aus 39 eingegangenen Bewerbungen hatte zuvor eine Fachjury unter der Leitung des Ministers 15 Schulen und 10 Lernorte für die Auszeichnung ausgewählt. Sie soll zum einen das Engagement der Schule bzw. des Lernortes sichtbar machen und sie miteinander vernetzen. Zum anderen werden sie – auch langfristig – dabei unterstützt, konkrete Angebote zu vertiefen und eigene Schwerpunkte zu setzen.

Weitere Mitglieder der Fachjury waren Ulrika Engler (Direktorin der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung), Laura Pooth (Landesvorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft), Prof. Dr. Dirk Lange (Direktor des Instituts für Didaktik der Demokratie an der Leibnitz Universität Hannover) und Dr. Sønke Burmeister (Geschäftsführer der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung).

Zur Anzahl und Qualität der Bewerbungen – trotz der coronabedingten Situation – sagt Tonne: „Ich bin beeindruckt davon, wie junge Menschen in Schule und in Lernorten trotz Coronapandemie Verantwortung für sich und andere übernehmen und sich für eine gerechte, solidarische Gesellschaft sowie eine bessere Welt engagieren.“

Die Auszeichnung soll die bisherige Leistung der Schulen und Lernorte würdigen und zugleich zu weiterem Engagement anregen. Die Schulen und Lernorte sind bereits über ihre Auszeichnung informiert. Geplant, aber noch nicht terminiert sind Besuche des Ministers bei ausgewählten Preisträgern.

Zu den ausgezeichneten Schulen gehören zahlreiche Ganztagsschulen aller Schulformen, darunter

Zu den ausgezeichneten Lernorten gehören u. a. das Grenzlandmuseum Eichsfeld (Teistungen), die ehemalige Synagoge Stadthagen, das Grün-Weiße-Klassenzimmer (VFL Wolfsburg) oder das Anne-Frank-Haus Oldau.

Quelle: Niedersächsisches Kultusministerium

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