Sachsen: Qualitätsrahmen für Ganztagsangebote wird erprobt

Die sächsischen Schulen bieten nahezu flächendeckend Ganztagsangebote (GTA) an. In den kommenden Jahren soll vor allem weiter in die Qualität investiert werden.

Mit dem Ziel, die Ganztagsangebote an den sächsischen Schulen weiterzuentwickeln, legte das Kultusministerium einen Qualitätsrahmen vor. Die Anwendung im Schulalltag wird in den kommenden Monaten von 20 sächsischen Schulen getestet. Nunmehr soll weiter an der Qualität der Angebote gearbeitet werden. Dazu erstellte eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der Schulverwaltung, Mitarbeitern der TU Dresden und Schulpraktikern, einen Qualitätsrahmen. Dieser baut auf den langjährigen praktischen Erfahrungen der Schulen, den beratenden Erfahrungen von Kultusministerium und Sächsischer Bildungsagentur sowie wissenschaftlichen Erkenntnissen auf.

Der Qualitätsrahmen enthält eine Reihe von Kriterien und Indikatoren, die als Maßstab zur qualitativen Weiterentwicklung des Ganztags herangezogen werden können. Die Schulen sollen in die Lage versetzt werden, ihre Ganztagsangebote selbst zu bewerten, einzuordnen und ihre Potenziale zu erkennen. Mit diesen Erkenntnissen können die Schulen überprüfen, welche Entwicklungsoptionen realisierbar sind und das Ganztagsangebot eigenverantwortlich verbessern.

Zeitstruktur ist Kernstück

Der Qualitätsrahmen dient den Schulen allerdings nicht allein als Orientierungshilfe, sondern beinhaltet auch konkrete Anregungen für die Gestaltung der Ganztagsangebote und ihrer pädagogischen Merkmale. Eine abgestimmte Jahresplanung und schülerorientierte Zeitstruktur an den Schulen sind Kernstücke des Ganztagsangebotes. Eine angemessene Mittagspause mit dem Angebot einer Mahlzeit und ein koordinierter Schülertransport sind etwa unverzichtbar für das Gelingen. Neben gelenkten Angeboten ist auch auf die Möglichkeit selbstorganisierter Freizeitangebote zu achten. Dafür sind gegebenenfalls Rückzugsräume anzubieten und Kooperationspartner wie Sportvereine zu gewinnen.

Eltern beteiligen

Ebenso wichtig ist es, Eltern und Schüler in die Ganztagsangebote einzubeziehen. Das bedeutet, einerseits, diese umfassend über die Angebote zu informieren, aber auch andererseits aktiv zu beteiligen. So können Eltern je nach Qualifikation und Interesse selbst Angebote begleiten. Die Schüler können sich etwa als Streitschlichter einsetzen oder gar selbst Mitschülern bei den Hausaufgaben oder beim Lernen helfen.

Ein wichtiges Qualitätsmerkmal für Ganztagsangebote ist die individuelle Förderung der Schüler durch Lehrkräfte. So zeichnet das Ganztagsangebot auf der einen Seite die Unterstützung bei Lernschwierigkeiten und Hausaufgaben sowie auf der anderen Seite die Förderung besonderer Fähigkeiten aus.

Modellversuch gestartet

Bevor der Qualitätsrahmen ab dem Schuljahr 2018/2019 für alle vom Freistaat geförderten Schulen verbindlich eingeführt werden soll, wird dieser im Vorfeld erprobt und gegebenenfalls optimiert. Für diesen Modellversuch wurden 20 Schulen sachsenweit ausgewählt, die sich auf eine Ausschreibung beworben haben. Die Modellversuchsschulen werden von Mitarbeitern des Kultusministeriums, der Sächsischen Bildungsagentur, der TU Dresden und weiteren Experten fachlich beraten und methodisch unterstützt.

Teilnehmende Schulen am Modellversuch:

 

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Kultus, Bianca Schulz
 

 

 

 


 
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