Hessen: Gustav-Stresemann-Gymnasium wird „Schule ohne Rassismus“

Das Gustav-Stresemann-Ganztagsgymnasium in Bad Wildungen hat für sein partizipatives Projekt das Zertifikat „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ erhalten.

„Jüngste Vorfälle wie der in Halle zeigen, dass Rassismus und Antisemitismus in unserer Gesellschaft noch immer nicht überwunden sind“, erklärte Kultusminister Alexander Lorz bei der Verleihung des Zertifikats „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an das Gustav-Stresemann-Gymnasium Bad Wildungen

„Diskriminierung hat dabei viele Erscheinungsformen. Ob auf offener Straße geäußert, verdeckt unter einem Pseudonym in den sozialen Medien oder als derber Herrenwitz unter Freunden und Kollegen: Allen gemein ist die Abwertung und Ausgrenzung des Anderen. Bei der Vermittlung von Weltoffenheit und Toleranz nehmen Schulen deshalb auch weiterhin eine besondere Rolle ein. Es freut mich, dass sich immer mehr Schulen in Hessen mit der Teilnahme am Netzwerk verpflichten, für Weltoffenheit zu streiten und diskriminierendes Verhalten auf dem Schulhof oder im Alltag in die Schranken zu weisen“, so Lorz. 

Dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ gehören in Hessen 125 und bundesweit über 2.800 Schulen an. Die Aufnahme ist gleichsam eine Selbstverpflichtung der gesamten Schulgemeinde, gegen Diskriminierung einzutreten, durch regelmäßige Projekte für die Problematik zu sensibilisieren und über die Schule hinaus Verantwortung zu übernehmen. In Hessen wird die Koordination des Projekts seit dem vergangenen Schuljahr durch die Bildungsstätte Anne Frank wahrgenommen.

Ihr Direktor, Dr. Meron Mendel, unterstrich bei der Verleihung die Bedeutung, die das Projekt für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen hat: „Das Besondere an diesem Projekt ist, dass es von den Kindern und Jugendlichen selbst getragen wird und innerhalb des Systems Schule partizipativ angelegt ist. Die Schülerinnen und Schüler übernehmen Verantwortung und setzen sich gemeinsam für ein tolerantes und solidarisches Miteinander ein. Das stärkt den Zusammenhalt der gesamten Schulgemeinschaft.“

„Mit dem Titel 'Schule ohne Rassismus' ehren wir nicht bereits Geleistetes, sondern richten gemeinsam mit der Schule den Blick auf aktuelle Herausforderungen wie Mobbing, Gewalt auf dem Pausenhof oder rassistische Parolen im Klassenchat“, ergänzte der Minister. „Indem Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und alle weiteren an Schule Beteiligten mit ihrer für die Aufnahme in das Netzwerk nötigen Unterschrift öffentlich dokumentieren, dass sie gegen Hass und Gewalt einstehen, setzen sie bereits ein wirksames Zeichen. Ich danke dem Gustav-Stresemann-Gymnasium zu diesem mutigen Schritt und nehme gleichzeitig alle bereits teilnehmenden Schulen in die Pflicht, wachsam zu bleiben und sich nicht auf einmal Erreichtem auszuruhen.“

Quelle: Hessisches Kultusministerium

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