10 Jahre Netzwerke von Lehrkräften mit Migrationsgeschichte

Netzwerke von Lehrkräften mit Migrationsgeschichte feiern in diesem Jahr zehnjähriges Jubiläum – „Lehrkräfte, die die Vielfalt unserer Gesellschaft auch in den Schulkollegien abbilden und positive Rollenvorbilder für Schülerinnen und Schüler sind.“

Das „Netzwerk niedersächsischer Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte“ (Migranetz) feiert seinen ersten runden Geburtstag. Seit der Gründung vor zehn Jahren werden mit dem Netzwerk die Bildungsgerechtigkeit und Anerkennung von Menschen mit Migrationsgeschichte im niedersächsischen Schulsystem vorangetrieben. Das Netzwerk trägt wesentlich dazu bei, die Anzahl der Lehrkräfte zu erhöhen, die mit ihrer eigenen Migrationsgeschichte für eine Schule der Vielfalt stehen und dabei auch Brückenbauer*innen zum besseren Verständnis an Schulen sind. 

Kultusminister Grant Hendrik Tonne sagte unter anderem: „Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte sind Vorbilder gelungener Teilhabe und haben daher aufgrund ihrer eigenen Sozialisation zahlreiche Anknüpfungspunkte, um Schülerinnen und Schülern sowie Eltern mit Migrationsgeschichte in ihrer Bildungsbiografie zu stärken und ihnen Chancen und Wege zur Teilhabe aufzuzeigen. Nicht zuletzt tragen sie entscheidend dazu bei, die Vielfalt, die in den Klassenzimmern bereits gelebte Realität ist, auch in die Lehrerzimmer zu tragen und dort ihre Perspektiven einzubringen. Das Migranetz leistet einen wichtigen Beitrag dazu, mehr Lehrkräfte mit Migrationsbiografie zu gewinnen und bei jungen Menschen für den Lehrerberuf zu werben.“

Für das „Berliner Netzwerk für Lehrkräfte mit Migrationshintergrund“ sagte Stefan Kipf von der Humboldt-Universität: „Die Gründung des Netzwerks für Lehrkräfte mit Migrationshintergrund im Jahr 2010 stellte einen Meilenstein für die Berliner Lehrkräftebildung dar. Endlich wurde institutionell anerkannt, dass wir dringend mehr Lehrkräfte mit Migrationshintergrund benötigen! Lehrkräfte, die die Vielfalt unserer Gesellschaft auch in den Schulkollegien abbilden und positive Rollenvorbilder für unsere Schülerinnen und Schüler sind.“ 

Das Hamburger Netzwerk „Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte“ begleitet sein Jubiläum durch die Ausstellung „Neue deutsche Lehrkräfte“, die biografische Eindrücke von der Erfahrungsvielfalt, die Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte in Lehrerkollegien bringen, vermittelt. Die geplanten Jubiläumsveranstaltungen mussten meist in das Jahr 2021 verschoben werden.

Die Netzwerke, in denen Lehrkräfte, Lehramtsstudierende und Lehramtsanwärter mit Migrationshintergrund ehrenamtlich tätig sind, setzen sich für die Wertschätzung und Förderung der Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte, für Bildungsgerechtigkeit und die Sensibilisierung für die interkulturelle Öffnung in den Schulen ein. Sie unterstützen und beraten Schülerinnen und Schüler bei der Studienwahl, im Studium, im Vorbereitungsdienst und begleiten deren Tätigkeit als Lehrkraft. Sie sprechen Lehrkräfte, Studierende, Referendarinnen und Referendare sowie Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern mit und ohne Migrationsgeschichte an.

Auch in einigen anderen Bundesländern sind solche Netzwerke seit 2010 aktiv, beispielsweise in Bayern und Baden-Württemberg. Das Netzwerk „Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte“ in Nordrhein-Westfalen wurde bereits 2007 gegründet und hat 2016 das Mentoringprogramm Ment4you ins Leben gerufen. Das „NikLAS – Netzwerk für interkulturelles Lernen und Arbeiten an Schulen“ in Baden-Württemberg arbeitet seit 2014 und hat regionale Netzwerke bei den Staatlichen Schulämtern eingerichtet. In Sachsen engagiert sich Juri Haas, Lehrer an der 135. Grundschule Dresden und Mitglied des Leitungsteams Antidiskriminierung, Migration und Internationales der GEW Dresden für das Thema.

Lesetipps:

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (Hg.) (2020): Vielfalt bildet Berlin. Das Berliner Netzwerk für Lehrkräfte mit Migrationshintergrund. Berlin. 

Niedersächsisches Kultusministerium, Netzwerk niedersächsischer Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte (2018): Vielfalt gestalten in der Schule (Flyer). Hannover.

Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, Hamburger Netzwerk „Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte“ (Hg.) (2016): Buch der Erfahrungen. Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte berichten über Erlebnisse aus ihrem Schulalltag. Hamburg. 

Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung, Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (Hg.) (2017): Vielfalt im Klassenzimmer. Wie Lehrkräfte gute Leistung fördern können. Berlin. 

Quellen: Niedersächsisches Kultusministerium, Land Berlin, Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg

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