Sächsischer Schulpreis verliehen

Sieben Schulen sind mit dem Sächsischen Schulpreis ausgezeichnet worden. Die Grundschule „Friedrich Schiller“ Radebeul und die Freie Christliche Schule Schirgiswalde erhielten den Sonderpreis „Schule im Ganztag“.

Für ihre herausragende Arbeit sind sieben Schulen mit dem „Sächsischen Schulpreis“ ausgezeichnet worden. „Der Schulpreis ist mehr als ein Dankeschön. Er drückt unsere Anerkennung und Wertschätzung aus. Ich wünsche mir, dass die Projekte durch den Preis noch mehr öffentliche Wahrnehmung erfahren und viele andere Schulen zum Nachahmen angeregt werden. Die Preisträgerschulen sind Schrittmacher in unserem Bildungswesen“, sagt Kultusminister Christian Piwarz.

Mit dem Schulpreis werden in Sachsen alle zwei Jahre Projekte ausgezeichnet, die über viele Jahre das Schulleben bereichern. Der Schulpreis wird in drei Kategorien, dotiert mit je 4.000 Euro, verliehen. Zudem gibt es drei Sonderpreise. Der Sonderpreis „Schule im Ganztag“ ist mit 4.000 Euro und der Sonderpreis „Europa in der Schule“ mit 2.000 Euro dotiert. Die Heraeus Bildungsstiftung vergibt zudem einen mit 4.000 Euro dotierten Sonderpreis „Persönlichkeit macht Schule“.

Das sind die Preisträger und ihre Projektarbeiten:

Kategorie „Grund- und Förderschule“
Förderzentrum „A. S. Makarenko“, Schule zur Lernförderung Dresden mit dem Projekt „Sächsische Geschichte erfahren, leben und weiter geben“

Es begann mit der Pflege von zwei Kriegsgefangenen-Gräbern auf einem Friedhof in Dresden durch die AG Geschichte. Dabei handelte es sich um gefallene Soldaten des 1. Weltkrieges. Die Schüler hatten so viele Fragen: Wer waren die Männer? Was hatte dazu geführt, dass die Franzosen hier in Dresden begraben werden mussten? Was waren die historischen Umstände? Die Schüler recherchierten und knüpften Kontakte. Nach und nach wurden immer mehr Schüler und Lehrer aber auch externe Partner in das Projekt einbezogen. Das Projekt lebte plötzlich nicht nur von trockener Theorie. Im Jahr 2014 gab es eine erste Reise von Schülerinnen und Schülern nach Frankreich, weitere Reisen folgten. Doch das Projekt ist noch nicht am Ende. Auf dem Plan stehen noch die Übersetzung eines Buches und das Nachspielen eines Fußballspiels an historischer Stätte. Was bedeutet das alles für die Schule und für die Schüler? Persönliches Erleben von Geschichte, die spannend sein kann, Konfrontation mit Herausforderungen und mit Geschichte vor Ort, sich in Situationen beweisen zu müssen, auf die Kraft der Gruppe zu vertrauen und dabei Teamgeist und Sinn für das Gemeinwohl, Respekt und Toleranz für Menschen anderer Länder zu entwickeln. Die langjährige Projektarbeit hat positive Auswirkungen auf das Schulklima. Einhellige Meinung der Jury: Das Projekt lässt Schüler zu selbstbewussten, geschichtsinteressierten, toleranten und teamfähigen Menschen reifen, die sich mit der Schule identifizieren.

Kategorie „Oberschule“
Oberschule „Am Flughafen“ in Chemnitz mit dem Projekt „Demokratisches Handeln entwickeln“

Kern des Projektes ist es, die demokratische Mitwirkung und Eigenverantwortung von Schülern zu stärken. Die Schule versteht sich als Wertegemeinschaft. Regeln sind klar definiert und transparent. Sie wurden gemeinsam entwickelt und werden von mehreren basisdemokratischen Gremien wie dem Klassenrat und dem Schulgericht kontrolliert. Dabei greift die Schule auf eine große Gruppe von Klassensprechern, ihren Stellvertretern und weiteren aktiven Schülern, die als Moderatoren, Arbeitsgruppenleiter und Impulsgeber fungieren, zurück. Diese Schülerinnen und Schüler werden durch ihre Aufgaben gefordert und gefördert. Viele Einzelaktionen und Arbeitsfelder machen das große Ganze aus. Nutznießer sind alle Schüler. Das Projekt gibt es seit zehn Jahren. Grund, es ins Leben zu rufen, war der schlechte Ruf der Schule. Es gab einen gewaltigen Druck, etwas zu tun. Auch die Lehrkräfte haben durch und mit dem Projekt ein neues Selbstbewusstsein erreicht. Sie sind stolz auf ihre Schule.

Kategorie „Gymnasium und Berufsbildende Schule“
Berufliche Schulzentrum für Agrarwirtschaft und Ernährung Dresden mit dem Projekt „Garten der Nachhaltigkeit“

Neben dem Ziel, bei allen Schülern die Verantwortung für ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltiges Handeln zu stärken, wird der „Garten der Nachhaltigkeit“ zur Schnittstelle zwischen den beiden Standorten des BSZ sowohl für Lehrer als auch für Schüler. Der Garten ist vor allem schulartübergreifender Begegnungsort für alle Schüler. Mit dem „Garten der Nachhaltigkeit“, ursprünglich im Jahr 1999 als eine Art Lehr- und Schaugarten entstanden, soll projektartig und praxisnah auf die Möglichkeiten der Ressourcenschonung und der Einkommenssicherung landwirtschaftlicher Betriebe hingewiesen werden. Durch seine vielfältige Erweiterung und gezielte Nutzung im Unterrichtsalltag der Schule mit „grünen Berufen“ wurde er auch zum zentralen Element in der Schulprogrammarbeit. Dies nachhaltig über beide Standorte hinweg zu erhalten, ist Verdienst intensiver Kommunikations- und Abstimmungsprozesse der Kollegen aller Fachbereiche.

