Stadt Kiel: Neue Schulmensen für zwei Ganztagsgymnasien

Zwei Kieler Gymnasien, beide Offene Ganztagsschulen seit 2005 bzw. 2007, erhalten derzeit neue Mensen und weitere Anlagen. Die Baustadträtin sieht darin „ein schönes Beispiel für das Zusammenspiel von Alt und Neu“.

Zwei Gymnasien an der Feldstraße, zwei Mensen, zwei Aufgaben für die Abteilung Bildungsbau der städtischen Immobilienwirtschaft: Während die Hebbelschule Anfang September ihre neue Mensa offiziell eröffnen wird, haben die Mensa-Bauarbeiten an der Kieler Gelehrtenschule gerade erst mit Abrissarbeiten begonnen. Baudezernentin Doris Grondke besuchte mitten in den Sommerferien die beiden Schulen und Baustellen.

Hebbelschule: Mensa und ganz neue Sportanlagen

Die neue Mensa mit Austeilküche der Hebbelschule hat Platz für 120 Personen, ist zusätzlich mit Beamer und Leinwand ausgestattet und auch für kleine außerschulische Veranstaltungen geeignet. Sie ist verbunden mit der neuen Sporthalle, auf die die Hebbelschule lange gewartet hat. Die roten Klinkerfassaden der beiden Neubauten harmonieren gut mit den Altbauten aus der Schroeder-Ära.

Genutzt werden konnten Sporthalle und Mensa schon während der letzten Wochen und Tage des alten Schuljahres. Bisher fanden in der Halle aber nur Oberstufenunterricht und Sportprüfungen statt. Gebaut – seit Oktober 2018 – wurde auf einem kleinen Teil des Rasenplatzes an der Feldstraße. Da dieses Gelände Teil eines Landschaftsschutzgebietes ist, musste lange geplant und platzsparend gebaut werden. Die Neubauten für zusammen 5,6 Millionen Euro sind so angeordnet, dass die alte Eiche auf dem Schulhof erhalten wurde. Die städtische Immobilienwirtschaft hat alles komplett selbst architektonisch geplant. Projektleiter Jan Szymkowiak sagt: Es gab hier auch Herausforderungen. Aber das Bauen hat trotz der Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie Spaß gemacht.“ 

Auch Stadträtin Doris Grondke ist zufrieden: „Die Verbindung von alten Schroeder-Bauten und Neubauten ist von hoher Qualität. Und es ist hervorragend gelungen, die alte Eiche einzubeziehen.“ 

Neben der Sporthalle läuft jetzt die Neugestaltung der Außensportanlagen. 100-Meter-Sprintbahn, Weitsprunganlage und Kugelstoßring werden erneuert, ganz neu kommen ein Beachvolleyballfeld und ein Streetballfeld. Bis Oktober sollen die gut 750.000 Euro teuren Anlagen fertig sein.

Kieler Gelehrtenschule: Abrissbagger und Steinsäge im Einsatz

Auch einmal die Feldstraße hinunter an der Kieler Gelehrtenschule sind mitten in den Ferien, häufig in der gleißenden Sonne, Bauarbeiter im Einsatz. Mit Bagger und Steinsäge reißen sie ein Vordach ab, damit an der Stelle zwischen Schulhof und Sporthalle bis 2023 eine Mensa auf 465 Quadratmetern mit 135 Plätzen für etwa 2,8 Millionen Euro gebaut werden kann. Diese lautstarken Arbeiten finden extra jetzt statt, damit sie den Unterricht nicht stören.

Den Realisierungswettbewerb zur Gestaltung der neuen Mensa hatte das Büro kfs Architekten aus Lübeck gewonnen. Das Büro hatte dabei einige Vorgaben zu beachten, schließlich steht das eigentliche Schulgebäude aus der Nachkriegszeit unter Denkmalschutz. Mit dem langgestreckten eingeschossigen Neubau wird der Bezug zur Formensprache der 1950er Jahre durch die eingestellten Baukörper mit mehrfarbiger, kleinteiliger, geschwungener Holzstabfassade hergestellt.

Baudezernentin Doris Grondke sagt: „Das ist ein schönes Beispiel für das Zusammenspiel von Alt und Neu. Der Wettbewerb war wichtig und richtig, damit die Gestaltung zum vorhandenen schönen Schulgebäude passt. Das Ergebnis sieht ganz einfach aus – aber genau das ist schwer zu erreichen. Dazu braucht man gute Architekturbüros.“ Projektsteuerin Julia Kämmerer von der städtischen Immobilienwirtschaft beobachtet die Abrissarbeiten und denkt schon an die nächsten Schritte. Es wird nämlich nicht nur in die Höhe gebaut: Im Baufeld am Rande des Schulhofes muss auch die Kanalisierung erneuert werden. Abschließend wird der Schulhof durch ein Freianlagenplanungsbüro neu gestaltet.

Quelle: Stadt Kiel

Die Hebbelschule ist seit 2007 eine Offene Ganztagsschule und bietet im Anschluss an den regulären Unterricht „ein vielfältiges Angebot, um eigenen Interessen nachzugehen, Neues zu entdecken und auszuprobieren, sich Unterstützung beim Lernen zu holen oder auch an einem Wettbewerb teilzunehmen und vieles mehr. Zur Offenen Ganztagsschule gehören die Hausaufgabenbetreuung an vier Tagen in der Woche, Förder- und Forderangebote, ein betreuter Spieleraum bis 15 Uhr, eine „Nachhilfebörse „von Oberstufenschüler*innen, ein umfangreiches AG-Angebot (Sport, NaWi, Technik, Musik und Kultur), das auch die Teilnahme an Wettbewerben ermöglicht (Lesewettbewerb, Sportwettkämpfe, Jugend forscht, Biologie-/Mathematik-Olympiade, …).

An der Kieler Gelehrtenschule bestehen bereits seit Herbst 2005 Angebote der Offenen Ganztagsschule. Dazu gehören neben dem Mittagessen an fünf Tagen in der Woche die „Hausaufgabenzeit“ und verschiedenste Arbeitsgemeinschaften. Seit 2007 ist die Kieler Gelehrtenschule offizielle Referenzschule, die andere Schulen berät, wenn es um die Einrichtung oder Erweiterung Offener Ganztagsschulen geht. Die Schule hat sich mit der Offenen Ganztagsschule zum Ziel gesetzt, „das Betreuungsangebot für Schülerinnen und Schüler berufstätiger Eltern und Einelternfamilien zu verbessern und so aktiv zu der Vereinbarkeit von Familie und Beruf beizutragen; ein soziales Miteinander und gemeinsames Lernen unter den Schülerinnen und Schülern zu fördern; Stärken und Schwächen von Schülerinnen und Schülern frühzeitig zu erkennen und darauf einzugehen; Familien bei der schulischen und häuslichen Erziehung zu unterstützen und die auswärtigen Schülerinnen und Schüler zu entlasten“.

„Die Kieler Gelehrtenschule versteht ihr Konzept einer Offenen Ganztagsschule im wahrsten Sinne des Wortes als „offen“, d.h. auf Entwicklung und Veränderung hin angelegt. Das bedeutet nicht nur, dass die konkrete Umsetzung durchgehend reflektiert und die gemachten Erfahrungen im Rahmen einer Projektgruppe eingearbeitet werden, sondern dass auch die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit weiteren Partnern geprüft und umgesetzt werden soll.“

Quellen: Schulhomepages der Hebbelschule und der Kieler Gelehrtenschule

 

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