Sachsen: Schülerpreise für Heimatforschung

Sachsen vergibt jährlich einen Landespreis für Heimatforschung. Auch Schülerinnen und Schüler entdecken ihre Region, und im besten Fall finden die Projekte überregionale Aufmerksamkeit.

Der Freistaat Sachsen vergibt jährlich einen Landespreis für Heimatforschung. Den Sächsischen Landespreis für Heimatforschung 2020 erhielten acht Preisträgerprojekte von insgesamt 93 eingereichten Arbeiten. Auch Schülerinnen und Schüler beteiligten sich mit regionalgeschichtlichen Forschungsprojekten. Zu den Preisträgern 2020 gehören 

  • eine Jugendgruppe der Kulturfabrik Hoyerswerda e.V. unter der Leitung von Ina Züchner für ihren Film „Sprachlos. Sorben im Nationalsozialismus“, 
  • Maria Fleischer vom Europäischen Gymnasium Waldenburg für ihre Arbeit „Langenchursdorf und die Stephansche Auswanderung“
  • eine Schülergruppe der Wilhelm-Adolph-von-Trützschler Oberschule Falkenstein für ihre Arbeit „Wer ein Menschenleben rettet, der rettet die ganze Welt“ zum Wirken des Unternehmers Alfred Roßner.

Die Preisträgerprojekte wurden mit je 500 Euro ausgezeichnet.

Das Projekt der „Spurensucher“ der Wilhelm-Adolph-von-Trützschler Oberschule zum Leben von Alfred Roßner, der inzwischen als der „Oskar Schindler des Vogtlandes“ gilt und als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt wurde, ist ein hervorragendes Beispiel, was Schülerinnen und Schüler in solchen Projekten leisten können: 

Das junge Historiker-Team der 8. bis 10. Klassen erforschte unter Leitung von Deutsch- und Geschichtslehrerin Martina Wohlgemuth das Wirken des Unternehmers, der in seiner vogtländischen Heimat kaum bekannt war. Unterstützt wurden sie von Historikern und dem Falkensteiner Heimat- und Museumsverein. Im Sächsischen Landtag wurde der Landtagsabgeordnete Frank Richter, Theologe, Bürgerrechtler und ehemaliger Leiter der Zentrale für politische Bildung, auf das Projekt aufmerksam und bot seine Unterstützung an. Das Medieninteresse wurde so groß, dass Alfred Roßner nunmehr weit über Falkenstein hinaus bekannt ist. Das Projekt trug dazu bei, eines Menschen zu gedenken, der seinen inneren Wertekompass nie verloren hatte. 

Den Landespreis für Heimatforschung erhielten Lokalforscher wie Norbert Engst aus Chemnitz für die Arbeit „Das Wohngebiet Fritz Heckert. Bauen in neuen Dimensionen“ (1. Preis), Frau Barbara Mazurek aus Radebeul für ihre Arbeit „Lehrer erster Klasse, Lehrer zweiter Klasse?“ (2. Preis), Helga Heinze und Holger Klein vom Freundeskreis Bad Muskau e.V. für die Arbeit „Muskauer Steinzeug. Handwerk und Industrie“, Dr. Mike Haustein aus Hartmannsdorf für die Arbeit „Das Sächsische Kobalt- und Blaufarbenwesen“ (3. Preis) sowie Karl-Uwe Baum aus Radebeul für seine Internetseite zur Geschichte des sächsischen Amateurtheaters (Förderpreis). Für weitere Arbeiten gab es Ehrenurkunden.

Kultusminister Christian Piwarz: „Ich gratuliere allen Preisträgern und danke Ihnen für die historischen Schätze. Es ist beeindruckend, wie intensiv sich ältere und auch viele junge Laienforscher mit ihrer Heimat beschäftigen und welch interessante Ergebnisse sie zutage fördern. Heimatforscher sind Spurensucher. Sie erklären unsere Vergangenheit und geben Orientierung für die Gegenwart. Gerade in Zeiten einer zunehmenden globalisierten Welt wächst das Bedürfnis nach Geborgenheit. Die Pflege unserer Wurzeln und des Heimatgefühls ist daher unbezahlbar.“

Der Wettbewerb findet in enger Kooperation zwischen dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus und dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V. statt. Eingereicht wurden Bücher und Broschüren, aber auch Filme und Internet-Präsentationen zur Orts-, Regional- und Landesgeschichte, zur Industrie- und Technikgeschichte, zu Kunstgeschichte und Volkskunst, zu Festen und Bräuchen sowie zu Themen des Natur- und Umweltschutzes. Der Jury gehörten Vertreter des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde, des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz e. V., der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek, der Landeszentrale für politische Bildung, des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus sowie Lehrkräfte sächsischer Schulen an. 

Der 14. Wettbewerb zum Sächsischen Landespreis für Heimatforschung ist bereits in Vorbereitung. Er wird von Februar bis Mai 2021 stattfinden. Die Ausschreibung wird im Januar 2021 veröffentlicht. 

Quellen: Sächsisches Staatsministerium für Kultus

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