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IGS Wilhelm Bracke: Sommerfest im Schwalbennest

Wenn die gebundene Ganztagsschule zum Sommerfest lädt, wird es voll. Fast 1.400 Schülerinnen und Schüler lernen an Braunschweigs größter Schule – mit Rhythmisierung, Digitalisierung, Lernmarktplätzen und offener Küche für gute Schulverpflegung.

Der 2014 bezogene Neubau© Wilhelm-Bracke-Gesamtschule

In Niedersachsen hat das neue Schuljahr schon begonnen. Zeit für das traditionelle Sommerfest an der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule. Wenn die größte Schule Braunschweigs einlädt, dann wird es voll: Knapp 1.400 Schülerinnen und Schüler lernen an der gebundenen Ganztagsschule, dazu kommen knapp 150 Beschäftigte, davon 130 Lehrerinnen und Lehrer. Zum Sommerfest „Von der Welt in die Weststadt“ sind natürlich auch Eltern, Verwandte und Bekannte gebeten. Es wird gegrillt, gekocht, Kaffee und Kuchen sind im Angebot. Unter anderem wird es ein Fußballturnier mit den Eltern und eine Rallye geben, ein DJ legt auf, es gibt Livemusik, zum Beispiel von der  Big Band der Schule.

„Ach, die Lehrerband spielt auch?“ Schulleiterin Dr. Nadine Diekmann ist beim Studieren des Programms beinahe selbst überrascht, was alles geplant ist. Sie ist noch dabei, das Schulleben in Gänze kennenzulernen, denn sie hat die Leitung der Schule  erst vor drei Monaten übernommen. „Ich muss echt überlegen, was wir alles an Musik an unserer Schule haben – Jazz, Big Band, Musical ."

Blick in die Aula
© Wilhelm-Bracke-Gesamtschule

Nadine Diekmann gefällt es, dass ihre Ganztagsschule den ganzen Tag über belebt ist, nicht selten "von 7 bis 22 Uhr", wie sie meint. „Wenn Sie hier um 15 Uhr an der Schule vorfahren, sind auch noch viele Lehrer da.“ Und wie zum Beweis kommt sie um 17 Uhr aus dem Konferenzraum zurück, in das sie kurz für die Auskunft entschwunden ist, wie viele „Draußen-AGs“ es im neuen Schuljahr geben wird. „20 Kolleginnen und Kollegen sitzen nebenan noch“, berichtet sie.

Schüler kennen keine „Ganztagsstunden“

So wie der gebundene Ganztag für alle Lehrkräfte selbstverständlich bedeutet, dass das Lernen hier den ganzen Tag stattfindet und zwar – bis auf einige AG-Leitungen – von Lehrerinnen und Lehrer gestaltet, „werden Sie hier keinen Schüler finden, der versteht, wenn Sie ihn fragen, wann er Ganztagsschule hat“, erläutert die Schulleiterin. „Die Schülerinnen und Schüler der Sek I haben 38 Wochenstunden – welche davon anteilige Ganztagsstunden sind, merken sie gar nicht. Wir bieten hier vom 5. bis zur 10. Jahrgang einen Ganztag aus einem Guss, an dem der Unterricht an drei Tagen auch in den Hauptfächern selbstverständlich am Nachmittag liegt und die Wochenplan-, Schwerpunkt- und Tutorenstunden am Vormittag.“

Das „Schwalbennest“© Wilhelm-Bracke-Gesamtschule

Dass diese riesige Schule so reibungslos gut läuft, 2014 für den Deutschen Schulpreis nominiert war und hohe Anmeldezahlen hat, führt Nadine Diekmann auch auf ihr „tolles Team“ zurück. Die Lehrerinnen und Lehrer sind in Jahrgangsteams organisiert, die sozusagen kleine Schulen in der großen bilden. Vor ihrer Stelle an der IGS Wilhelm Bracke war Nadine Diekmann vier Jahre in der Landesschulbehörde beschäftigt, hat dabei rund 60 Schulen besucht und beraten. „Wenn man so viele Schulen von innen gesehen hat, dann weiß man, was einem gefällt. An der ‚Bracke’ mag ich besonders, dass wir eine Teamschule sind.“

Der Neubau von 2014, in dessen Planung die Schule eingebunden war, kommt dieser Organisation entgegen. Alle Jahrgänge haben ein eigenes Foyer, den sogenannten Marktplatz. Dieser bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, während der Unterrichtszeit allein oder in kleinen Gruppen abseits der Klasse in Ruhe zu lernen und zu arbeiten. Sämtliche Klassenräume mit ihren beweglichen Möbeln liegen direkt an den Marktplätzen, ebenso die dazugehörige Lehrerstation. Diese ist der feste Arbeitsplatz der Klassenlehrer. In der unterrichtsfreien Zeit dient der Marktplatz als Treffpunkt und darüber hinaus häufig für Ausstellungen, Präsentationen und Jahrgangsfeste.

