Hamburg: Projekt „Schule mit Recht“

Die Nachfrage zum Projekt „Schule mit Recht“ ist auf beiden Seiten hoch: 171 juristische Praktikerinnen und Praktiker und 61 Hamburger Schulen beteiligen sich, um ein besseres Verständnis für den Rechtsstaat und seine Werte zu vermitteln.

Wie funktioniert unser Rechtsstaat? Welche Regeln gelten im Internet? Wie läuft ein Strafprozess ab? 

Hamburger Schülerinnen und Schüler fragen - juristische Praktikerinnen und Praktiker antworten. Das Projekt „Schule mit Recht“ erfreut sich großer Beliebtheit und hat Schülerinnen und Schüler zu einer fiktiven Gerichtsverhandlung eingeladen. „Schule mit Recht“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Justiz- und Schulbehörde sowie des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung. Praktikerinnen und Praktiker des Rechtssystems – aus Gerichten, Staatsanwaltschaften, Anwaltskanzleien, Notariaten, Verwaltung – geben in Schulen ihre praktischen Erfahrungen, Sichtweisen und ihr Verständnis unseres Rechtssystems weiter. 

Die Nachfrage ist auf beiden Seiten hoch. Zurzeit beteiligen sich 171 juristische Praktikerinnen und Praktiker und 61 Hamburger Schulen. Die Unterrichtseinheiten beschränken sich bei „Schule mit Recht“ nicht nur auf frontalen Unterricht. Auch Ausflüge und ganze Projektwochen sind möglich. Die Schülerinnen und Schüler können Gerichtsverhandlungen besuchen, die gemeinsam vor- und nachbereitet werden. 

„Es macht einfach einen Unterschied, ob über Recht und Gesetze im Unterricht nur gesprochen oder eine echte Gerichtsverhandlung mit menschlichen Schicksalen unmittelbar erlebt wird", sagt Kartika Dahlbender, Lehrerin am Albert-Schweitzer-Gymnasium. „Ich möchte den Schülerinnen und Schülern einen authentischen Einblick in die Arbeit der Justiz und einen Kontakt zu den Personen vermitteln, die für die Justiz arbeiten. Ich bin davon überzeugt, dass der unmittelbare Austausch wesentlich dazu beiträgt, dass die Schülerinnen und Schüler ein besseres Verständnis für unseren Rechtsstaat und seine Werte erhalten.“

Justizsenator Dr. Till Steffen: „Seit der Bekanntmachung des Projekts ist viel passiert. Richter und Anwaltskolleginnen und -kollegen haben Unterrichtseinheiten gegeben, Schülerinnen und Schüler haben Gerichtsverhandlungen besucht oder selbst welche nachgespielt. Wir erhalten immer wieder positives Feedback sowohl von Seiten der Schulen als auch von Seiten der Praktikerinnen und Praktiker. Die hohe Resonanz und die Vielzahl der Anmeldungen und Matches haben uns beeindruckt. Das zeigt uns, dass wir mit 'Schule mit Recht' einen Nerv getroffen haben.“

Bildungssenator Ties Rabe: „Eine gute Schule fördert die Entfaltung der Persönlichkeit und bereitet zugleich auf das Leben in unserer Gesellschaft und im Alltag des Wirtschafts-, Berufs- und Freizeitleben vor. Für die Schulbehörde umfasst diese gesellschaftliche Bildung auch immer die rechtliche Dimension. Mit dem Angebot 'Schule mit Recht' können Schülerinnen und Schüler von juristischen Fachleuten direkt aus erster Hand erfahren, worauf bei Verträgen geachtet werden muss, welche praktischen Auswirkungen die Grundrechte haben oder wie die Strafbemessung im Urteil erfolgt und noch vieles anderes mehr. Wir werden in allen Hamburger weiterführenden Schulen weiter für dieses attraktive Projekt werben.“

Christoph Schoenfeld, Präsident des Finanzgerichts und Vizepräsident des Verfassungsgerichts, bereitete die fiktive Gerichtsverhandlung der Schülerinnen und Schüler vor und zeigte sich ebenfalls begeistert: „Für mich ist es ein hohes Gut, dass in unserem Land unabhängige Gerichte Recht sprechen und dass jede und jeder, die oder der sich durch die öffentliche Gewalt oder Dritte in seinen Rechten verletzt fühlt, gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen kann. Das möchte ich den Schülerinnen und Schülern vermitteln. Dafür brennt mein Herz!“

Quelle: Justizbehörde Hamburg

 

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