Neue KMK-Statistik für Ganztagsschulen 2017/2018

Die aktuelle Ganztagsschulstatistik der Kultusministerkonferenz ist online verfügbar.

Die aktuelle Statistik der Kultusministerkonferenz „Allgemeinbildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland – Statistik 2013 bis 2017“ liegt vor und ist online abrufbar.

Wie in den Vorjahren wird die steigende gesellschaftliche Bedeutung schulischer Ganztagsangebote in Deutschland hervorgehoben. Als Ursachen dafür werden der hohe Bedarf nach ganztägiger Betreuung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die durch PISA angeregte Diskussion über die besten Rahmenbedingungen für schulisches Lernen gesehen. Ausdrücklich wird auf die Impulse durch das Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ (2003–2009) hingewiesen.

„Die in vielen Ländern entwickelten Konzepte und Maßnahmen zum Ausbau des Ganztagsschulbetriebs im Primar-und Sekundarbereich I fanden in der vorliegenden Analyse der Jahre 2013 bis 2017 ihren Niederschlag“, heißt es im Vorwort. Nach der aktuellen Statistik für das Schuljahr 2017/2018 hat sich die Zahl der Ganztagsangebote und die Zahl der am Ganztag teilnehmenden Schülerinnen und Schüler seit der erstmaligen amtlichen Zählung der Kultusministerkonferenz im Schuljahr 2002/2003 kontinuierlich erhöht:

18.686 schulische Verwaltungseinheiten im Primarbereich und in der Sekundarstufe I (69 % verfügten im Schuljahr 2017/2018 über Ganztagsangebote (2002/2003: 4.951 = 16,3 %). Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr betrug rund 1,5 Prozentpunkte.

Die höchsten Anteile verzeichnen nach der Statistik die Länder Sachsen (97,3 %), Saarland (96 %), Hamburg (95,6 %), Rheinland-Pfalz (89,4%), Berlin (82,4 %), Thüringen (76,3 %), Nordrhein-Westfalen (75,8 %) und Bayern (75,2%).

Nach Schularten haben die Integrierten Gesamtschulen mit 87,8 % weiterhin die höchsten Anteile an Ganztagsschulen, gefolgt von den Schularten mit mehreren Bildungsgängen (81,7 %), Förderschulen (74,4 %), Hauptschulen (72 %), und Gymnasien (64,2 %). Der Anteil der Grundschulen mit Ganztagsbetrieb hat sich mit 68,2 % – bei Unterschieden zwischen den Ländern zwischen 100 % und 26,8 % – seit 2002 versechsfacht.

Im Schuljahr 2017/2018 nahmen bundesweit knapp 3,2 Millionen Schülerinnen und Schüler am Ganztagsschulbetrieb teil, das sind 43,9 % aller Schülerinnen und Schüler im Primarbereich und in der Sekundarstufe I (2002: 9,8 %). Überdurchschnittliche Teilnahmequoten verzeichnen Hamburg (92,7 %), Sachsen (80,7%), Berlin (64,7 %), Thüringen (52,5 %), Nordrhein-Westfalen (50 %) und Brandenburg (49,3 %).

Nach Schularten stieg der Anteil teilnehmender Schülerinnen und Schüler am stärksten in Schulen mit mehreren Bildungsgängen, in denen fast zwei Drittel Ganztagsangebote nutzen (2002: 3,7 %; 2017: 61,5 %). Die Teilnahme in Grundschulen hat sich seit 2002 (4,2 %) verzehnfacht (2017: 41,7 %), ebenso in Gymnasien (2017: 34,3 %; 2002: 3,9 %).

Nach Organisationsformen dominiert die offene Form bei Grundschulen, Gymnasien, Realschulen und Hauptschulen. Die teilgebundene und die voll gebundene Form wählen eher Schulen mit mehreren Bildungsgängen, IGS und Förderschulen.

Quelle: Kultusministerkonferenz
 

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