Offene Küche – nichts aus der Dose

Auch ansonsten erfüllt das Gebäude alle Vorzüge, die man sich von einer Ganztagsschule erhoffen mag: Einen großen Freizeitbereich im Erdgeschoss, eine Bibliothek mit Selbstlernzentrum sowie Rückzugsorte, von denen das wie an der Decke klebende „Schwalbennest“ der größte Hingucker ist. Die Stadtbibliothek führt eine Außenstelle im Gebäude, Vereine und Verbände sind nachmittags und abends mit Veranstaltungen im Haus. Nadine Diekmann findet: „Man merkt an der offenen und freundlichen Atmosphäre, dass dies nicht nur ein Lern- und Arbeitsort ist. Da bin ich gerne Gastgeber.“

Kletterwand
Klettern an der Wand des Deutschen Alpenvereins in Braunschweig© Wilhelm-Bracke-Gesamtschule

Nicht nur das Haus ist voller Leben, auch auf dem Außengelände geht es besonders im Sommer lebendig zu. Die Hockey-AG spielt dann draußen auf dem Feld, es gibt eine Lauf-AG, in der Mofa-AG können die Schülerinnen und Schüler den Mofa-Führerschein machen, und die Kletter-AG ist an der 300 Quadratmeter großen Kletterwand des Deutschen Alpenvereins zu Gast. Hier sind unterschiedlich schwierige Routen zu erklettern, die durch Dächer vor Regen geschützt sind.

Wer viel lernt und sich viel bewegt, der muss auch gut essen. Besonders stolz ist Nadine Diekmann auf die DGE-zertifizierte Mensa im Haus, die so etwas wie eine Vorzeigeküche ist. „Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung zieht uns immer als gutes Beispiel heran“, berichtet die Schulleiterin. „Bei uns essen täglich mehr als 600 Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Gäste. Wir sind weniger eine Mensa als ein Schülerrestaurant, zu dem die Kinder ohne Anmeldung spontan kommen können, um für 3,50 Euro zu essen. Sieben Köche kochen in einer offenen Küche das Essen. Das Ausgabepersonal ist toll und freundlich. Wie die die Kinder behandeln, das habe ich noch nie gesehen.“

Virtuelle Schulbücher in der kreidefreien Schule

Was es in der Ganztagsschule auch nicht mehr gibt, sind die Tafeln von ehedem. „Wir sind eine komplett kreidefreie Schule“, erklärt die Schulleiterin. Whiteboards sind Standard. In den 5. und 6. Klassen mit dem Profil „Forscher“ sind die Schülerinnen und Schüler mit Tablets ausgestattet und können ins WLAN. In der Oberstufe wird ab diesem Schuljahr die Tablet-Nutzung für alle Schülerinnen und Schüler eingeführt. Die Schule will noch einen Schritt weitergehen und wird digitale Schulbücher und digitale Atlanten erwerben. Auch das gute, alte Schulbuch wird dann vielleicht irgendwann nur noch virtuell sein.

Mensa© Wilhelm-Bracke-Gesamtschule

Hausaufgaben kennen die Schülerinnen und Schüler jedenfalls schon nicht mehr. Die Aufgaben sind in die Wochenplanstunden integriert, die von Lehrkräften begleitet werden. Im 5. und 6. Jahrgang können die Kinder eine Schwerpunktklasse wählen: Bläserklasse, Naturwissenschaften und Sport. Die drei anderen Klassen wählen sich ihre Schwerpunkte selbst, so zum Beispiel Musical, und widmen sich diesem Thema in einer zusätzlichen Wochenstunde. „Unser tolles Musical im Juni hätte ohne die Ganztagsschule so nicht entstehen können, das muss man ganz klar sagen“, meint Nadine Diekmann.

Ebenso wenig würde es ohne Ganztag die Tutorenstunden geben. Von der 5. bis zur 10. Klasse begleiten zwei Lehrkräfte die Schülerinnen und Schüler. In allen Jahrgängen besprechen die Jugendlichen in der Tutorenstunde mit ihren beiden Tutoren alle anstehenden Klassenangelegenheiten, halten Klassenrat und planen Ausflüge. Dass die Tutoren über die gesamten sechs Jahre immer dieselben sind, sorgt in dieser großen Schule für ein weiteres Stück Vertrautheit.

Was bringt das neue Schuljahr noch? „Wir wollen einen Antrag stellen, Europaschule zu werden“, so die Schulleiterin. Aber jetzt wird erstmal gefeiert.

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