Sachsen-Anhalt: Außerschulische Lernorte Öko-Schulen ausgezeichnet

Das Netzwerk der Öko-Schulen Sachsen-Anhalts wurde als eine der herausragenden Bildungsinitiativen für nachhaltige Entwicklung vom BMBF und der Deutschen UNESCO-Kommission ausgezeichnet.

Das Netzwerk der Öko-Schulen Sachsen-Anhalts gehört zu den 36 Netzwerken, die Ende November 2019 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Deutschen UNESCO-Kommission bundesweit für ihr herausragendes Engagement für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ausgezeichnet wurden.

Die Öko-Schulen in Sachsen-Anhalt sind vom Bildungsministerium anerkannte außerschulische Lernorte, die beispielsweise Schulklassen die Möglichkeit bieten, Unterrichtstage, Projekte bis hin zu Projektwochen zu ökologischen Themen durchzuführen. Das Netzwerk der Öko-Schulen wird von der Pädagogischen Arbeitsstelle BNE am Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA) koordiniert. 

Die Öko-Schulen fördern Lernprozesse wie das Erfahren, Entdecken und Erforschen, aber auch Bewegung, Sinneswahrnehmung und Erkenntnis im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. An jeder Öko-Schule gibt es Multiplikatoren, die einen hohen Qualitätsstandard der BNE gewährleisten. Durch die Kooperation mit Imkereien, Waldschulen oder Museen werden den Lernenden die für nachhaltiges Handeln notwendigen Gestaltungskompetenzen vermittelt.

„Die Öko-Schulen Sachsen-Anhalts sind ein etabliertes Netzwerk, das unübersehbar zu einer Verankerung der Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Region beiträgt“, lobte Bildungsminister Marco Tullner die Arbeit des Netzwerkes.

Ein Beispiel ist die Ökologie-Schule Halle-Franzigmark, die aus einer der früheren „Stationen der Jungen Naturforscher und Techniker“ hervorging, einer außerschulischen Bildungseinrichtung zur Begabungsförderung in den naturwissenschaftlichen Fächern mit eigens angestellten Lehrkräften, von denen es in der DDR 1983 insgesamt 192 Standorte gab. Nach der Wiedervereinigung entstanden daraus für Halle und den Saalkreis das Schulumweltzentrum Franzigmark mit der Öko-Schule und dem Schullandheim. Sieben vom Land abgeordnete Lehrkräfte unterrichten circa ihre halbe Pflichtstundenzahl in dieser Einrichtung. Angeboten werden spezielle ökologische Themen zur Biologie, Chemie, Physik, Geographie, Technik und Sachkunde. 

Der Unterricht ist praxisorientiert und wird von zahlreichen experimentellen Versuchen begleitet. Gemäß den Rahmenrichtlinien der verschiedenen Klassenstufen werden ökologische Untersuchungen in verschiedenen Themenbereichen durchgeführt. Das über 300 ha große ehemalige Naturschutzgebiet „Franzigmark“ bietet auch hervorragende Voraussetzungen für den Freilandunterricht. Lebensräume wie Trockenrasen, Hecken, Feldgehölze und Obstwiesen finden sich neben Schilfflächen, Weihern und Fließgewässern. Mehr als 90 Tier- und Pflanzenarten der Roten Liste Deutschlands wurden bisher nachgewiesen. Ein weiterer Schwerpunkt der Ökologie-Schule sind die erneuerbaren Energien.

Die Öko-Schule Kunrau wurde 1991 durch die damaligen Landkreise Haldensleben, Klötze und Gardelegen sowie den WWF Deutschland gegründet. Sie bietet fächerübergreifenden naturwissenschaftlichen Unterricht im Freiland, im Umweltlabor und einer Umweltmediathek zu Themen des Heimat- und Sachkundeunterrichts, der Biologie, Chemie und Physik. Im Biosphärenreservat Drömling werden naturwissenschaftliche Kenntnisse hautnah vermittelt. Außerdem werden Fortbildungskurse für Lehrer angeboten.

Die Öko-Schule Ronney liegt im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe. Ihr Träger ist der Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Die Ökoschule mit speziell ausgebildeten Lehrkräften begleitet als außerschulischer Lernort in enger Zusammenarbeit mit dem Umweltzentrum Ronney unter dem Motto „Raus aus der Schule! Natur erleben, erforschen und von ihr lernen" Schulklassen, Projektgruppen und Arbeitsgemeinschaften zu ökologischen, umwelt- und naturschutzrelevanten Themengebieten.

Insgesamt wurden bundesweit 100 herausragende Bildungsinitiativen für nachhaltige Entwicklung – 55 Lernorte, 36 Netzwerke und 9 Kommunen –, die als Vorreiter einen beispielhaften Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung in Deutschland leisten, ausgezeichnet.

Quellen: Ministerium für Bildung Sachsen-Anhalt, Lernort Öko-Schule

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