Neue KMK-Statistik für Ganztagsschulen 2015/2016

Die aktuelle Ganztagsschulstatistik der Kultusministerkonferenz ist online verfügbar.

Die aktuelle Statistik der Kultusministerkonferenz „Allgemein bildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland – Statistik 2011 bis 2015“ vom 14. Dezember 2016 liegt vor.

Wie in den Vorjahren wird die steigende gesellschaftliche Bedeutung schulischer Ganztagsangebote in Deutschland hervorgehoben. Als Ursachen dafür werden der hohe Bedarf nach ganztägiger Betreuung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die durch PISA angeregte Diskussion über die besten Rahmenbedingungen für schulisches Lernen gesehen. Ausdrücklich wird dabei auf die Impulse durch das Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ der Bundesregierung hingewiesen. Mit dem Programm konnten bundesweit 8.262 Schulen gefördert werden.

„Die in vielen Ländern entwickelten Konzepte und Maßnahmen zum Ausbau des Ganztagsschulbetriebs im Primar- und Sekundarbereich I fanden in der vorliegenden Analyse der Jahre 2011 bis 2015 ihren Niederschlag“, heißt es im Vorwort. Nach der aktuellen Statistik für das Schuljahr 2015/2016 hat sich die Zahl der Ganztagsangebote und die Zahl der am Ganztag teilnehmenden Schülerinnen und Schüler seit der erstmaligen amtlichen Zählung der Kultusministerkonferenz im Schuljahr 2002/2003 kontinuierlich erhöht:

17.718 schulische Verwaltungseinheiten im Primarbereich und in der Sekundarstufe I (64,6% verfügten im Schuljahr 2015/2016 über Ganztagsangebote (2002/2003: 4.951 = 16,3%). Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr betrug 5,1 Prozentpunkte.

Die höchsten Anteile verzeichnen die Länder Sachsen (97,4%), Saarland (97,0%), Hamburg (95,3%), Berlin (89,0%), Thüringen (77,6%) und Nordrhein-Westfalen (74,2%). Nach Schularten haben die Integrierten Gesamtschulen mit 87,6% weiterhin die höchsten Anteile an Ganztagsschulen, gefolgt von den Schularten mit mehreren Bildungsgängen (80,0%), Hauptschulen (70,3%), Förderschulen (70,3%) und Gymnasien (60,5%). Der Anteil der Grundschulen mit Ganztagsbetrieb hat sich mit 56,1% – bei erheblichen Unterschieden zwischen den Ländern zwischen 100% und 22% – seit 2002 immerhin mehr als verfünffacht.

Im Schuljahr 2015/2016 nahmen bundesweit 2.820.360 Schülerinnen und Schüler am Ganztagsschulbetrieb teil, das sind 39,3% aller Schülerinnen und Schüler im Primarbereich und in der Sekundarstufe I (2002: 9,8%). Der Anstieg beträgt in den letzten Jahren jährlich rund zwei Prozentpunkte. Überdurchschnittliche Teilnahmequoten verzeichnen Hamburg (91,5%), Sachsen (77,5%), Berlin (65,8%), Thüringen (51,5%), Brandenburg (47,5 %), Nordrhein-Westfalen (46,3%) und Mecklenburg-Vorpommern (41,1%).
Nach Schularten stieg der Anteil teilnehmender Schülerinnen und Schüler am stärksten in Schulen mit mehreren Bildungsgängen, in denen mehr als jede(r) zweite Schüler(in) Ganztagsangebote nutzt (2002: 3,7%; 2015: 55,2%). Die Teilnahme in Grundschulen ist seit 2002 (4,2%) kontinuierlich auf über ein Drittel gestiegen (2015: 34,5%), ebenso in Gymnasien (2015: 31,9%; 2002: 3,9%).

Nach Organisationsformen dominiert die offene Form bei Grundschulen, Gymnasien, Realschulen und Hauptschulen. Die teilgebundene und die voll gebundene Form wählen eher Schulen mit mehreren Bildungsgängen, IGS und Förderschulen.

Quelle: Kultusministerkonferenz
 

 

 


 
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