Sonderpreis „Europa in der Schule“
Lessingschule, Grundschule der Stadt Leipzig für das Projekt „Europa in der Lessingschule“

Europa ist allgegenwärtig in der Grundschule und das nicht nur, weil 30 Prozent der Schüler ihre Wurzeln in anderen europäischen oder auch ferneren Ländern haben. Das begünstigt aber die interkulturelle Ausrichtung dieser Schule, die sich in vielfältigen Aktivitäten äußert (Projekte, EU- AG, Europatage und -feste, e-Twinning, europäische Kunstwettbewerbe, Ganztagsangebote, Fortbildungen des Kollegiums und Lehreraustausch, fächerverbindende EU-Themen, Fremdsprachenassistenten und internationale Gastlehrer, Schüleraustausch, Erasmus). Die Europaarbeit begann bereits 2006 und hat sich seither ständig weiterentwickelt und ist seit 2012 fester Bestandteil des Schulprogramms. Im Leitsatz „Das Miteinander und Füreinander bestimmt unser Schulklima“ und den damit verbundenen Zielen wird die kulturelle Vielfalt aufgegriffen und das Projekt definiert. Das Projekt wirkt weit über den schulischen Alltag hinaus. Die Hortkollegen arbeiten mit, den größten Effekt bewirken jedoch die verschiedenen Austauschprogramme. Hier sind auch die Familien gefordert und tragen das Projekt wunderbar mit. Sogar Urlaubspläne werden gelegentlich projektabhängig geschmiedet. Die Kinder lernen Selbstvertrauen, Weltoffenheit, kulturelle Toleranz und friedliches Miteinander.

Sonderpreis „Schule im Ganztag“
Grundschule „Friedrich Schiller“ Radebeul mit dem Projekt „Förder-Punkt-Stunden“

Das Angebot „Förder-Punkt-Stunden“ wird im Rahmen der Ganztagsangebote (GTA) der Schule in Verknüpfung mit dem Förderunterricht unterbreitet. Förder-Punkt-Stunden werden in jeder Klassenstufe einmal wöchentlich jeweils zur gleichen Zeit angeboten. Damit stehen pro Klassenstufe drei Lehrer, eine Inklusionsbegleiterin, eine FSJlerin und drei externe Personen aus GTA-Angeboten zur Verfügung. Jedes Kind der Klassenstufe nimmt an dieser Stunde teil und kann entsprechend seiner individuellen Bedürfnisse zwischen sechs und acht Förderangeboten auswählen. Diese finden in Kleingruppen statt. Diese Angebote sind nicht starr, sondern können je nach Lernfortschritt gewechselt werden. Durch diese Organisationsform ist es möglich, sehr schülerbezogen zu arbeiten, individuelle Bedürfnisse zu erfassen und auf diese einzugehen.

Sonderpreis „Schule im Ganztag“
Freie Christliche Schule Schirgiswalde mit dem Projekt „Ganztagskonzeption“

Geehrt wird eine Schule mit einem herausragenden, die Schulentwicklung und Schulqualität nachhaltig beeinflussenden Ganztagskonzept. Es gibt gleichmäßig strukturierte Tagesabläufe, wobei sich Lernen und Entspannung phasenweise abwechseln. Gegenseitiges Vertrauen, Achtung und Wertschätzung bestimmen den Umgang miteinander. Neben der leistungsdifferenzierten Unterrichtsgestaltung bildet eine sinnvoll gestaltete Freizeit den konzeptionellen Rahmen des Schultages. Letzteres besitzt neben der durchaus notwendigen Entspannung auch die Funktion, Neigungen, Stärken und Talente zum Vorschein zu bringen, die im Rahmen des Fachunterrichts nicht im Fokus stehen. Individuelles Fordern und Fördern mit und durch Ganztagsangebote. So kann jeder Schüler ein positives Selbstbild entwickeln und Selbstwirksamkeit erfahren.

Sonderpreis der Heraeus Bildungsstiftung „Persönlichkeit macht Schule“
Christliches Gymnasium „Rudolf Stempel“ Riesa für das Projekt „Lebensweltorientierung als Konzept“

Das Projekt „Lebensweltorientierung als Konzept“ ist Ausdruck eines seit Gründung der Schule intensiv geführten Schulentwicklungsprozesses im Rahmen der Schulprogrammarbeit. Insofern ist es fester Bestandteil des Schulalltages. Die Schüler werden mittels unterrichtsimmanenter und unterrichtsadditiver Angebote in ihrer Persönlichkeitsentwicklung umfänglich unterstützt. Sie erfahren eine systematische Förderung und Forderung. Eingebunden in das Konzept, welches in alle schulischen Bereiche ausstrahlt und ganzheitlich angelegt ist, sind die Schüler selbst sowie Eltern, Lehrer und Außenpartner. Es ist curricular aufgebaut – zum Beispiel mit Teamtagen, Projektfach Verantwortung, Herausforderungsprojekt. Die einzelnen Komponenten des Konzeptes sind je nach deren Charakter unterschiedlich intensiv Bestandteil des Unterrichts. Vorbereitung und Nachbereitung erfolgen in jedem Fall, darin inbegriffen die Evaluation und eventuelle Neujustierung. Die Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler ist curricular gedacht, wird ganzheitlich betrachtet und von allen Beteiligten als Chance gesehen und mit Leben erfüllt. Als Lernende begreifen sich auch die Lehrkräfte.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus / Dirk Reelfs

 

 


 
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