Neue KMK-Statistik für Ganztagsschulen 2018/2019

Die aktuelle Ganztagsschulstatistik der Kultusministerkonferenz ist online verfügbar.

Die aktuelle Statistik der Kultusministerkonferenz „Allgemeinbildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland – Statistik 2014 bis 2018“ liegt vor und ist online abrufbar.

Wie in den Vorjahren wird die steigende gesellschaftliche Bedeutung schulischer Ganztagsangebote in Deutschland hervorgehoben. Als Ursachen dafür werden der hohe Bedarf nach ganztägiger Betreuung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die durch PISA angeregte Diskussion über die besten Rahmenbedingungen für schulisches Lernen gesehen. Ausdrücklich wird auf die Impulse durch das Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ (2003–2009) hingewiesen. „Die in vielen Ländern entwickelten Konzepte und Maßnahmen zum Ausbau des Ganztagsschulbetriebs im Primar-und Sekundarbereich I fanden in der vorliegenden Analyse der Jahre 2014 bis 2018 ihren Niederschlag“, heißt es im Vorwort. 

Nach der aktuellen Statistik für das Schuljahr 2018/2019 ist die bundesweite Zahl der Ganztagsangebote seit der erstmaligen amtlichen Zählung der Kultusministerkonferenz im Schuljahr 2002/2003 in diesem Jahr gegenüber dem Vorjahr erstmals leicht zurückgegangen. 

Die Zahl der am Ganztag teilnehmenden Schülerinnen und Schüler hat sich wiederum kontinuierlich weiter erhöht.

18.236 schulische Verwaltungseinheiten im Primarbereich und in der Sekundarstufe I (67,8 %) verfügten im Schuljahr 2018/2019 über Ganztagsangebote (2002/2003: 4.951 = 16,3 %; 2017/2018: 18.686 = 69 %). Die höchsten Anteile verzeichnen nach der Statistik die Länder Sachsen (97,6 %), Saarland (96 %), Hamburg (95,6 %), Rheinland-Pfalz (90,8 %), Berlin (88,5 %), Thüringen (75,7 %), Nordrhein-Westfalen (71,1 %) und Bayern (69 %). Die Zahl der Schulen mit Ganztagsbetrieb stieg auch gegenüber dem Vorjahr weiter in Berlin, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Schleswig-Holstein.

Nach Schularten haben die Integrierten Gesamtschulen mit 89 % weiterhin die höchsten Anteile an Ganztagsschulen, gefolgt von den Schularten mit mehreren Bildungsgängen (81,6 %), Förderschulen (75 %), Hauptschulen (72,4 %), und Gymnasien (64,3 %). 

Der Anteil der Grundschulen mit Ganztagsbetrieb hat sich mit 67,5 % – bei Unterschieden zwischen den Ländern von 100 % bis 27,8 % – immerhin seit 2002 versechsfacht. Die absolute Zahl der Grundschulen mit Ganztagsbetrieb stieg weiter in Baden-Württemberg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein.

Im Schuljahr 2018/2019 nahmen bundesweit über 3,26 Millionen Schülerinnen und Schüler am Ganztagsschulbetrieb teil, das sind 45 % aller Schülerinnen und Schüler im Primarbereich und in der Sekundarstufe I und damit mehr als im Vorjahr (3,18 Mio.). Im Schuljahr 2002/2003 waren es nach der ersten amtlichen Zählung der Kultusministerkonferenz gerade einmal 133.506 Schülerinnen und Schüler (9,8 %). 

Die höchsten Teilnahmequoten verzeichneten im Schuljahr 2018/2019 die Länder Hamburg (93,5 %), Sachsen (81,7%), Berlin (64,9 %), Thüringen (54 %) und Nordrhein-Westfalen (51,5 %). Die absolute Zahl der Schülerinnen und Schüler, die am Ganztagsschulbetrieb teilnehmen, ist besonderes in Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen gestiegen, aber auch in Berlin, Hamburg, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Thüringen und im Saarland.

Nach Schularten stieg die Teilnahmequote mit zwei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr am stärksten in Schulen mit mehreren Bildungsgängen (63,1%; Vorjahr: 61,5 %; 2002: 3,7%). Die Teilnahme in Gymnasien (35,8%; Vorjahr: 34,4 %; 2002: 3,9%) ist ebenfalls weiter gestiegen, ebenso in Integrierten Gesamtschulen (76,6%). Auch die Teilnahme in Grundschulen ist 2018/2019 mit 1.177.104 Schülerinnen und Schülern (=42,2%) absolut und prozentual weiter gestiegen und hat sich seit 2002 verzehnfacht (2002: 4,2%). 

Nach Organisationsformen dominiert die offene Ganztagsschule bei Grundschulen und Gymnasien. Die teilgebundene und die voll gebundene Form wählen eher Schulen mit mehreren Bildungsgängen, IGS und Förderschulen. Insgesamt hat sich die Zahl voll gebundener Ganztagsschulen aber kaum erhöht, bei Schulen mit mehreren Bildungsgängen und Hauptschulen sind sogar Rückgänge (zugunsten teilgebundener und offener Modelle) zu verzeichnen.

Quelle: Kultusministerkonferenz

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