Kunststudent entwirft Sitzmöbel für Ganztagsschulen

Für die Diplomarbeit "Lebensraum Schule – Ein Projektentwurf als Antwort auf das Konzept gebundener Ganztagsschulen" erhielt Ludwig Kaimer von der Kunsthochschule Kassel den Georg-Forster-Preis.

Abhängen, Flirten, Chillen, Unterricht in Kleingruppen und ungestörte Einzelarbeit an digitalen Endgeräten – das alles ermöglicht ein neues Sitzmöbel für Ganztagsschulen. Ludwig Kaimer, Absolvent der Kunsthochschule Kassel, erhält den Georg-Forster-Preis 2015 für seinen klappbaren Sitz „patch“ für Ganztagsschulen.

Der Schulalltag verändert sich: Durch Ganztagsschulen verbringen die Schülerinnen und Schüler immer mehr Zeit an der Schule. Neue Unterrichtsmethoden bringen mehr Kleingruppenarbeit oder freies Arbeiten mit sich. Es entsteht somit ein größerer Platzbedarf für neue Formen des Lernens aber auch für Erholungsphasen zwischen den Unterrichtseinheiten.

Da das Schulgebäude in der Regel nicht geändert werden kann, schafft Ludwig Kaimer in seiner Diplomarbeit „Lebensraum Schule – Ein Projektentwurf als Antwort auf das Konzept gebundener Ganztagsschulen“ mit dem Entwurf einer neuartigen Möblierung eine Binnenarchitektur. Als Vorarbeit für die Produktentwicklung hat sich Kaimer angeschaut, was pädagogische Konzepte heute fordern, welche Gegebenheiten man in Schulen im In- und Ausland vorfindet, welche Kommunikationsräume und Lernorte notwendig wären und welche Bedürfnisse Jugendliche und Lehrer in ihrem Tagesablauf in der Schule haben.

Der daraus entwickelte Sitz berücksichtigt Architektur, Brandschutz, Pädagogik, Ergonomie, Materialkunde und Design. Die Arbeit ist somit – ganz im Sinne Georg Forsters – interdisziplinär. Der Weltumsegler Georg Forster erlangte im 18. Jahrhundert Bedeutung als Reiseschriftsteller, Kunsthistoriker, Ethnologe und Naturwissenschaftler. Forster lehrte am Collegium Carolinum von 1778 bis 1784 in Kassel. In Erinnerung an seine zahlreichen, im besten Sinn interdisziplinären Forschungen vergibt die Kasseler Universitätsgesellschaft den Georg-Forster-Preis alle zwei Jahre.

Betreut wurde die Diplomarbeit von Prof. Dr. Dorit Bosse vom Fachgebiet Schulpädagogik, Schwerpunkt Gymnasiale Oberstufe, der Universität Kassel.

Die Preisverleihung fand am 16. Juli 2016 beim Rundgang Kunsthochschule statt.

Quelle: Universität Kassel
 

 

 


 
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