Burgschule Esslingen (Grund- und Hauptschule). Interview mit Rektor Klaus Hummel

Online-Redaktion: Herr Hummel, was hat das vergangene Schuljahr für Sie geprägt?

Hummel: Dass wir neu dazugelernt haben. Vor zwei Jahren ist der Ganztag im Grundschulbereich gestartet worden. Hier sammeln wir noch immer Erfahrungen. Im Hauptschulbereich bieten wir im Rahmen unseres Schulprogrammes viele unterstützende Maßnahmen  wie Sprachförderung und Aktionen gegen das Schulschwänzen an. Hier gab es Optimierungsbedarf, sodass wir mit dem Jugendsozialarbeiter und den Freizeitpädagoginnen neue interessante Konzeptionen entwickelt haben, die ab September starten. Dabei geht es auch um eine stärkere Vernetzung mit dem Sozialraum.

Online-Redaktion: Ihre Schule hat Fördermittel aus dem Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung" des Bundes bekommen. Wie haben Sie die Mittel verwendet?

Hummel: Wir haben diese für Sachausstattung gebraucht: In unserer Aula ist eine Bühne mit Beschallungs- und Beleuchtungsanlage errichtet worden. Unsere Schulband kann dort spielen und unsere Theater-AG ihre Aufführungen machen. Der Außenbereich ist mit Niedrigseilelementen, Hochseilanlage und Baumkletterausrüstung sowie einem naturnahen Erlebnispfad für alle Sinne zur Erlebnispädagogik aufgewertet worden. Das Klettern, bei dem man sich aufeinander verlassen muss, ist eine vertrauensbildende Maßnahme. Dazu können die Schülerinnen und Schüler jetzt auch naturnah raus. Die Arbeit am Außenbereich hat eineinhalb Jahre gedauert. Zum Schuljahresende ist sie ihrer Bestimmung übergeben worden.

Online-Redaktion: Was bringt das kommende Schuljahr?

Hummel: Zunächst einmal die Umsetzung unserer neuen Konzepte für Schulverweigerer und Schulschwänzer. Sozialdienst, Sozialarbeiter und Elternvertreter werden dabei die Familien auch zu Hause aufsuchen. Des Weiteren planen wir die Einrichtung einer Bogenschießanlage, deren pädagogische Wirkung klar ist: Es geht darum, ein Ziel vor Augen zu haben. Zur Aufwertung unserer Schule zu einem Lern- und Lebensort gehört auch die Vergrößerung unserer Cafeteria, denn die Nachfrage der Eltern nach Essen für ihre Kinder hat uns sozusagen überrollt. Insgesamt wird viel Phantasie gefordert sein, denn auch der riesige Bedarf nach Ganztagsbetreuung übersteigt bereits unsere Kapazitäten.

Rektor Klaus Hummel ist Fachberater für Ganztagesgrund- und Hauptschulen für das Regierungspräsidium Stuttgart. Seit 1996 gibt es die Ganztageshauptschule, seit 2003 ab der Klasse 1 auch die Ganztagesgrundschule. An allen Wochentagen gibt es ein Betreuungsangebot bis 16 Uhr, die Cafeteria bietet ein warmes Mittagessen (2,00 €) an allen Wochentagen an. In der Grundschule müssen die Eltern für eine Woche im Voraus die Kinder zu Betreuung und Essen verbindlich anmelden. Für die Ganztagesbetreuung bekommt die Schule vom Land eine Lehrerstundenzuweisung von sieben Stunden pro betreuter Hauptschulklasse und zehn Stunden pro Ganztagesgrundschulklasse. Damit werden mit einer erweiterten Stundentafel die Pflichtnachmittage abgedeckt: in der Grundschule zwei Stunden, in der Hauptschule zwei bis drei Stunden. Enthalten sind in diesen Stunden als Pflichtangebot eine KLAG (Klassengemeinschafts-AG), ein fester Klassenrat zusammen mit dem Jugendsozialarbeiter, Lernzeiten (SOL - Selbstorganisiertes Lernen und HAB - Hausaufgabenbetreuung) zur Erledigung unterrichtlicher Aufgaben mit Lehrerinnen und Lehrern, das Angebot "Bilinguale Geographie" in den Klassen 8, 9, 10 und ein abwechslungsreiches Ergänzungsangebot durch AGs in den Bereichen Sport, Erlebnis, Multi-Media, Kreatives, Technik-Elektronik und vieles mehr.

Der Schulträger trägt seinen Teil zur Gestaltung der Ganztagesschule bei: Zum einen durch zusätzliches pädagogisches Personal: Drei Freizeitpädagoginnen für die Grundschule:, zwei Freizeitpädagoginnen für die Hauptschule. Zum anderen durch die Einrichtung einer Cafeteria, die derzeit bis etwa 110 warme Essen täglich ermöglicht, durch Betreuungsräume: Spielothek (für Brettspiele), Bücherei, Aktivraum (Tischtennis und Tanzen), Partykeller, Billardraum (auch mit Tischkicker) und zwei Spielräume für Grundschulkinder sowie einen jährlichen Sachmittelzuschuss von derzeit 5 000 € für die Hauptschule und 5000 € für die Grundschule zusätzlich zum Schuletat.

Mit den IZBB-Mitteln der Bundesregierung 2004 konnte die Burgschule ihre Ausstattung im Betreuungsbereich weiter verbessern, eine Theater - und Musikbühne mit Beschallungsanlage und Beleuchtung einrichten, die Betreuungsräume vernetzen und mit Multi-Media-PCs ausstatten. Bis Juli 2005 wurde aus diesen IZBB-Mitteln die Außenanlage der Schule grundlegend umgebaut: Nach der Entsiegelung des Asphalts entstanden eine Erlebnis- und Bewegungslandschaft, ein Festplatz mit Bühne, ein naturnaher Erlebnispfad für alle Sinne sowie ein Kleinstkinderspielbereich. Für 2005 sind weitere Mittel aus dem IZBB-Programm beantragt für die notwendige Erweiterung der Cafeteria auf den erwarteten Zuwachs an Essen auf mehr als die doppelte Anzahl.

Die Übernahme von Artikeln und Interviews - auch auszugsweise und/oder bei Nennung der Quelle - ist nur nach Zustimmung der Online-Redaktion erlaubt.
Wir bitten um folgende Zitierweise: Autor/in: Artikelüberschrift. Datum. In: https://www.ganztagsschulen.org/xxx. Datum des Zugriffs: 00.00.0000

 

 


 
(Ende der inhaltlichen Zusatzinformationen)