Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen - StEG

Im Mittelpunkt der Begleitforschung steht die "Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen - StEG". Dem StEG-Konsortium gehören an: Prof. Dr. Klieme (Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung Frankfurt am Main), Prof. Dr. Rauschenbach (Deutsches Jugendinstitut München) und Prof. Dr. Holtappels (Institut für Schulentwicklungsforschung Dortmund) und Prof. Dr. Stecher (Justus-Liebig-Universität Gießen). Das Konsortium wird beratend begleitet durch einen Länderbeirat sowie einen Wissenschaftlichen Beirat.

Die Förderung der Studie bietet die einmalige Gelegenheit, eine bildungspolitische Maßnahme von ihrer Einführung an empirisch zu begleiten, um Entwicklungspotenziale und -bedarfe sowie Effekte und Wirkungen genauer zu bestimmen. Die Ergebnisse sind wichtig für die Weiterentwicklung unseres Bildungssystems insgesamt.

Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen – StEG 2005-2011

Mit der "Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen – StEG“ wurden von 2005 bis 2011 erstmals in Deutschland systematisch und im Längsschnitt empirische Daten zu Struktur, Entwicklung und Wirksamkeit von schulischen Ganztagsangeboten erhoben. In der ersten Laufzeit wurden in drei Erhebungswellen (2005, 2007, 2009) umfassende Befragungen von pädagogischen Fachkräften, Schul- und Projektleitungen, Schülerinnen und Schülern, Eltern und außerschulischen Kooperationspartnern durchgeführt. An der Studie nahmen 14 Bundesländer teil.

Das Design der "Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen" ist nicht primär darauf angelegt, die Effekte der Förderung in der Ganztagsschule mit Blick auf schulische Leistungs- und kognitive Kompetenzentwicklung zu erheben. Die Studie hat jedoch einige Instrumente (Schulnoten, Kognitiver Fähigkeitstest im sprachlichen Bereich) implementiert, die eine Annäherung an Daten zur Leistungsentwicklung erlauben. Darüber hinaus lassen sich näherungsweise auf der Basis von Selbstauskünften der Schülerinnen und Schüler zum Lernnutzen der außerunterrichtlichen Angebote auch Aussagen über die lernbezogene Wirkungsqualität der Ganztagsangebote treffen.

Die Studie zielt weiterhin auf die Erfassung eines möglichst breiten Spektrums von Schülerkompetenzen und  merkmalen (soziale Kompetenzen wie prosoziales Verhalten und Perspektivenübernahme, Lernmotivation, Selbstkonzeptentwicklung, Schulfreude und andere), die in engem Zusammenhang mit der Leistungsentwicklung von Schülerinnen und Schüler stehen. Damit wird ein breiter Rahmen von Kompetenzen und entwicklungsrelevanten Merkmalen erfasst.

Neben schulbezogenen Auswirkungen steht im Mittelpunkt der Studie die Frage, wie sich die Teilnahme an schulischen Ganztagsangeboten auf das Freizeit- und Familienleben der Schülerinnen und Schüler auswirkt.

Die Nutzung von Ganztagsangeboten ist sowohl von individuellen Merkmalen der Schülerinnen und Schüler (die weit überwiegend über die Teilnahme mitentscheiden), der Eltern als auch von den Kontextbedingungen der Schulen abhängig. Insbesondere ist die Qualität der Ganztagsangebote entscheidend, wobei die Teilnahmezahlen anderseits auch Rückwirkungen auf die Angebotsbreite und -qualität haben.

Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen – StEG 2012-2015

Von 2012 bis 2015 wird die Studie unter Beteiligung aller 16 Länder weitergeführt. Schwerpunkt sind in der zweiten Förderphase Qualität und Wirkungen der Ganztagsangebote, die auch eine Voraussetzung für die Akzeptanz und Nutzung sind. Gefragt wird, wie erfolgreiche Ganztagsangebote optimal gestaltet werden können und welche spezifischen Organisationsfaktoren sich positiv auf die individuelle Entwicklung der Schüler auswirken. Da die Ganztagsangebote freiwillig und meist im Halbjahresrhythmus genutzt werden, ist es erforderlich, deren Wirkungen in kürzeren Erhebungszyklen und nach Art des jeweiligen Angebots zu prüfen. Die Studie ist wie folgt angelegt:

  1. Repräsentative Erhebung zur aktuellen Ganztagsschulsituation in Deutschland (Schulleitungsbefragung) unter Teilnahme aller 16 Länder mit neuer Schulstichprobe aufgrund der seit 2005 erheblich veränderten Organisations- und Angebotsstruktur (2012 und 2015),
  2. Vertiefende Untersuchungen der Angebotsqualität und deren Wirkung auf die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler (ab 2013). Zwei Teilstudien untersuchen für die Primarstufe und die Sekundarstufe I die Qualität von Lese- und Sprachförderangeboten, im Primarbereich werden naturwissenschaftliche Angebote ebenfalls in den Blick genommen. Eine dritte Teilstudie untersucht die Wirkungen des Ganztagsschulbesuchs auf den Übergang von der Schule in die Ausbildung. Gegenüber der Vorgängerstudie wird die Studie methodisch ergänzt um eine Interventionsstudie sowie um vertiefende qualitative Fallstudien.

Lesen Sie mehr auf der StEG -Homepage und auf dem BMBF-Portal.

 

 


 
(Ende der inhaltlichen Zusatzinformationen)