Thema Alltagsrassismus

Anlässlich der Ereignisse in den USA gibt die Thomas-Morus-Akademie Bensberg Empfehlungen zur Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus. Ein Song der Schiller-Schule Höhr-Grenzhausen ist so aktuell wie eh und je.

Anlässlich der aktuellen Ereignisse in den USA gibt die Thomas-Morus-Akademie Bensberg Empfehlungen zur Auseinandersetzung mit strukturellem Rassismus. Dazu gehört der ARD-„Brennpunkt“ von Carolin Kebekus und Shary Reeves, in dem Politiker*innen, Schauspieler*innen, Moderator*innen, ein Fußballer und andere über ihre Erfahrungen mit Rassismus sprechen. Beispiele aus deutschen Fußballstadien und dem öffentlichen Nahverkehr werden angesprochen, aber auch, dass eine junge Frau von einer Frauenärztin die Empfehlung erhält, „Trommelmusik“ als „Therapie“ für „afrikanische Frauen“ zu hören...

Die Rede „Für Demokratie – gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Terror“ der Vizepräsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages Aminata Touré vom 11. Mai 2020 bringt ebenfalls das Thema Alltagsrassismus zur Sprache. Für ZEIT online haben Vanessa Vu, Amna Franzke und Hasan Gökkaya „20 Empfehlungen, um weniger rassistisch zu sein“ zusammengestellt, die in der Serie Alltagsrassismus veröffentlicht wurden.

Eine Empfehlung gilt schließlich dem Meisterwerk des jüngeren politischen Kinos: dem Dokumentarfilm „I am not your Negro“, der aus Sicht des amerikanischen Schriftstellers James Baldwin den Bogen von der Bürgerrechtsbewegung der 1950er und 1960er Jahre bis zu „Black Lives Matter“ spannt. Er ist unter anderem in der Mediathek der Bundeszentrale für politische Bildung anzuschauen.

Zu den Ganztagsschulen, über die www.ganztagsschulen.org berichtet, gehören auch immer wieder Schulen des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Zur Verleihung des Zertifikats an das Gustav-Stresemann-Gymnasium Bad Wildungen 2019 mahnte der hessische Kultusminister Prof. Alexander Lorz: „Diskriminierung hat dabei viele Erscheinungsformen. Ob auf offener Straße geäußert, verdeckt unter einem Pseudonym in den sozialen Medien oder als derber Herrenwitz unter Freunden und Kollegen: Allen gemein ist die Abwertung und Ausgrenzung des Anderen. Bei der Vermittlung von Weltoffenheit und Toleranz nehmen Schulen deshalb auch weiterhin eine besondere Rolle ein.“

Dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gehören bundesweit über 3.000 Schulen an Die Aufnahme ist eine Selbstverpflichtung der gesamten Schule, gegen Diskriminierung einzutreten, durch regelmäßige Projekte für die Problematik zu sensibilisieren und über die Schule hinaus Verantwortung zu übernehmen. Das Netzwerk bietet außerdem eine Reihe von Unterrichtsmaterialien zum Thema.

„Wir sind sensibler geworden für rassistische Sprüche“, sagt eine Schülerin des Eldenburg-Gymnasiums Lübz, die am Projekt, das als Wahlpflichtkurs in den Klassen 9 und 10 und als Ganztags-AG angeboten, wird, teilnahm, auf dem Ganztagsschulkongress „Ganztägig lernen für die Zukunft“ Mecklenburg-Vorpommern. Die Schule Finowfurt ist schon seit 2004 „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Schulleiterin Iris Kosanke betont: „Das heißt nicht, dass wir keine Probleme haben, sondern das heißt, dass wir uns diesen Sachen stellen.“

Zu den Netzwerkschulen gehören neben vielen anderen auch das Thomas-Morus-Gymnasium Oelde, das Albertus-Magnus-Gymnasium Regensburg, die Regionale Schule am Lindetal, die Carl-August-Musäus-Schule Weimar, die Brüder-Grimm-Schule Steinau oder die Grundschule Mahndorf in Bremen.

Die Schiller-Schule Höhr-Grenzhausen, eine Ganztagsschule mit dem Schwerpunkt Lernen und ganzheitliche Entwicklung, hat 2016 mit einer besonders beeindruckenden „Aktion gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ auf sich aufmerksam gemacht.

Der Song „Rassismus fängt zu Hause an“, den Laura und Angelika mit dem Musikpädagogen Bernd Keffer und den Schülerinnen und Schülern ihrer Schule sowie Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Höhr-Grenzhausen und Bürgermeister Thilo Becker, den Kirchengemeinden, der Polizei, der Ernst-Barlach-Realschule plus, der Goethe-Schule, dem Gymnasium im Kannenbäckerland und einem Kindergarten als Video produziert haben, ist so aktuell wie eh und je und in seiner Qualität ebenso wie in seiner Botschaft nachahmens- und empfehlenswert!

Quellen: Thomas-Morus-Akademie Bensberg, Hessisches Kultusministerium

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