Bremen: "Rent a Teacherman" – Männer in die Grundschule

Das Projekt „Rent a Teacherman“ der Universität Bremen findet bundes- und europaweit Anerkennung. Denn überall fehlt es Grundschulen an männlichen Lehrkräften und Erziehern.

Die Zahlen sprechen für sich: gerade mal 12 Prozent der Lehrkräfte in der Grundschule sind männlich. Im Bereich der vorschulischen Erziehung ist der Anteil sogar geringer. Je jünger die Schülerinnen und Schüler, desto geringer ist der Anteil der männlichen Lehrer. Gleichzeitig „verschwinden“ nicht wenige Männer auch aus der elterlichen Erziehung. Dabei ist die ausgewogene Erziehung durch Frauen wie Männer für die Entwicklung von Kindern anerkannt wichtig – beide Geschlechter spielen ihre ganz eigene Rolle in diesem komplexen Prozess. So wie schon länger versucht wird, Frauen für „Männerberufe“ zu interessieren, ist es für die frühe kindliche Erziehung wichtig, entsprechend Männer zu gewinnen. Nicht, weil sie „besser“ sind, sondern weil sie durch die Kinder als männliche Fachkräfte erkannt werden können, die genauso wie die weiblichen für sie da sein können und dadurch das erzieherische Setting kontrastereotyp bereichern.

In Bremen gibt es aktuell 15 Grundschulen ohne eine einzige männliche Fachkraft, zählt man Referendare und abgeordnete Lehrer nicht mit, steigt die Zahl sogar auf 19 Schulen. Die komplette Abwesenheit von Männern wirkt nicht nur für Jungen und Mädchen extrem stereotypisierend in Bezug auf die eigentlich gewünschte Vielfalt von Geschlechtsrollenmodellen, es fehlen auch vor allem für Jungen männliche Ansprechpartner in Situationen, in denen sie sich nicht so gerne an eine Frau wenden wollen beziehungsweise einfach den Wunsch nach einem Gegenüber des gleichen Geschlechts haben. Dass grundsätzlich weibliche Ansprechpartnerinnen für Mädchen vorzuhalten sind, zum Beispiel auf Klassenfahrten, ist längst selbstverständlich. Für Jungen ist die Situation anders. Das Projekt „Rent a Teacherman“ der Universität Bremen soll den Kindern während der Schulzeit eine männliche Ansprechperson bieten und baut einen Pool mit qualifizierten respektive zu qualifizierenden Lehramtsstudenten auf.

Senatorin Dr. Claudia Bogedan hat nun den Grundschullehrern, Lehramtsstudenten, Projektleiter Christoph Fantini während eines Festaktes im Haus der Wissenschaft gedankt: "Das Projekt 'Rent a Teacherman' ist sehr wichtig. Eine heterogene Schülerschaft erfordert eine heterogene Lehrerschaft. Das bezieht sich auf Kulturen und auch auf die Geschlechterverteilung. Die Erfahrung, die Kinder heute machen, dass der Lehrerberuf in Schulen zumeist von Frauen ausgeübt wird, führt zu einer Stereotypisierung. Der Gedanke verfestigt sich, dass Arbeit mit Kindern nichts für Männer ist. Das wiederum führt zu einer Verschärfung des Problems. Dem müssen wir entgegenwirken und tun das mit 'Rent a Teacherman'. Das Projekt findet zu recht bundes- und europaweit Anerkennung. Dennoch gibt es weiterhin viel zu tun. Auch deshalb wird das Projekt weiterlaufen und von uns gefördert."

Quelle: Die Senatorin für Kinder und Bildung Bremen

 

 

 


 
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