Hitchcock & Co.: Filmbildungsinitiative zu Filmklassikern

Kennen Schülerinnen und Schüler noch James Dean, Gary Cooper, Friedrich Wilhelm Murnau und François Truffaut? Die Filmbildungsinitiative „Klassiker sehen – Filme verstehen" möchte dafür sorgen.

Kennen Schülerinnen und Schüler heute noch James Dean, Gary Cooper, Friedrich Wilhelm Murnau und François Truffaut? Die über 100-jährige Geschichte des Films hat große Filmkünstler hervorgebracht. Nicht alle sind – über filmwissenschaftliche Experten und Cineasten hinaus – jüngeren Generationen noch selbstverständlich präsent. Jede Generation hat ihre eigenen Filmidole. Doch Filme spiegeln wie andere Kunstwerke vielfach die Geschichte ihrer Gattung.

Um die Bedeutung von Klassikern der Filmgeschichte – auch für aktuelle Filmproduktionen –zu vermitteln, rief die Deutsche Filmakademie gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung das Projekt „Klassiker sehen – Filme verstehen" ins Leben, denn „jeder aktuell produzierte Kinofilm baut auf dieser mehr als hundertjährigen Filmgeschichte auf, setzt Konventionen fort, verändert sie oder kreiert neue Erzähl- und Darstellungsformen. Viele zeitgenössische Filmschaffende, man denke etwa an Quentin Tarantino, zitieren oder persiflieren Klassiker in ihrem Werk.“

Die Filmbildungsinitiative will so auch „eine Brücke zwischen den Generationen“ schlagen und einen Dialog durch gemeinsames Sehen von Filmen ermöglichen. Zwar gebe es seit einigen Jahren erfreulich viele Initiativen, die Film- und Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern durch die Begegnung mit Kinofilmen zu fördern. Auch in Lehrplänen sei zunehmend die medienpädagogische Vermittlung von Filmkunst verankert, meist allerdings anhand aktueller Kinofilme. Zu einer umfassenden Filmbildung gehöre jedoch die Beschäftigung mit der Filmgeschichte, um neuere Filme „dekodieren“ und verstehen zu können.

Die Initiative startete 2013 in sieben Bundesländern und ist heute ein Kooperationsprojekt der Deutschen Filmakademie, der Bundeszentrale für politische Bildung und der Peter Ustinov Stiftung. Seit 2015 sind Schulen in allen Bundesländern beteiligt. Regionale Partner wie Film + Schule NRW, filmernst Brandenburg oder das Deutsche Filminstitut / Filmmuseum engagieren sich ebenfalls.

Das Projekt wendet sich an Schüler und Schülerinnen der Mittel- und Oberstufe ab 14 Jahren. In einer zweijährigen Kooperation können sie sich intensiv mit dem deutschen und internationalen Filmerbe vertraut machen. Sie sehen Jugendfilme der 1950er Jahre, beschäftigen sich mit der Ästhetik des Stummfilms beim Vampirfilm, analysieren Figuren und Kameraeinstellungen beim Western oder lernen Techniken des Animationsfilms kennen. Das ermöglicht ihnen wiederum die Bewertung aktueller Spielfilme. Die Kinobesuche werden von Filmpädagogen und -pädagoginnen angeleitet. Bestandteil ist auch eine Fortbildung für Lehrkräfte. Das Projekt kann in einzelnen Unterrichtsfächern oder fächerübergreifend durchgeführt werden.

Projektablauf:

Im Vorfeld findet eine verbindliche Lehrerfortbildung zur Vermittlung von Filmklassikern im Unterricht und zu den Grundlagen der Filmanalyse statt. Herzstück ist der Kinobesuch mit der Schulklasse. Zwei Jahre lang werden pro Halbjahr zwei ausgewählte Filmklassiker gezeigt, in Originalsprache mit Untertiteln. Im Anschluss findet im Kino ein von Filmpädagogen geleitetes Filmgespräch statt. Später besucht ein Filmpädagoge die Klasse in der Schule. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit stilistischen und inhaltlichen Besonderheiten der Filme und anderen relevanten Themen. Schließlich dokumentieren sie ihre Ergebnisse in einem Projektbericht.

Eine Durchführung ist auch ohne unmittelbare Projektteilnahme möglich. Dazu stehen auf der Internetseite Klassiker sehen – Filme verstehen https://www.filmklassiker-schule.de/
extra Hinweise und Empfehlungen sowie Unterrichtsmaterialien zu Themen wie „Jugend in den 1950ern“, „Mythos Western“, „Klassiker des Vampirfilms“ oder „Hitchcock & Truffaut - Partners in Crime“ online zur Verfügung.

Von Mai bis September 2017 finden wieder Fortbildungen in allen Bundesländern statt. Die Fortbildungen sind ebenfalls unabhängig von einer Projektteilnahme offen für alle interessierten Lehrerinnen und Lehrer. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Sophia Beck unter beck@deutsche-filmakademie.de.

Zu den derzeit teilnehmenden Schulen gehören zahlreiche Ganztagsschulen:

Baden-Württemberg
Erasmus-Gymnasium Denzlingen
Deutsch-Französisches Gymnasium Freiburg

Bayern
Montessori Schule Biberkor, Berg
Apian-Gymnasium Ingolstadt

Berlin
Bertha-von-Suttner- Gymnasium
Heinz-von-Berggruen-Gymnasium
Carlo-Schmid-Oberschule
Solling-Schule
Friedrich-Ebert-Gymnasium

Brandenburg
Voltaire-Schule Potsdam
Friedrich-Wilhelm-von-Steuben-Gesamtschule

Bremen
Oberschule am Leibnizplatz
Wilhelm-Olbers-Schule

Hamburg
Gymnasium Lerchenfeld
Gymnasium Ohmoor
Gymnasium Klosterschule
Gymnasium Meiendorf

Hessen
Helmholtzschule Frankfurt am Main
Carl-von-Weinberg-Schule Frankfurt am Main
Johannisbergschule Witzenhausen

Meckenburg-Vorpommern
Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wismar
Regionale Schule Insel Poel
Regionale Schule Proseken

Niedersachsen
Geschwister-Scholl-Gesamtschule Göttingen
Theodor-Heuss-Gymnasium Göttingen
Otto-Hahn-Gymnasium Göttingen
Wilhelm-Busch-Gymnasium Stadthagen

Nordrhein-Westfalen
Evangelisch Stiftisches Gymnasium Gütersloh
Anne Frank Gesamtschule Gütersloh

Rheinland-Pfalz
Gymnasium Saarburg
Kurfürst-Balduin-Realschule plus Trier

Saarland
Gesamtschule Sulzbachtal Saarbrücken

Sachsen
Semperschulen Dresden
Léon-Foucault-Gymnasium Hoyerswerda
Berufliches Schulzentrum „Konrad Zuse“

Sachsen-Anhalt
Sekundarschule „Saale-Elster-Auen“ Schkopau
Sekundarschule „Johann Wolfgang von Goethe“ Merseburg

Schleswig-Holstein
Gemeinschaftsschule Nortorf
Christian-Timm-Gemeinschaftsschule Rendsburg

Thüringen
Bergschule St. Elisabeth Heiligenstadt

Quellen: Deutsche Filmakademie
Klassiker sehen – Filme verstehen

 

 


 
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