Jakob Muth-Preis für fünf inklusive Schulen

Fünf Schulen erhalten am 25. September 2019 in Berlin den Jakob Muth-Preis für inklusive Schulen. Alle sind Ganztagsschulen.

Zehn Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention ist Inklusion an Schulen immer noch nicht flächendeckend umgesetzt. Der Jakob Muth-Preis zeichnet vorbildliche Schulen aus, denen Inklusion gelingt – oft in einem schwierigen Umfeld. In diesem Jahr wird der Jakob Muth-Preis an fünf Schulen verliehen. Die ausgezeichneten Schulen erhalten ein Preisgeld in Höhe von jeweils 3.000 Euro.

Die fünf Preisträger zeigen vorbildlich: Inklusion in der Schule kann gelingen. Der Bundesbehindertenbeauftragte Jürgen Dusel sagt: „Schule hat auch die wichtige Aufgabe, Kindern den Wert einer demokratischen Gesellschaft zu vermitteln. Zu einer guten Demokratie gehört, Vielfalt und Inklusion als Bereicherung zu sehen und zu leben. Demokratie braucht Inklusion. Deswegen ist inklusive Bildung so wichtig und sollte selbstverständlich sein: Es geht um Respekt, Partizipation, um Mitwirkung, um die aktive Gestaltung des eigenen Lebens. Für alle Schüler*innen - ob mit oder ohne Behinderung.“

Die Gemeinschaftsschule „Kulturanum“ in Jena hat die Jury durch die systematische Verbindung des inklusiven Lernens mit dem umfassenden kulturellen Bildungsangebot überzeugt. Zu den Stärken der Gemeinschaftsschule gehören das durchgängige Konzept des jahrgangübergreifenden und projektorientierten Lernens, die konsequente Einbeziehung des schulischen Umfelds sowie die gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Betrieben, Vereinen und weiteren Bildungseinrichtungen.

Die erst im Jahr 2012 aus vier Schulen fusionierte Friedenauer Gemeinschaftsschule in Berlin überzeugte mit dem Konzept der individuellen Förderung, der engen Verzahnung des Ganztagsangebots mit dem Unterricht sowie den vielfältigen Angeboten zur Berufsvorbereitung für Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf. Besonders hervorzuheben ist ihr Einfallsreichtum, um ihr umfassendes Inklusionsverständnis umzusetzen.

Der Schule An der Burgweide in Hamburg  gelingt es in einem sozialen Brennpunkt vorbildlich, Kinder mit unterschiedlichstem kulturellen Hintergrund und derzeit 29 Muttersprachen sowie mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf inklusiv zu unterrichten. Jahrgangsübergreifendes Lernen, individuelle Förderung, zahlreiche musikalische und künstlerische Angebote sowie eine systematische Elternarbeit gehören zum gelebten Selbstverständnis der sechsjährigen Grundschule.

Die Marie-Kahle-Gesamtschule in Bonn arbeitet mit der sogenannten Dalton-Methode, einem aus den USA stammenden Unterrichtskonzept, das inklusives Lernen vorbildlich unterstützt und begünstigt. Dabei arbeiten die Schülerinnen und Schüler autonom in ihrem eigenen Tempo und können Raum, Fach und Lernpartner selbstständig auswählen.

Der zum ersten Mal vergebene Publikumspreis geht an das Projekt „Herausspaziert“ der Matthias-Claudius-Gesamtschule in Bochum, einer Schule in freier Trägerschaft. Das Projekt zeigt in besonderer Weise, wie Schülerinnen und Schüler, mit und ohne Behinderungen, gemeinsam Herausforderungen außerhalb der Schulmauern meistern.

Der diesjährige Festakt, an dem die Schulen sowie das Schülerprojekt ausgezeichnet werden, findet am 25. September 2019 in der Zitadelle Spandau in Berlin statt.

Der Jakob Muth-Preis wird seit dem Jahr 2009 vom Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, der Deutschen UNESCO-Kommission und der Bertelsmann Stiftung vergeben. Insgesamt gab es seit der ersten Preisverleihung vor zehn Jahren etwa 700 Bewerbungen auf den Jakob Muth-Preis – rund 670 von Einzelschulen und knapp 30 von regionalen und lokalen Verbünden.

Quelle: (vollständige Pressemitteilung) Jakob-Muth-Preis


 

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