Bundesweite Initiative "Schule gegen sexuelle Gewalt"

Die nordrhein-westfälische Schulministerin und der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung, starten die bundesweite Initiative "Schule gegen sexuelle Gewalt".

Ziel der Initiative ist es, die Schulen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die von sexueller Gewalt betroffen sind, fachlich zu unterstützen und zu ermutigen, eigene Konzepte zum Schutz vor sexueller Gewalt zu entwickeln. Dies soll dazu beitragen, die Unsicherheit von Schulleitungen, Lehrkräften und anderen schulischen Beschäftigten beim Umgang mit dem Thema sexuelle Gewalt abzubauen. „Nur über die Schulen erreichen wir alle Kinder und Jugendlichen“, erklärte NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann. „Mit der Initiative wollen wir präventiv handeln, aber auch diejenigen Kinder und Jugendlichen besser unterstützen, die bereits Opfer von sexueller Gewalt geworden sind. Wir wollen, dass Lehrerinnen und Lehrer sowie Fachkräfte kompetent reagieren können.“ „Ich gehe davon aus, dass in jeder Schulklasse mindestens ein bis zwei Mädchen und Jungen von sexueller Gewalt betroffen sind“, so der Unabhängige Beauftragte Johannes-Wilhelm Rörig. Für sie ist es wichtig, dass ihre Signale frühzeitig wahrgenommen werden und sie schnell Hilfe erhalten. Die Schulen haben neben dem Bildungsauftrag auch einen Kinderschutzauftrag. Mit unserer Initiative wollen wir die Schulen bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützen.“

Die Initiative wird nicht nur von allen Ländern, sondern auch von Lehrerverbänden, Gewerkschaften, dem Bundeselternrat, freien Schulträgern und dem Betroffenenrat, Fachgremium beim Unabhängigen Beauftragten, unterstützt. Bis zu Beginn des neuen Schulhalbjahres werden in Nordrhein-Westfalen alle Schulen im Rahmen spezieller Veranstaltungen über die Initiative informiert. Mit dabei sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bezirksregierungen und Schulpsychologinnen und -psychologen aus Nordrhein-Westfalen, unterstützt vom Arbeitsstab des Unabhängigen Beauftragten.

Forschung

Um die Arbeit zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexuellem Missbrauch sowie vor Vernachlässigung und Gewalt auf eine fundierte Basis stellen zu können, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit 2011 rund 35 Millionen Euro zur Förderung bildungs- und gesundheitswissenschaftlicher Forschung zur Verfügung gestellt. Davon sind rund 12 Millionen Euro für die Bildungsforschung im Rahmen der Förderrichtlinie „Forschung zur Prävention sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Kontexten“ vorgesehen.

Im Vorwort der vom BMBF herausgegebenen Broschüre betont Bundesbildungsministerin Prof. Johanna Wanka: „Wir müssen zum einen erforschen, welches Wissen und welche Fähigkeiten Erwachsene benötigen, um ihrer Schutzfunktion besser gerecht werden zu können. Zum anderen müssen wir Kinder und Jugendliche stark machen gegen sexuelle Gewalt. Jede Einrichtung, die Kinder und Jugendliche betreut, sollte sich mit einem geeigneten Schutzkonzept auseinandersetzen.“

Das vom BMBF initiierte Forschungsprogramm ist eine der umgesetzten Maßnahmen des im März 2010 etablierten „Runden Tisches Sexueller Kindesmissbrauch“, der unter Vorsitz des Bundesministeriums der Justiz, des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bis November 2011 Empfehlungen für die Verbesserung des Schutzes von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt erarbeitete. Das Forschungsprogramm versammelt erziehungs- und sozialwissenschaftliche sowie psychologisch und lebenswissenschaftlich orientierte Forschungen.

Die Notwendigkeit der Sensibilisierung und Befähigung von Lehrerinnen und Lehrern für diese Thematik zeigen auch alle Erkenntnisse aus der internationalen Forschung. Mit den Ergebnissen der Forschung soll unter anderem die Aus- und Fortbildung verbessert werden.

BMBF (Hrsg.): Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Kontexten. Forschung zu Prävention und Schutzkonzepten.


Quellen:
Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs

Bundesministerium für Bildung und Forschung
 

 

 

 


 
(Ende der inhaltlichen Zusatzinformationen)