Studie „JuCo“: Wie geht es Jugendlichen?

In einer bundesweiten Studie „JuCo“ der Universität Hildesheim und der Goethe-Universität Frankfurt wurden rund 6.000 Jugendliche befragt, wie sie die derzeitige Situation erleben.

Ein Forschungsteam des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim und der Goethe-Universität Frankfurt hat in einer bundesweiten Studie Jugendliche ab 15 Jahren befragt, wie sie die derzeitige Situation der Corona-Krise erleben. Es haben sich etwa 6.000 Jugendliche in sehr kurzer Zeit beteiligt, um von ihren Erfahrungen und Perspektiven während der Corona-Krise zu berichten.

Zwei Ergebnisse stechen für das Forscherteam heraus: „Jugendliche wollen nicht nur auf die Rolle als Homeschooler*in reduziert werden.“ Und: „Die Jugendlichen sehen nicht, dass sie mit ihren Anliegen Gehör finden.“ Laut dem Forschungsteam haben die Jugendlichen die Befragung auch genutzt, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. „Dies sehen wir auch daran, wie viele Jugendliche die Freitextfelder ausgefüllt haben, die es auch im Fragebogen gibt“, berichtet Anna Lips aus der Auswertungsarbeit. „Schon daran kann abgelesen werden, wie groß das Bedürfnis ist, gehört zu werden.“

Ein Auszug: „Zunächst einmal lässt sich festhalten, dass die jungen Menschen in vielen Bereichen hohe Zufriedenheitswerte angeben. Es zeigt sich aber auch, dass trotz guter sozialer Beziehungen und Kontakte die persönliche Situation von jungen Menschen oftmals mit Einsamkeitsgefühlen, Verunsicherung und Überforderung einhergeht. Es zeichnet sich beispielsweise ab, dass es auch für junge Menschen sehr herausfordernd ist, ausschließlich digital Kontakt zu halten und den Lebensalltag neu zu strukturieren.“ (S. 16)

Der Forschungsverbund „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“ setzt sich zusammen aus dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Stiftung Universität Hildesheim und dem Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung an der Universität Frankfurt in Kooperation mit der Universität Bielefeld. Entstanden sind darin bisher die bundesweite Studie „JuCo“ zu den Erfahrungen und Perspektiven von jungen Menschen während der Corona-Maßnahmen sowie die bundesweite Studie „KiCo“ zu den Erfahrungen und Perspektiven von Eltern und ihren Kindern während der Corona-Maßnahmen.

Andresen, S., A. Lips, R. Möller, T. Rusack, W. Schröer, S. Thomas & J. Wilmes (2020): Erfahrungen und Perspektiven von jungen Menschen während der Corona-Maßnahmen. Erste Ergebnisse der bundesweiten Studie JuCo. Hildesheim: Universitätsverlag. hier 

Quelle: Pressestelle der Universität Hildesheim/ Isa Lange

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