Sachsen: 10 Jahre Produktives Lernen

Seit zehn Jahren gibt es den Schulversuch „Produktives Lernen“ an acht sächsischen Oberschulen. Er trägt dazu bei, dass abschlussgefährdete Schüler mindestens den Hauptschulabschluss erreichen.

Seit 10 Jahren gibt es in Sachsen das Produktive Lernen an acht Oberschulen. In den Schuljahren 2009/2010 bis 2018/2019 haben von insgesamt 834 abschlussgefährdeten Schülern 672 Schüler (81 Prozent) ihren Hauptschulabschluss erreicht. 

„Das ist ein großer Erfolg für die Schüler und Lehrer“, so Kultusminister Christian Piwarz. 18 Prozent von ihnen erreichten zusätzlich den qualifizierenden Hauptschulabschluss. 83 Prozent gaben am Ende der Klasse 9 eine klare Anschlussperspektive an. Ein halbes Jahr nach Verlassen des Produktiven Lernens befanden sich 44 Prozent der ehemaligen Schüler in einer Berufsausbildung. 61 Prozent von ihnen fanden ihren dualen Ausbildungsplatz über einen Praxisplatz.

Der im Schuljahr 2009/2010 gestartete Schulversuch ist ein Rettungsring für Schüler, die trotz zahlreicher Bemühungen keinen Erfolg in der Schule haben. „Jeder Schüler ohne Abschluss ist einer zu viel. Wir müssen die Leistung der schwächeren Schüler steigern und ihnen das Lernen wieder schmackhaft machen, denn in Sachsen zählt jeder Schüler!", betonte der Minister. Produktives Lernen sei für bestimmte Schüler und Schülerinnen ein alternativer Lernweg, um doch noch einen Abschluss zu erreichen. 

Derzeit lernen 220 sächsische Schüler und Schülerinnen an acht Oberschulen an zwei Tagen der Woche in der Schule, drei Tage verbringen sie an selbst gewählten Praxisplätzen. Mit der teilweisen Verlagerung des Unterrichts in die Praxis soll die Motivation der Schüler einen neuen Schub bekommen. „In der Praxis begreifen die Jugendlichen am besten, dass sie nicht für die Schule, sondern für ihr späteres Berufsleben lernen“, erklärte Piwarz und ergänzte: „Ohne die Unterstützung von Praxisbetrieben und Schulträgern und ohne das besondere Engagement der beteiligten Lehrer wäre der Schulversuch nicht umsetzbar gewesen.“

Seit dem Schuljahr 2018/2019 wird das Produktive Lernen als ein besonderer Bildungsweg zum Erwerb des Hauptschulabschlusses an ausgewählten Standorten als Regelangebot fortgeführt.

Produktives Lernen
•    Besonderer Bildungsweg für abschlussgefährdete Schüler der Klassenstufen 8 und 9
•    Der 2-jährige Bildungsgang ist in Trimester gegliedert (also pro Schuljahr 3 Etappen).
•    Schüler lernen an zwei Tagen in der Woche in der Schule, an drei Tagen in einem Unternehmen.
•    In jedem Trimester in einem anderen Betrieb, also: insgesamt 6 verschiedene Betriebe (die Jugendlichen können in Unternehmen, Verwaltungen, Vereine, soziale und kulturelle Einrichtungen gehen).
•    Die Stundentafel wird für diese Schüler verändert.
•    Unterrichtsfächer sind: Mathematik, Deutsch, Englisch, Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften und Kommunikation. Dazu gehört natürlich auch das Lernen in der Praxis, das ebenfalls bewertet wird.
 
Produktives Lernen wird an acht Oberschulen durchgeführt:
•    Dr.-Chr.-Hufeland-Oberschule Plauen
•    Georg-Schumann-Schule Leipzig
•    Georg-Weerth-Oberschule Chemnitz
•    Lessing-Oberschule Freital-Potschappel
•    Oberschule "Am Holländer" Döbeln
•    Oberschule „Am Stadtrand Hoyerswerda
•    Palitzsch-Oberschule Dresden
•    Helmholtzschule Leipzig

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus / Dirk Reelfs

 

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