Saarland: Rechtsanspruch auf Ganztag als Ziel

Bildungsminister Ulrich Commerçon hat zum Schuljahresstart einen Ausblick auf die Schwerpunkte des Schuljahres gegeben, dazu zählen die Medienbildung, Ganztagsschulen und die frühe Bildung.

Der saarländische Bildungsminister Ulrich Commerçon hat zum Schuljahresstart im Saarland einen Ausblick auf das Schuljahr 2016/2017 gegeben. Ein Schwerpunktthema der kommenden Monate wird die Erarbeitung eines Landeskonzepts Medienbildung sein. Damit bewegt sich das Saarland im Rahmen der von der Kultusministerkonferenz (KMK) verfolgten Strategie der „Bildung in der digitalen Welt“. Der Minister betonte: „Der Umgang unserer Kinder und Jugendlichen mit digitalen Medien, Smartphones und sozialen Netzwerken gehört inzwischen zu ihrem Alltag. Auch die Arbeitswelt befindet sich in einem umfassenden Digitalisierungsprozess. Darauf müssen und wollen wir Antworten geben.“

Zugleich warnte er davor, das Thema zu sehr unter dem Aspekt der Technik zu verengen: „Die Debatte über die Medienbildung ist mir zu technikfixiert. Die Digitalisierung erfordert vielmehr Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien. Ein reflektierter und kritischer Umgang mit digitalen Medien ist für Kinder und Jugendliche genauso bedeutsam wie Rechnen, Lesen, Schreiben oder Fremdsprachenkenntnisse. Die hierfür erforderliche Grundkompetenz ist eine zentrale Voraussetzung für soziale Teilhabe.“ Ab dem neuen Schuljahr wird an den Grundschulen schrittweise der Medienkompass Grundschule eingeführt, ein Kompetenzraster, in dem Schülerinnen und Schüler ihre Kenntnisse im Umgang mit dem PC, den darauf vorhandenen Programmen und dem Internet dokumentieren. Der Medienkompass wurde in Rheinland-Pfalz entwickelt und im Rahmen der Kooperation zwischen den Bildungsministerien des Saarlandes und von Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellt.

Die Ganztagsangebote an den saarländischen Schulen erfreuen sich einer hohen Nachfrage: Mit Beginn des neuen Schuljahres werden insgesamt 5.426 Schülerinnen und Schüler an 26 Standorten in gebundenen Ganztagsangeboten unterrichtet. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler in Ganztagsklassen beträgt 1.050. Gebundene Ganztagsschulen werden von 4.376 Schülerinnen und Schüler besucht. Die Anzahl hat sich damit im Laufe der Legislaturperiode nahezu verdreifacht. Das Bildungsministerium fördert über das Investitionsprogramm „Ganztägige Bildung und Betreuung“ die Errichtung, den Ausbau und die qualitative Weiterentwicklung von gebundenen Ganztagseinrichtungen. Seit Dezember 2014 wurden entsprechende Investitionen der Schulträger – Gemeinden und Landkreise – mit rund 5,3 Millionen Euro gefördert.

Bildungsminister Commerçon: „Mit der Förderung setzen wir das im Koalitionsvertrag gegebene Versprechen um, die Kommunen als Schulträger bei der Errichtung von Ganztagsschulen zu unterstützen. Der Ausbau von Ganztagsschulen ist eines der wichtigsten Reformprojekte. Es geht um mehr Bildungsgerechtigkeit und um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mein Ziel ist die echte Wahlfreiheit zwischen offenen und gebundenen Ganztagsangeboten und ein Rechtsanspruch auf Ganztagsunterricht.“

Ein weiterer Schwerpunkt ist die frühkindliche Bildung. Nahmen im Schuljahr 2009/2010 noch 20 Grundschulen und 58 Kindergärten am Kooperationsjahr „Kindergarten-Grundschule“ teil, ist das Ziel des flächendeckenden Angebots des Kooperationsjahres mit Beginn des neuen Schuljahres erreicht. Der Ausbau der Krippenplätze macht weitere Fortschritte: Derzeit stehen im Saarland 6.379 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung. „In den nächsten Jahren wollen wir den Versorgungsgrad landesweit auf 40 Prozent steigern. Dabei werden wir den unterschiedlichen Nachfragesituationen im ländlichen Raum und in den Ballungsräumen Rechnung tragen.“ Handlungsbedarf sieht der Bildungsminister auch bei der Förderung von Investitionen zur Schaffung zusätzlicher Betreuungsplätze im Kindergartenbereich.

Mittelfristig will Bildungsminister Commerçon das Ziel der Beitragsfreiheit für einen Kita-Platz verwirklichen: „Der Ausbau der Kitas in den letzten Jahrzehnten hat dazu geführt, dass das Augenmerk nicht mehr ausschließlich auf dem Betreuungsaspekt liegt. Vielmehr sind die Kitas heute wichtige Bildungsinstitutionen. Hinzu kommt der höhere Stellenwert, den wir der Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder der Abhängigkeit von sozialer Herkunft und Bildungserfolg beimessen. Die Beitragsfreiheit stellt den Kindergarten als Bildungseinrichtung mit der Schule gleich und entlastet die Familien. Hier müssen wir noch dicke Bretter bohren.“

Quelle: Ministerium für Bildung und Kultur Saarland



 

 

 


 
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