Ganztagsschulen beteiligen sich bei "denkmal aktiv"

Die am Programm „denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“ 2017/2018 beteiligten Schulen stehen fest. Wie in den Vorjahren sind wieder zahlreiche Ganztagsschulen dabei.

94 Schulen aus 14 Bundesländern, darunter zwei Deutsche Auslandsschulen aus Bukarest und Prag nehmen im Schuljahr 2017/18 an dem von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) initiierten Schulprogramm „denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“ teil. Eine Jury aus Vertretern der Förderer und Partner der Initiative hat die teilnehmenden Schulen ausgewählt. Die Schülergruppen beginnen zu Anfang des neuen Schuljahres mit ihren Projekten rund um die Themen kulturelles Erbe und Denkmalschutz. Für die Durchführung ihrer Vorhaben erhalten die Schulteams eine finanzielle Unterstützung von je rund 2.000 Euro. Ohne Förderung nehmen drei Schulen aus dem Ausland – Dänemark, Italien, Polen – in Verbünden mit deutschen Schulen teil.

Besonders wichtig für den Erfolg von „denkmal aktiv“ ist die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Partnern, die das Schulprogramm unterstützen. In diesem Jahr fördert etwa
die EKD eigens Schulprojekte, mit denen Schülerinnen und Schüler Spuren der Reformation in ihrem Heimatort erkunden. Im Schuljahr 2017/2018 beteiligen sich außerdem das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst; die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie des Landes Berlin; die Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg und das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg und Kulturland Brandenburg; die Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne in Nordrhein-Westfalen; das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen; das Ministerium für Bildung des Landes Rheinland-Pfalz; das Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt; das Ministerium für Justiz, Kultur und Europa des Landes Schleswig-Holstein in Kooperation mit dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein; der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sowie die Deutsche UNESCO-Kommission, die auch Schirmherrin ist.

Unter dem Motto „denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“ fördern die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und ihre Partner seit 2002 bundesweit schulische Projekte zu den Themen Kulturelles Erbe und Denkmalschutz. Die Projekte beschäftigen sich ein Schuljahr lang mit historisch bedeutenden Einzelbauten oder Denkmalensembles, Gärten und Parks, historischen Kulturlandschaften oder auch mit UNESCO-Welterbe-Stätten in ihrer Region. Dabei gehen sie Fragen nach wie: Was sind Kulturdenkmale und worin besteht ihr Wert? Welche baulichen Zeugnisse der Vergangenheit sollten erhalten werden und warum? Wer ist für ihren Erhalt zuständig? Was können wir selbst dazu beitragen, dass das kulturelle Erbe in der Öffentlichkeit stärker beachtet wird?
Wie in den Vorjahren beteiligen sich auch 2017/2018 wieder zahlreiche Ganztagsschulen an dem Programm. Einige der 21 durchweg interessanten Themen seien hier herausgegriffen:

„Auf den Spuren der Reformation in Mecklenburg-Vorpommern“ sind die Große Stadtschule Geschwister-Scholl-Gymnasium in Wismar und das Fritz-Greve-Gymnasium Malchin. „Orte der Reformation“ in Sachsen-Anhalt untersuchen das Gymnasium Martineum in Halberstadt oder die Sekundarschule Albrecht Dürer in Merseburg. Auf den Spuren des Reformators Martin Luther sind Projekte des Katharineum zu Lübeck und der Regionalen Schule mit Grundschule „Am Burgwall“ in Garz.
„Wenn Macht sich zeigen will, dann stellt sie sich prachtvoll dar“ – und das war in Preußen ja reichlich der Fall. Ein schönes Thema für Berliner Schulen wie das John-Lennon-Gymnasium Berlin oder die Gail-S.--Halvorsen-Schule. Als Kontrast dazu untersucht die Gemeinschaftsschule Campus Efeuweg unter dem Motto „Gerechtigkeit für alle“ das Wohnen in der Berliner Gropiusstadt. In Alsdorf (Nordrhein-Westfalen) widmet sich die Gustav-Heinemann-Gesamtschule dem alltagsgeschichtlichen Thema „Wohnbauten und ihr Umfeld im Steinkohlen- und Kalibergbau“ und erforscht „Bergmannshäuser und ihre Gärten. Von der Selbstversorgung zum Freizeitobjekt“
Natürlich ist auch Europa ein Thema. Auf „Ostfriesland und das Europäische Welterbe“ schauen z. B. die Alexander-von-Humboldt-Schule Wittmund und die Friesenschule Leer. Die jahrhundertelange Zuwanderung nach Brandenburg ist Thema eines Schulprojekts der Kreativitäts- und Ganztagsgrundschule Leonardo da Vinci Campus in Nauen in Kooperation mit dem Kulturzentrum Rathenow.
Mit der Deutschen Schule Prag, einer Schule mit erweitertem Ganztagsangebot, ist Europa unmittelbar einbezogen: Das Lobkowitz-Palais und des Schwarzenberg-Palais in Prag sind Ausgangspunkte, um „Lost traces - Handel und Wirtschaft als Mittel des Kulturtransfers“ im vernetzten Europa des 15./16. Jahrhunderts zu untersuchen.

Schließlich sind auch „Unbequeme Denkmale der ‚Vergangenheit, die nicht vergeht’“ ein Thema. Mit der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigen sich z. B. das Heilig-Geist-Gymnasium Würselen und das Kaiser-Karls-Gymnasium Aachen. „Erinnerungen bewahren. Zwischen Gewissen und Aufstand“ heißt das Projekt der Freie Ganztagsschule Leonardo Jena, die sich mit der Firmengeschichte der Erfurter Ofenbaufirma Topf & Söhne und deren unseliger Rolle in Auschwitz beschäftigt.

Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Ganztagsschulen aus Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Thüringen, die sich den verschiedensten lokalgeschichtlichen Schwerpunkten widmen.

Quelle: „denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“

 

 

 


 
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