Hessen: Ausbau der Ganztagsangebote im Werra-Meißner-Kreis

Kultusstaatssekretär Dr. Manuel Lösel und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Rainer Wallmann unterzeichneten am 23. Juni die Vereinbarung zum „Pakt für den Nachmittag“ im Werra-Meißner-Kreis.

Mit dem Werra-Meißner-Kreis startet zum kommenden Schuljahr 2017/2018 ein weiterer Schulträger in den „Pakt für den Nachmittag“. Kultusstaatssekretär Dr. Manuel Lösel, Landrat Stefan Reuß und der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Rainer Wallmann haben dazu am 23. Juni in der Struthschule in Eschwege die Kooperations­vereinbarung zwischen dem Land und dem Landkreis für das Programm zum Ausbau der Ganztagsangebote an hessischen Grundschulen unterzeichnet.

„Heute geben wir den Startschuss für die Beteiligung des Landes Hessen an einem zuverlässigen und qualitativ hochwertigen Ganztagsangebot im Werra-Meißner-Kreis – ein wichtiger Tag für die Schullandschaft hier im Kreis“, stellte Kultusstaatsekretär Lösel zufrieden fest und ergänzte: „Der Pakt für den Nachmittag ist unser gemeinsames Angebot, in einer sich verändernden Gesellschaft dem Wunsch vieler berufstätiger Eltern für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf gerecht zu werden.“

„Das bereits seit dem Jahr 2008 durch den Werra-Meißner-Kreis initiierte Grundschulbetreuungsangebot hat hervorragende Grundlagen gelegt für den Übergang in das Ganztagsangebot des Paktes für den Nachmittag. Verlässliche Betreuungsangebote auch für Grundschulkinder sind unverzichtbar für eine Pendlerregion. Das zeigt wie innovativ der Werra-Meißner-Kreis mit seinen bisherigen Angeboten bereits war. Die Überführung von acht Grundschulen in den Pakt ist nun der logische Schritt diese zu ganztägig arbeitenden Grundschulen weiter zu entwickeln“, erläutert Landrat Stefan Reuß.

Pakt für den Nachmittag steht insbesondere für höhere Qualität der Angebote

Die Bildungs- und Betreuungsangebote, die das Land und der jeweilige Schulträger gemeinsam an den Grundschulen, die am Pakt für den Nachmittag teilnehmen, organisieren, werden sowohl von den Eltern als auch von den Lehrkräften bisher sehr positiv gesehen und als deutlicher Fortschritt wahrgenommen. Auch wenn anfangs ein höherer Kommunikations- und Abstimmungsbedarf nötig sei, bestätigten die bereits teilnehmenden Schulen, dass sich der Aufwand im Hinblick auf die Chancen für eine qualitative Schulentwicklung lohne.

„Der bedarfsgerechte Ausbau unserer Ganztagsangebote ist das eine Ziel“, erläuterte der Kultusstaatssekretär. „Das andere ist, in gleichem Maße die Qualität der Angebote zu erhöhen, indem wir landesweite Standards setzen und die Schulen bei der Umsetzung fachlich beraten und unterstützen. Dabei nehmen wir die Verhältnisse vor Ort in den Blick, nutzen bewährte Strukturen und integrieren neue Angebote.“

Eines der wichtigsten Angebote, das an vielen Paktschulen unterbreitet und gerne genutzt werde, seien sogenannte Lernzeiten, in denen die Kinder unter pädagogischer Betreuung ihre Hausaufgaben erledigen und den im Unterricht behandelten Stoff vertiefen können. „Das stärkt die Möglichkeiten der individuellen Förderung jedes einzelnen Kindes“, so Lösel.

Der Werra-Meißner-Kreis startet zum kommenden Schuljahr zunächst mit folgenden acht Grundschulen in den „Pakt für den Nachmittag“:

Kern der Vereinbarung ist ein verlässliches und integriertes Bildungs- und Betreuungsangebot von 7.30 bis 17.00 Uhr. Das Land leistet seinen Beitrag für die Angebote rechnerisch an fünf Tagen in der Woche bis 14.30 Uhr, der Schulträger für den Zeitraum von 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr und in den Schulferien. Vorhandene Träger bewährter Bildungs- und Betreuungsangebote wie beispielsweise eine Musikschule, ein Tischtennisverein oder die evangelische Familienbildungsstätte werden in die Ganztags-Angebote einbezogen. Grundlage der Ressourcenberechnung von Seiten des Landes ist die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in der jeweiligen Grundschule. Insgesamt stellt das Land für den Pakt für den Nachmittag im kommenden Schuljahr bis zu 180 Stellen zusätzlich zur Verfügung.

Zwei Drittel aller Schulträger sind im kommenden Schuljahr bereits dabei

Im dritten Jahr der Einführung des „Pakts für den Nachmittag“ werden im Schuljahr 2017/2018 von insgesamt 33 Schulträgern 21 im Pakt vertreten sein. Dies entspricht rund zwei Drittel aller Schulträger in Hessen. Zu den 16 Schulträgerregionen, die schon jetzt im Pakt für den Nachmittag sind, kommen mit dem Landkreis Kassel, dem Werra-Meißner-Kreis, dem Landkreis Fulda, dem Lahn-Dill-Kreis und dem Landkreis Limburg-Weilburg fünf weitere Schulträger hinzu.

In diesen fünf Regionen werden 19 Schulen in den ‚Pakt für den Nachmittag‘ aufgenommen, 27 Schulen kommen aus den ‚alten‘ Paktregionen neu hinzu, so dass insgesamt 46 Schulen im Schuljahr 2017/18 neu im Programm für den Ausbau der ganztägigen Angebote an Grundschulen aufgenommen werden. Insgesamt werden im Schuljahr 2017/2018 nach jetzigem Stand 168 Grundschulen dabei sein.

Quelle: Hessisches Kultusministerium

 

 

 


 
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