FILMERNST Brandenburg: „Sehen lernen“

FILMERNST Brandenburg setzt sich für die Filmbildung ein und hält Schulen bis zum Neustart der Kinos auf dem Laufenden – auch mit „Übungen“ zur Filmbildung zu Hause.

30 Filme standen im Programm der 14. SchulKinoWochen im Land Brandenburg – organisiert und gestaltet in Kooperation von VISION KINO, dem bundesweiten Netzwerk für Film- und Medienkompetenz, und FILMERNST Brandenburg, der Initiative des Filmverbandes Brandenburg e.V. und des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM).

Seit 2004 macht sich FILMERNST Brandenburg für den Einsatz künstlerisch anspruchsvoller und medienpädagogisch wertvoller Kinder- und Jugendfilme zur Förderung von Medienkompetenz stark, einschließlich Begegnungen mit Filmschaffenden, Wissenschaftlern, Zeitzeugen. Geboten werden „Programmfilme“ mit konkreten Terminen in Kinos und „Wunschfilme“, die Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer Unterrichtseinheit oder einer Projektwoche sehen können.

Doch wie viele Engagierte in der Kino- und Filmbildung musste sich FILMERNST Brandenburg etwas einfallen lassen, um die Zeit der Kinoschließungen zu überbrücken. Mit seinem lebendigen Newsletter bleiben Filmfreunde auf dem Laufenden – und das mit Humor. Etwa, wenn es heißt: „Die berühmte Elternfrage: ‚Wie war's in der Schule?’ – mit der knappsten aller Antworten: ‚Gut!’ – können sich die Eltern nun selbst beantworten...“

Filmbildung ist weiterhin möglich, beispielsweise mit den „Übungen“, die der Newsletter enthält: Zum Trickfilm für Kinder „Latte Igel und der magische Wasserstein“ (D 2019) gibt es Bastelvorlagen für ein Daumenkino und ein Filmbild-Puzzle, zum Film „Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess“ (D 2019) Anregungen für eine Bildgeschichte, die Gestaltung einer Collage und eine Seh-Übung „Optische Täuschung“. Weitere Übungen gibt es zu den Filmen „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ (D 2019) und „The Peanut Butter Falcon“ (USA 2019). Und dann ist da noch die Übung „Sehen lernen“.

„In der aktuellen Situation wird uns schmerzlich bewusst, wie wichtig der kulturelle und diskursive Ort Kino ist! Gleichzeitig wollen wir die Zeit als Chance begreifen, auf die Vielfalt der Online-Filmbildungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen, die in den privaten (Lern)Räumen genutzt werden können‟, so Leopold Grün, Geschäftsführer von VISION KINO, des Netzwerks, das die SchulKinoWochen in Kooperation mit Partnern in den 16 Bundesländern ausrichtet.

Auch VISION KINO bietet für Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen vielfältige Anregungen für Aktivitäten zu Hause, etwa für ein „Filmtagebuch“, ein „Würfelspiel zur Filmerschließung“ , „Animationsfilme aus Knete“, „Einen Film mit dem Smartphone drehen“, „Ein Storyboard zeichnen“, „Ein Filmprogramm kuratieren (zusammenstellen)“ oder „Ein Musikvideo selber drehen“. Sogar junge Maskenbildner und Kostümbildner kommen zum Zuge. Kinder und Jugendliche können die Anregungen und Vorschläge je nach Alter ohne oder mit nur wenig Unterstützung umsetzen. Dabei wird Filmwissen, kritisches Denken, Kreativität, Lese- und Schreibfähigkeit, Feinmotorik und vieles mehr gefördert.

VISION KINO realisiert außerdem im Rahmen der Wissenschaftsjahre und gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung innerhalb der bundesweiten SchulKinoWochen ein Filmprogramm zu den jeweiligen Forschungsschwerpunkten. 2020 ist das Thema „Bioökonomie“.

VISION KINO ist „vorsichtig optimistisch, dass sich bis zum November die Abläufe in Schulen und Kinos zumindest soweit eingespielt haben, dass Schulkino-Veranstaltungen grundsätzlich möglich sein werden“. Aktuell werden auch alternative Veranstaltungsformate vorbereitet, „damit die Filmbildungsnetzwerke zwischen Schulen, Kinos und außerschulischen Partnern erhalten bleiben“.

Der Neustart der Kinos hat nun – mit Hygiene- und Abstandsregelungen – in einigen Bunderländern bereits begonnen. Der Betreiber der „Parklichtspiele Buckow“ im Landkreis Märkisch-Oderland, einem der Schulkino-Partner in Brandenburg, hat Ende März an FILMERNST geschrieben: „Ich habe heute zum ersten Mal zwei Stunden den Projektor laufen lassen, lange Stillstandszeiten sind für die Technik auch nicht so einfach zu verkraften.“

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