Brandenburg: Schulen gründen Mensa-AGs

Die Universität Potsdam hat ein Fortbildungsangebot für Schulen zur Gründung von Mensa-AGs konzipiert und in Methodenboxen zusammengefasst.

Eine gut funktionierende Schulmensa ist ein Multitalent: Garant für ein warmes und gesundes Mittagessen, sozialer Treffpunkt und Bildungseinrichtung in einem. Wie das praktisch funktionieren kann, ist Inhalt und Ziel des Projekts „Gründung von Mensa-AGs“ im Bundesland Brandenburg. Im Rahmen der Qualitätsoffensive Schulverpflegung Brandenburg hat die Universität Potsdam dazu ein Fortbildungsangebot für Schulen konzipiert und in Methodenboxen zusammengefasst. Verbraucherschutzstaatssekretärin Anna Heyer-Stuffer hat eine solche Methodenbox mit Ideen und Anleitungen stellvertretend am Potsdamer Hannah-Arendt-Gymnasium überreicht. 

In einer Mensa-AG kommen Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Schulträger, Caterer und Eltern zusammen, um unmittelbar in den Schulen eine gesunde Ernährung zu etablieren und weiterzuentwickeln oder auch für einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln zu sensibilisieren. Die Methodenboxen erklären Schritt für Schritt, wie eine Mensa-AG gegründet werden kann, es gibt praktische Tipps zur Teambildung, es geht um Tischkultur, Raumgestaltung oder auch die Frage, welchen Wert ein Ketchup-Brötchen als Pausenverpflegung hat.

Das Projekt wird vom Verbraucherschutzministerium gefördert und vom Bildungsministerium als Ersatzangebot zur staatlichen Lehrkräftefortbildung anerkannt. Die Fortbildungen richten sich an alle allgemeinbildenden Schulen bis zur 10. Klasse. Dazu gehören:

  • ein Basismodul, das über die möglichen Inhalte einer Mensa-AG, den Gründungsprozess und die Leitbildentwicklung informiert, 
  • ein Aufbaumodul I zu den Beteiligungs- und Beschlussverfahren in Schulen, zur Einbindung der Mensa AG in den Schulentwicklungsprozess, zu Schnittstellen zum Rahmenlehrplan und zur Teambildung sowie
  • ein Aufbaumodul II, in dem die Teilnehmenden fächerübergreifende Unterrichtseinheiten erproben, z. B. „Alltagskultur am Tisch“, „Macht Mittagessen schlau?“, „Pimp up your diningroom“, „Gugelhupf trifft Baklava“, „Mir schmeckt es nicht! Gibt es nicht!“, „Kann Pausenverpflegung mehr als Ketchup-Brötchen?“

Insgesamt wurden über 450 Methodenboxen ausgestellt und an die Schulämter verteilt, wo sie an interessierte Schulen weitergegeben werden können. In einem ersten Durchführungszeitraum zwischen Januar und Mai 2020 haben 15 Schulen mit 22 Lehrkräften und einer Unterrichtsassistentin am Fortbildungsangebot der Universität Potsdam teilgenommen. Zehn von 15 Schulen haben bereits schriftlich die Abstimmung in der Schulkonferenz über die Gründung einer Mensa AG zugesagt. 

Quelle: Deutsches Netzwerk Schulverpflegung


Im Land Brandenburg muss in allen allgemeinbildenden Schulen sowie in Ganztagsschulen ein warmes Mittagessen zu einem angemessenen Preis angeboten werden. In den knapp 900 Brandenburgischen Schulen nehmen etwas mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen dieses Angebot in Anspruch. Eltern zahlen für ein Schulessen durchschnittlich 2,65 €. Einige Schulträger subventionieren das Schulessen mit zusätzlich 0,20 bis 3,30 € pro Portion.

Vernetzungsstelle Schulverpflegung Brandenburg (2017): Für mehr Qualität beim Schulessen. Potsdam. 

Schulen mit Mensa-AG:

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