Neue KMK-Statistik für Ganztagsschulen 2019/2020

Die aktuelle Ganztagsschulstatistik der Kultusministerkonferenz ist online verfügbar.

Die aktuelle Statistik der Kultusministerkonferenz „Allgemeinbildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland – Statistik 2015 bis 2019“ ist online abrufbar. Sie enthält die Daten für die Schuljahre 2015/2016 bis 2019/2020.

Wie in den Vorjahren wird die steigende gesellschaftliche Bedeutung schulischer Ganztagsangebote in Deutschland hervorgehoben. Als Ursachen werden der hohe Bedarf nach ganztägiger Betreuung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die durch PISA angeregte Diskussion über die besten Rahmenbedingungen für schulisches Lernen gesehen. Ausdrücklich wird auf die Impulse durch das Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ (2003–2009) hingewiesen. „Die in vielen Ländern entwickelten Konzepte und Maßnahmen zum Ausbau des Ganztagsschulbetriebs im Primar-und Sekundarbereich I fanden in der vorliegenden Analyse der Jahre 2015 bis 2019 ihren Niederschlag“, heißt es im Vorwort.

Im Schuljahr 2019/2020 ist die bundesweite Zahl der Ganztagsangebote seit der erstmaligen amtlichen Zählung der Kultusministerkonferenz im Schuljahr 2002/2003 erneut gestiegen. Auch die Zahl der am Ganztag teilnehmenden Schülerinnen und Schüler hat sich kontinuierlich weiter erhöht.

18.948 schulische Verwaltungseinheiten im Primarbereich und in der Sekundarstufe I (70,8 %) verfügten im Schuljahr 2019/2020 über Ganztagsangebote (2002/2003: 4.951 = 16,3 %). Die höchsten Anteile verzeichnen nach der Statistik die Länder Sachsen (98,1%), Saarland (95,7%), Hamburg (95,6%), Rheinland-Pfalz (92,3%), Berlin (78,9%), Nordrhein-Westfalen (78,3%), Thüringen (75,7%), Bayern (74,4%) und Mecklenburg-Vorpommern (71,0%).

Nach Schularten verzeichnen die höchsten Anteile an Ganztagsschulen die Integrierten Gesamtschulen (1.822 = 88,1%), Schularten mit mehreren Bildungsgängen (1.499= 82,1%), Hauptschulen (1.478 = 77,6%), Förderschulen (2.070 = 76,0%) und Gymnasien (1.961 = 65,5%). Der Anteil der Grundschulen mit Ganztagsbetrieb (70,6%) ist weiter gestiegen (2002: 10,3%).

Im Schuljahr 2019/2020 nahmen bundesweit 3.482.813 Millionen Schülerinnen und Schüler am Ganztagsschulbetrieb teil, das sind 47,9 % aller Schülerinnen und Schüler im Primarbereich und in der Sekundarstufe I und damit erneut mehr als im Vorjahr. Im Schuljahr 2002/2003 waren es nach der ersten amtlichen Zählung der Kultusministerkonferenz gerade einmal 133.506 Schülerinnen und Schüler (9,8 %) gewesen.

Die höchsten Teilnahmequoten verzeichneten im Schuljahr 2019/2020 die Länder Hamburg (93,4 %), Sachsen (83,0%), Berlin (67,0 %), Mecklenburg-Vorpommern (58,9 %), Thüringen (53,9 %) und Nordrhein-Westfalen (52,5 %). Die absolute Zahl der Schülerinnen und Schüler am Ganztagsschulbetrieb ist in fast allen Ländern (zum Teil stark) gestiegen.

Nach Schularten stieg die Teilnahmequote am stärksten in Schulen mit mehreren Bildungsgängen (64,2%; 2002: 3,7%) und in Gymnasien (37,2%; 2002: 3,9%). Die Teilnahme in Integrierten Gesamtschulen (79,0%) steigt bei einem hohen Ausgangsniveau (2002: 62,8%) weiter. In Hauptschulen ist der Anteil (39,1%; 2002: 11,4%) seit 2015 gesunken. Die Teilnahme in Grundschulen ist 2019/2020 mit 1.325.499 Schülerinnen und Schülern (= 47,2%) absolut und prozentual weiter gestiegen (2002: 4,2%).

Nach Organisationsformen dominiert die offene Ganztagsschule bei Grundschulen und Gymnasien. Die teilgebundene und die voll gebundene Form wählen eher Schulen mit mehreren Bildungsgängen, IGS und Förderschulen.

Quelle: Kultusministerkonferenz

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