„Bio kann jeder“ geht online

Online-Seminare sind für alle Beteiligten eine Herausforderung, aber die digitalen Angebote von „Bio kann jeder“ kommen bei den Interessierten gut an, wie die Verantwortlichen jetzt bilanzieren konnten.

Die Corona-Pandemie macht es aktuell kaum noch möglich, Fortbildungen als Präsenzveranstaltungen durchzuführen. Auch die „Bio kann jeder“-Verantwortlichen mussten sich auf die neue Situation einstellen. Bewährte Formate wie ein küchenpraktischer Teil oder ein Besuch auf dem Bio-Hof können zurzeit nicht mehr stattfinden. Der ganze Ablauf der Veranstaltungen muss didaktisch neu gedacht werden.

„Vieles, was vorher selbstverständlich war, müssen wir nun neu und detailliert planen“, so Evamarie Stengel, „Bio kann jeder“-Regionalpartnerin für Nordrhein-Westfalen. Zudem können sich die Teilnehmenden bei Video-Konferenzen nicht so direkt austauschen wie bei Präsenzveranstaltungen, und die nonverbale Kommunikation fehlt.

„Bio mit allen Sinnen erleben geht online nicht“, räumt Sarah Flügel, Regionalpartnerin für Thüringen, ein. Doch die Umstellung auf digitale Angebote bietet auch neue Möglichkeiten: Für abwechslungsreiche und interaktive Workshops nutzen die Regionalpartner neben Präsentationen auch Chats, Umfragen und Whiteboard-Einblendungen. Auch Gruppenarbeiten lassen sich sehr gut in unterschiedlichen virtuellen Räumen durchführen.

Doch wie kommen die digitalen Veranstaltungen bei der Zielgruppe an? „Sehr gut – die Teilnehmenden sind froh, dass es aktuell solche Angebote gibt“, berichtet Eva-Maria Huber, zuständig für die Veranstaltungen in Bayern. „Oft sind sie erstaunt, wie gut man Inhalte auch in diesem Format vermitteln kann“.

Zudem können Mitarbeitende aus Schulen, Kitas, Catering-Unternehmen oder Kommunen ohne lange Anreisewege bequem von zuhause aus an den Fortbildungen teilnehmen. „Das ist mit meinem Alltag einfacher zu kombinieren als eine Veranstaltung vor Ort“, so eine Teilnehmerin aus Nordrhein-Westfalen. So kommt es vor, dass bei den Video-Konferenzen jetzt manchmal mehr Personen teilnehmen als bei den Workshops vorher. Allerdings gibt es auch Rückmeldungen, dass interessierten Personen für die Teilnahme die nötige Technik fehlt oder sie über keine gute Internetverbindung verfügen. Ohne lange Reisewege können jetzt auch leichter Referentinnen und Referenten von ihren Erfahrungen berichten, die nicht in der Nähe wohnen. Tipps zur Reduktion von Speiseabfällen in Schulen und Kitas von einer Expertin aus Nordrhein-Westfalen beim Workshop des Regionalpartners am Bodensee? Nun ist das kein Problem, während es bei einer Präsenzveranstaltung wahrscheinlich zu aufwändig gewesen wäre.

Von positiven Resonanzen berichtet auch Anja Erhart: „Mit Koch-Videoclips zum Einsatz von Wintergemüse und zum Umgang mit Mehrkosten beim Einkauf von Bio-Fleisch machen wir gute Erfahrungen“. Die Ökotrophologin organisiert Workshops in mehreren Bundesländern. „Ein Mix aus theoretischem Input, kurzen Filmen und dann gemeinsamen Diskutieren hat sich bewährt“. Zudem sind auch Praxispartner von Bio-Höfen inzwischen sehr erfinderisch und bieten virtuelle Hofführungen an. So kann ein Blick in den Stall eine Videokonferenz auflockern und authentische Eindrücke zum ökologischen Anbau vermitteln.

Insgesamt zeigt sich: Die Umstellung von bewährten Formaten ist für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Aber Online-Fortbildungen mit filmischen und interaktiven Elementen bieten auch viele neue Chancen. Dass die „Bio kann jeder“-Regionalpartner hier auf einem guten Weg sind, zeigt die positive Resonanz: Über 400 Personen haben im Herbst 2020 an rund 30 Online-Veranstaltung teilgenommen.

„Auch in Zeiten der Pandemie können wir mit Bio kann jeder attraktive Veranstaltungen für ein nachhaltigeres Essen in Kita und Schule anbieten“, so Anke Brückmann von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Ob und ab wann im Frühjahr oder Sommer die Teilnehmende Bio mit allen Sinnen bei Präsenzveranstaltungen erleben können, bleibt abzuwarten. Doch schon jetzt zeigen die Erfahrungen: Beide Veranstaltungsformate haben ihre jeweiligen Vorteile. Tipps und Praxisbeispiele rund um den Einsatz von Bio-Lebensmitteln in der Kita- und Schulverpflegung lassen sich auch mit digitalen Formaten gut vermitteln.

Quelle: Ökolandbau

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