"Pakt für den Nachmittag" in Fulda

Staatssekretär Dr. Manuel Lösel und Landrat Bernd Woide haben am 12. Mai die Vereinbarung zum „Pakt für den Nachmittag“ im Landkreis Fulda unterzeichnet.

Mit dem Landkreis Fulda startet zum kommenden Schuljahr 2017/18 ein weiterer Schulträger in den „Pakt für den Nachmittag“. Kultusstaatssekretär Dr. Manuel Lösel und Landrat Bernd Woide haben dazu heute in der Otto-Lilienthal-Schule in Gersfeld die Kooperations­vereinbarung zwischen dem Land und der Stadt für das Programm zum Ausbau der Ganztagsangebote an hessischen Grundschulen unterzeichnet.

„Heute geben wir den Startschuss für die Beteiligung des Landes Hessen an einem zuverlässigen und qualitativ hochwertigen Ganztagsangebot im Landkreis Fulda. Die Unterzeichnung hier in Gersfeld ist auch der Auftakt für insgesamt fünf neue Schulträger, die wir im neuen Schuljahr im Pakt aufnehmen – ein wichtiger Tag für die Schullandschaft hier im Kreis und natürlich auch in ganz Hessen“, stellte Kultusstaatsekretär Lösel im Rahmen eines kurzen Grußwortes zufrieden fest und ergänzte: „Der Pakt für den Nachmittag ist unser gemeinsames Angebot, in einer sich verändernden Gesellschaft dem Wunsch vieler berufstätiger Eltern für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf gerecht zu werden.“

Auch dem Landkreis Fulda ist die kontinuierliche Weiterentwicklung von verlässlichen und bedarfsgerechten Bildungs- und Betreuungsangeboten an den Schulen vor allem im Hinblick auf die verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiges Anliegen. Landrat Bernd Woide: „Dabei orientieren wir uns an den besonderen Rahmenbedingungen des ländlichen Raums mit seinen spezifischen Herausforderungen des demografischen Wandels.“ Die Otto-Liliental-Schule in Gersfeld stehe beispielhaft für den pragmatischen Ansatz, den der Landkreis gerade beim Ausbau ganztägig arbeitender Schulen verfolge. So würden die in Gersfeld bereits bestehenden Angebote des Fördervereins übernommen und in das Landesprogramm „Pakt für den Nachmittag“ überführt. Sollte sich der an der Otto-Liliental-Schule eingeschlagene Weg bewähren, wovon die Beteiligten ausgingen, könnten sich auch andere interessierte Schulen um eine Teilnahme bewerben.

Die Bildungs- und Betreuungsangebote, die das Land und der jeweilige Schulträger gemeinsam an den Grundschulen, die am Pakt für den Nachmittag teilnehmen, organisieren, werden sowohl von den Eltern als auch von den Lehrkräften bisher sehr positiv gesehen und als deutlicher Fortschritt wahrgenommen. Auch wenn anfangs ein höherer Kommunikations- und Abstimmungsbedarf nötig sei, bestätigten die bereits teilnehmenden Schulen, dass sich der Aufwand im Hinblick auf die Chancen für eine qualitative Schulentwicklung lohne.

„Der bedarfsgerechte Ausbau unserer Ganztagsangebote ist das eine Ziel“, erläuterte der Kultusstaatssekretär. „Das andere ist, in gleichem Maße die Qualität der Angebote zu erhöhen, indem wir landesweite Standards setzen und die Schulen bei der Umsetzung fachlich beraten und unterstützen.“ Ganz selbstverständlich würden dabei die Verhältnisse vor Ort in den Blick genommen, bewährte Strukturen genutzt und vorhandene Angebote integriert. Eines der wichtigsten Angebote, das an vielen Paktschulen unterbreitet und gerne genutzt werde, seien sogenannte Lernzeiten, in denen die Kinder unter pädagogischer Betreuung ihre Hausaufgaben erledigen und den im Unterricht behandelten Stoff vertiefen können. „Das stärkt die Möglichkeiten der individuellen Förderung jedes einzelnen Kindes“, so Lösel.

Die Vereinbarung sieht im Landkreis Fulda zunächst die Teilnahme der Otto-Lilienthal-Grundschule in Gersfeld vor. Dort wird dann ein verlässliches und integriertes Bildungs- und Betreuungsangebot von 7.30 bis 17.00 Uhr angeboten. Das Land leistet seinen Beitrag für die Angebote rechnerisch an fünf Tagen in der Woche bis 14.30 Uhr. Der Schulträger leistet seinen Beitrag rechnerisch für den Zeitraum von 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr und in den Schulferien. Der bereits an der Otto-Lilienthal-Schule tätige Angebotsträger – der Bildungsverein Kreidekreis e.V. – wird in die Bildungs-  und Betreuungsangebote im Pakt für den Nachmittag einbezogen.

Insgesamt stellt das Land für den Pakt für den Nachmittag im kommenden Schuljahr landesweit bis zu 180 Stellen zusätzlich zur Verfügung. Damit leistet Hessen einen wichtigen Beitrag für ein hochwertiges Bildungs- und Betreuungsangebot, das hohen pädagogischen Standards entspricht, die im Landkreis Fulda genauso gelten wie andernorts.

Im dritten Jahr der Einführung des ‚Pakts für den Nachmittag‘ werden im kommenden Schuljahr 2017/2018 von insgesamt 33 Schulträgern 21 im Pakt vertreten sein. Dies entspricht rund zwei Drittel aller Schulträger in Hessen. Zu den 16 Schulträgerregionen, die schon jetzt im Pakt für den Nachmittag sind, kommen mit dem Landkreis Kassel, dem Werra-Meißner-Kreis, dem Landkreis Fulda, dem Lahn-Dill-Kreis und dem Landkreis Limburg-Weilburg fünf weitere Schulträger hinzu. In diesen fünf Regionen werden 19 Schulen in den ‚Pakt für den Nachmittag‘ aufgenommen, 27 Schulen kommen aus den ‚alten‘ Paktregionen neu hinzu, so dass insgesamt 46 Schulen im Schuljahr 2017/18 neu im Programm für den Ausbau der ganztägigen Angebote an Grundschulen aufgenommen werden. Insgesamt werden im Schuljahr 2017/2018 nach jetzigem Stand 168 Grundschulen dabei sein.

Quelle: Hessisches Kultusministerium

 

 

 


 
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