Deutscher Lehrerpreis 2017: „Würdigung und Wertschätzung“

Mit dem Deutschen Lehrerpreis 2017 sind im Januar Lehrerinnen und Lehrer für ihr besonderes pädagogisches Engagement geehrt worden. Viele arbeiten in Ganztagsschulen.

Rund 4.800 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte beteiligten sich zum zehnjährigen Jubiläum am Wettbewerb „Deutscher Lehrerpreis 2017‟. 15 Lehrerinnen und Lehrer sowie sechs Pädagogen-Teams aus neun Bundesländern sind ausgezeichnet worden.

KMK-Präsident Helmut Holter, Minister für Bildung, Jugend und Sport des Freistaates Thüringen: „Dieser Preis zeigt, wie engagiert, ideenreich und produktiv unsere Lehrerinnen und Lehrer sind. Er schafft Würdigung und Wertschätzung für die vielen Kolleginnen und Kollegen, die tagtäglich vor unseren Klassen stehen. Und das ist nicht immer einfach. Unter teils schwierigen Bedingungen haben sie stets ein offenes Ohr, stehen mit Rat und Tat zur Seite und wecken mit ihrem Unterricht Begeisterung. Damit leisten sie einen unschätzbaren Beitrag für unsere Zukunft. Motivierte und engagierte Lehrerinnen und Lehrer wie die ausgezeichneten Kolleginnen und Kollegen sind die Seele unseres Schulsystems. Und hoffentlich sind sie auch Ansporn für den Nachwuchs, sich für den Lehrerberuf zu entscheiden. Denn neue Lehrerinnen und Lehrer werden in allen Bundesländern dringend gebraucht.‟

Prof. Susanne Porsche, Initiatorin des Deutschen Lehrerpreises, erklärte: „Wir würdigen durch den Lehrerpreis mehr als nur guten Unterricht und innovative Ideen. Wir zeichnen Persönlichkeiten aus, die ihre Schüler als Mentoren auf dem Weg ins Leben begleiten.‟

Der Deutsche Lehrerpreis wird in zwei Wettbewerbskategorien verliehen: „Schüler zeichnen Lehrer aus“ und „Lehrer: Unterricht innovativ“. Er ist eine Initiative der Vodafone Stiftung Deutschland und des Deutschen Philologenverbandes.

In der Wettbewerbskategorie „Schüler zeichnen Lehrer aus‟ wurden 15 besonders engagierte Lehrkräfte von Schülerinnen und Schülern der diesjährigen Abschlussklassen ausgezeichnet, darunter

In der Wettbewerbskategorie „Lehrer: Unterricht innovativ‟ reichten auch wieder zahlreiche Lehrer-Teams aus ganz Deutschland innovative und fächerübergreifende Unterrichtsprojekte ein. Den ersten Preis vergab die Jury an ein Pädagogen-Team des Gymnasiums St. Leonhard in Aachen für ihr länderübergreifendes „GLAS-Projekt‟.

Im GLAS-Projekt - der Name ist eine Zusammensetzung aus den Anfangsbuchstaben der beteiligten Orte und Schulen G(ulpen), L(eonhard), A(achen), S(ophianum) - können sich die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des regulären Fachunterrichts durch regelmäßige Videokonferenzen mit Gleichaltrigen aus der niederländischen Partnerschule „Scholengemeenschap Sophianum‟ in ihren jeweiligen Muttersprachen unterhalten. Der Fokus liegt auf der Umsetzung einer Schulpartnerschaft, die neben gegenseitigen Besuchen von einem regelmäßigen, digital basierten Austausch profitiert. Ziel des Projekts ist die Erhöhung der interkulturellen Handlungsfähigkeit und die Steigerung der fremdsprachlichen, kommunikativen und medialen Kompetenz.

Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, freut sich über den gelungenen Einsatz digitaler Medien im Fachunterricht: „Beim GLAS-Projekt handelt es sich um eine kluge, im Lehrerteam entwickelte Idee, die kontinuierlich und unaufwändig zwischen Schülergruppen im In- und Ausland in der Schule umgesetzt werden kann: Die zu erlernende Fremdsprache wird in den Videokonferenzen regelmäßig im Unterricht mit befreundeten Schülern aus dem Ausland gesprochen und die Beziehung mit der Partnerschule gestärkt. Die beteiligten Schülerinnen und Schüler erleben und handeln nahezu alltäglich in einer interkulturellen Realsituation! Ein Projekt, das sich ausgezeichnet dafür eignet, von anderen Schulen übernommen zu werden!‟

Der zweite Preis in dieser Kategorie ging an ein Team der Adolf-Kolping-Berufsschule München zur sonderpädagogischen Förderung mit dem Förderschwerpunkt Lernen für ihr Projekt „Ein Maibaum für die Schule‟. Ziel des Unterrichtsprojektes war die Herstellung eines traditionellen Maibaums und die Durchführung eines Schulfestes. Die Maibaum-Erstellung sollte die sehr heterogene Schülerschaft an den Ablauf eines Projektunterrichts heranführen und einen fächerverbindenden und fachübergreifenden Unterricht anbieten. Mit der Thematisierung eines regionalen Brauchs wurde eine alte Tradition gepflegt, was zur Integration immigrierter Schülerinnen und Schüler in den bayerischen Kulturkreis beitragen soll. In das Projekt waren neun Fachbereiche mit den dazugehörigen Berufsvorbereitungsklassen beziehungsweise Fachklassen eingebunden.

Mit dem dritten Preis wurde ein Team der Gesamtschule Höhscheid in Solingen für das Projekt „Schlüsselkompetenzen trainieren‟ ausgezeichnet. Hinter diesem Titel verbergen sich drei verschiedene Lern-Arrangements: das „Individualisierte Lernen‟ in Lernbüros für die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik, die Unterstützung der Fächer Naturwissenschaften, Arbeitslehre, Religion und Gesellschaftslehre durch „kooperatives sowie projektorientiertes Lernen in Epochen‟ sowie die „Wahldifferenzierung in Werkstätten‟ in den Fächern Kunst, Musik und Sport. Für die Umsetzung dieses Projekts ist die Heranführung an die benötigten Schlüsselkompetenzen unabdinglich.

Darüber hinaus zeichnete die Jury drei weitere innovative Unterrichtskonzepte aus. Ein Sonderpreis ging an ein Team der Gesamtschule Eiserfeld in Siegen für das Projekt „Lerntheken in Mathematik‟. Den Sonderpreis der Wochenzeitung „DIE ZEIT‟ erhielt ein Pädagogen-Team des Martin-Schleyer-Gymnasium in Lauda-Königshofen für das Projekt „Globalisierung: Der Weg der Schraube‟. Mit dem Sonderpreis des Cornelsen-Verlags wurden das Projekt „Kooperationsmodell Mittel-, Real- und Berufsschule‟ der Beruflichen Schule 2, der Veit-Stoß-Realschule und der Johann-Daniel-Preißler-Schule in Nürnberg ausgezeichnet.

Die Initiatoren des Wettbewerbs „Deutscher Lehrerpreis - Unterricht innovativ‟ wollen mit der Auszeichnung die Leistungen von Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern würdigen und in den Vordergrund der öffentlichen Wahrnehmung rücken. Der hochrangig besetzten Jury gehörten an:

  • Dr. Stefanie Hubig, Ministerin für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz

  • Frank Haubitz, Sächsischer Staatsminister für Kultus

  • Heinz-Peter Meidinger, Bundesvorsitzender des Deutschen Philologenverbandes (DPhV)

  • Sebastian Gallander, Geschäftsführer der Vodafone Stiftung Deutschland

  • Dr. Anja Hagen, Mitglied der Geschäftsführung des Cornelsen-Verlags

  • Prof. Dr. Olaf Köller, Geschäftsführender Direktor des IPN Kiel

  • Prof. Dr. Kathrin Fussangel, Bergische Universität Wuppertal

  • Prof. Dr. Jürgen Baumert, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin

  • Martin Spiewak, Wochenzeitung DIE ZEIT

  • Donata Vogtschmidt, Landesschülervertretung Thüringen

  • Ludwig Baum, Stadtschülersprecher der StadtschülerInnenvertretung München

Quelle: Deutscher Lehrerpreis

 

 


 
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