Hessen: Richtsbergschule Marburg ist „Inno Lab School“

Die Richtsberg-Gesamtschule Marburg wird künftig als „Inno Lab School“ einen wichtigen Akzent für die Weiterentwicklung kultureller Bildung an Schulen setzen.

Die Philipps-Universität hat der Richtsberg-Gesamtschule Marburg (RGS) einen besonderen Status verliehen: Als „Inno Lab School“ wird die Schule zukünftig enger mit der Universität Marburg zusammenarbeiten. Durch die Kooperation setzen die Richtsberg-Gesamtschule und die Philipps-Universität einen wichtigen Akzent für die bundesweite Weiterentwicklung kultureller Bildung an Schulen. An der feierlichen Ernennung der RGS am 9. Mai 2019 nahm auch Prof. Dr. R. Alexander Lorz, Hessischer Kultusminister, teil.

„Kulturelle Bildung an Schulen hat an der Philipps-Universität einen besonderen Status“, sagte Prof. Dr. Katharina Krause, Präsidentin der Universität Marburg, in ihrem Grußwort. „Mit dem Weiterbildungsmaster, den wir seit 2014 anbieten, stärken wir das Vertrauen der Studierenden in das eigene ästhetische und künstlerische Handeln und befähigen sie, das Potenzial von Schulen im kulturellen Feld besser auszuschöpfen. Ich freue mich, dass die Richtsbergschule unseren Studierenden ermöglicht, die bildungstheoretischen Konzepte, die im Studium vermittelt werden, praktisch erproben zu können“, sagte Krause.

Thomas C. Ferber, Schulleiter der Richtsberg-Gesamtschule (RGS), sagte: „Wir sehen kulturelle Bildung als Konzept der umfassenden Schulentwicklung. In der Inno Lab School erhalten Studierende den nötigen Freiraum zum Experimentieren in der Lehrerausbildung.“

Zukünftig können sich Studierende des Weiterbildungsmasters (WBM) im Rahmen von Hospitationen an konkreten Entwicklungsfragen der RGS beteiligen und im interprofessionellen Miteinander mit dem Kollegium neue Konzepte entwickeln. Auch grundständigen Studierenden bietet die RGS in den Bereichen Theater, Tanz und Ästhetische Forschung eine projektorientierte Plattform, um ihr eigenes Lehrerhandeln in interdisziplinären Handlungszusammenhängen zu erproben.

Darüber hinaus wird der Forschungsschwerpunkt KulturSchule des Fachbereichs Erziehungswissenschaften der Philipps-Universität durch die Intensivierung der Zusammenarbeit weiterentwickelt.

Die vom WBM Kulturelle Bildung an Schulen (KuBiS) der Philipps-Universität Marburg ausgehende Initiative steht im Kontext der bundesweiten Bemühungen um kulturelle Schulentwicklung. So werden nahezu in allen Bundesländern gegenwärtig sogenannte Kulturschulen eingerichtet. „Das Landesprogramm KulturSchule – Hessen, zu dem auch die RGS gehört, und der Weiterbildungsmaster werden durch ihre konzeptionelle Arbeit in anderen Bundesländern als beispielhaft wahrgenommen“, sagte Oberstudienrat Christian Kammler, Geschäftsführer des WBM KuBiS.

Mit dem Programm „KulturSchule – Hessen“ unterstützt das Hessische Kultusministerium Schulen darin, ein künstlerisches Curriculum für die Jahrgänge 5 bis 10 zu entwickeln, ästhetische Handlungsweisen interdisziplinär in allen Fächern zu etablieren und somit mehr Raum und Zeit für Kunst und Kultur zu schaffen. Das Programm wird durch wissenschaftliche Begleitstudien der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Heike Ackermann vom Fachbereich Erziehungswissenschaften der Philipps-Universität Marburg unterstützt.

Hintergrund

Der zweijährige, berufsbegleitende Weiterbildungs-Masterstudiengang „Kulturelle Bildung an Schulen“ verfolgt das Ziel, kulturelle Bildung an Schulen zu stärken und nachhaltig zu verankern. Der Studiengang wird vom Fachbereich Erziehungswissenschaften der Philipps-Universität Marburg in Kooperation mit der Stiftung Nantesbuch (ehemals ALTANA Kulturstiftung) angeboten und richtet sich an Menschen unterschiedlicher Professionen: Lehrkräfte und Schulleiter ebenso wie Künstlerinnen und Künstler sowie Vermittlerinnen und Vermittler in Kultureinrichtungen wie beispielsweise Museumspädagoginnen und -pädagogen. Das Kultusministerium ist durch Minister Lorz im Beirat vertreten und unterstützt das Programm durch Stipendien.

Quelle: Hessisches Kultusministerium
 

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