Neue KMK-Statistik für Ganztagsschulen 2016/2017

Die aktuelle Ganztagsschulstatistik der Kultusministerkonferenz ist online verfügbar.

Die aktuelle Statistik der Kultusministerkonferenz „Allgemeinbildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland – Statistik 2012 bis 2016“ vom 21. März 2018 liegt vor.

Wie in den Vorjahren wird die steigende gesellschaftliche Bedeutung schulischer Ganztagsangebote in Deutschland hervorgehoben. Als Ursachen dafür werden der hohe Bedarf nach ganztägiger Betreuung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die durch PISA angeregte Diskussion über die besten Rahmenbedingungen für schulisches Lernen gesehen. Ausdrücklich wird auf die Impulse durch das Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ (2003–2009) hingewiesen.

„Die in vielen Ländern entwickelten Konzepte und Maßnahmen zum Ausbau des Ganztagsschulbetriebs im Primar- und Sekundarbereich I fanden in der vorliegenden Analyse der Jahre 2012 bis 2016 ihren Niederschlag“, heißt es im Vorwort. Nach der aktuellen Statistik für das Schuljahr 2016/2017 hat sich die Zahl der Ganztagsangebote und die Zahl der am Ganztag teilnehmenden Schülerinnen und Schüler seit der erstmaligen amtlichen Zählung der Kultusministerkonferenz im Schuljahr 2002/2003 kontinuierlich erhöht:

18.358 schulische Verwaltungseinheiten im Primarbereich und in der Sekundarstufe I (67,5 % verfügten im Schuljahr 2016/20167über Ganztagsangebote (2002/2003:  4.951 = 16,3 %). Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr rund drei Prozentpunkte.

Die höchsten Anteile verzeichnen die Länder Sachsen (97,4 %), Saarland (97 %), Hamburg (95,6 %), Berlin (92,6 %), Thüringen (76,8 %) und Nordrhein-Westfalen (75,2 %).

Nach Schularten haben die Integrierten Gesamtschulen mit 87 % weiterhin die höchsten Anteile an Ganztagsschulen, gefolgt von den Schularten mit mehreren Bildungsgängen (80 %), Förderschulen (72,6 %), Hauptschulen (71,8 %), und Gymnasien (62,2 %). Der Anteil der Grundschulen mit Ganztagsbetrieb hat sich mit 65,8 % – bei Unterschieden zwischen den Ländern zwischen 100 % und 26 % – seit 2002 versechsfacht.

Im Schuljahr 2016/2017 nahmen bundesweit über drei Millionen Schülerinnen und Schüler am Ganztagsschulbetrieb teil, das sind 42,5 % aller Schülerinnen und Schüler im Primarbereich und in der Sekundarstufe I (2002: 9,8 %). Überdurchschnittliche Teilnahmequoten verzeichnen Hamburg (92,6 %), Sachsen (78,9 %), Berlin (64,8 %), Thüringen (53,1 %), Brandenburg (47,5 %), Brandenburg (48,6 %) und Nordrhein-Westfalen (48,3 %).

Nach Schularten stieg der Anteil teilnehmender Schülerinnen und Schüler am stärksten in Schulen mit mehreren Bildungsgängen, in denen mehr als jede(r) zweite Schüler(in) Ganztagsangebote nutzt (2002: 3,7 %; 2016: 58,5 %). Die Teilnahme in Grundschulen hat sich seit 2002 (4,2 %) verzehnfacht (2016: 40,1 %), ebenso in Gymnasien (2016: 33,2 %; 2002: 3,9 %).

Nach Organisationsformen dominiert die offene Form bei Grundschulen, Gymnasien, Realschulen und Hauptschulen. Die teilgebundene und die voll gebundene Form wählen eher Schulen mit mehreren Bildungsgängen, IGS und Förderschulen.

Quelle: Kultusministerkonferenz

 

 


 
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