Grundschule an der Lessingstraße: Ferien im Sportgarten

Die Begeisterung ist allgegenwärtig. Fast 90 Kinder der Grundschule an der Lessingstraße tummeln sich drei Wochen lang während der Sommerferien im Bremer "Sportgarten". Die Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe kooperiert mit der Schule und bietet Schülerinnen und Schülern Sport, Spiel und Spaß.

Hanns-Ulrich Barde: "Das Bewegungsbedürfnis von Kindern kann in vielen Schulen nicht ausreichend gestillt werden."© Sportgarten e. V.

Der zehnjährige Luis ist einer von ihnen: "Ich finde gut, dass wir so viel unternehmen. Wir laufen zum Beispiel zum Werdersee, spielen Räuber und Gendarm, gehen ins Schwimmbad und machen Ausflüge in die Kinder-Wildnis." Eigentlich gibt es nur eines, was die Feriengäste im Sportgarten bedauern - sie können gar nicht alle Angebote des Vereins nutzen. Denn eigentlich gibt es nichts, was es nicht gibt. Auf dem 12.000 Quadratmeter Sportgelände werden nicht nur nahezu alle Ballsportarten angeboten. Die Kinder können reiten, Skateboard fahren, Trampolin springen, klettern, schwimmen und sich nach Herzenslust austoben.

Passend zum diesjährigen Motto "Abenteuer" dürfen sich die Grundschülerinnen und -schüler beim Kistenklettern, Bungeejumping, beim Balancieren auf der Highline oder beim Durchschwimmen des Werdersees "beweisen". Wer Tiere mag, kann sich für das Tier- und Landschaftsprojekt des Sportgartens, das sich auf einem 30. 000 Quadratmeter großen Gelände befindet, beteiligen. "Und das alles natürlich unter professioneller Anleitung und Aufsicht", wie Hanns-Ulrich Barde, der Leiter der Einrichtung betont. Die ist ein gemeinnütziger Verein, dessen Mitglieder vor allem Kinder und Jugendliche sind, die aktiv in alle Entscheidungen einbezogen werden. Mit dem Betrieb seiner Anlagen fördert der Club den Breitensport. Gleichzeitig hat er sich die Unterstützung der politischen und sozialen Bildung und Entwicklung von Kindern und jungen Erwachsenen zum Ziel gesetzt. Seit seiner Gründung wird er von der Idee getragen: "Bei uns wächst der Sport" - durch Bildung, Kultur, Beteiligung, Begegnung, Qualifizierung und Integration.

In den Ferien etwas erleben

Fotos: Impressionen aus dem Sportgarten
Hanns-Ulrich Barde: "Sport ein ganz wichtiger Aspekt in der Bildung."© Sportgarten e. V.

Von 8 bis 16 Uhr ist der Sportgarten für die Schülerinnen und Schüler der gebundenen Ganztagsschule geöffnet. Hanns-Ulrich Barde erinnert sich gut an die Geburtsstunde der Kooperation. Noch vor wenigen Jahren befürchteten einige Eltern, die Schule wolle sich, wie Barde formuliert "von der Betreuung in den Ferien" freikaufen. Doch diese Skepsis ist längst großer Zufriedenheit gewichen. "Auch die Kinder, die nicht in den Urlaub fahren, möchten im neuen Schuljahr erzählen, dass sie etwas erlebt und dass sie etwas anderes als Schule um sich herum gehabt haben", weiß Barde aus Erfahrung. Einige von ihnen werden nach den Ferien stolz berichten können, dass die in den Ferien ein stattliches Baumhaus gebaut haben.

Immer mehr Eltern und Kinder nutzen das Angebot

Die Begeisterung für das Sommercamp teilt Kornelia Martens uneingeschränkt. Sie leitet die gebundene Ganztagsgrundschule und ist von dem Konzept überzeugt. "Der Sportgarten verfügt über Sportstätten und -arten, die wir an der Schule gar nicht anbieten können", strahlt sie. Besonders wichtig ist ihr, dass Hanns-Ulrich Barde und sein Team, in dem Jan Bannas, Bayram Erdogan und Anna Müller den Hauptteil der Ferienaktivitäten koordinieren, ein so verlässlicher Partner für die Schule, aber auch für die Eltern darstellt. Den Aspekt der Betreuung von Kindern in den Ferien hat auch Barde fest im Blick: "Es gibt einen großen Bedarf, sicher nicht nur an der Schule an der Lessingstraße. Besonders wenn Familien noch Kinder im Grundschulalter haben." Immer mehr nutzen das Angebot, wissen ihre Kinder in guten Händen, zu der auch eine erfahrene Köchin zählt. Sie sorgt für gesunde und abwechslungsreiche Ernährung. Den Einkommensabhängigen Beitrag zahlen die Eltern gerne.

Mehr als die Lösung eines Betreuungsproblems

Fast 90 Kinder vergnügen sich in diesem Sommer auf dem 12.000 Quadratmeter großen Gelände© Sportgarten e. V.

Doch sowohl Kornelia Martens als auch Hanns-Ulrich Barde geht es um mehr als die Lösung eines Betreuungsproblems. "Als Innenstadtschule gibt es bei uns vergleichsweise wenig Bewegungsmöglichkeiten für unsere Schülerinnen und Schüler", betont Martens. Der Sportgarten vergrößere sozusagen den Stadtteil. Barde unterstreicht das: "Das Bewegungsbedürfnis von Kindern kann in vielen Schulen nicht ausreichend gestillt werden. Dabei ist der Sport ein ganz wichtiger Aspekt in der Bildung."

Bei der Wahl, an welchem Angebot die Kinder teilnehmen, setzen die Organisatoren auf Freiheit und Flexibilität. "Die Schülerinnen und Schüler legen das in Abstimmung mit unseren Betreuerinnen und Betreuern fest - das sollen nicht die Eltern tun", berichtet Barde. Die neunjährige Magdalena weiß das zu schätzen: "Ich finde das Ferienprogramm toll, weil es cool ist. Ich kann machen, was ich will, aber auch beim Programm mitmachen. Besonders gefällt mir das Reiten auf Fred." Zwar sollen die Kinder sich nach dem gemeinsamen Frühstück festlegen, welches Angebot sie am Tag wahrnehmen wollen. Doch der Wechsel zu etwas vielleicht noch Spannenderem ist nicht ausgeschlossen. Ihre Betreuer haben sie dabei offensichtlich ins Herz geschlossen. "Ich finde das Ferienprogramm toll, weil es einfach Spaß macht und weil so viele nette Betreuer da sind", versichert Jakob (9).
Vertraute Gesichter für die Kinder

Viele der Betreuerinnen und Betreuer sind den Kindern ohnehin schon aus dem Schulalltag vertraut. Schließlich kooperieren Schule und Sportgarten auch im Unterricht seit vielen Jahren. Insgesamt können die Ganztagsgrundschüler zwischen elf Arbeitsgemeinschaften auswählen, die der Sportgarten im Laufe des Schuljahres anbietet. Mit einem sehr wertvollen Zusatzeffekt, wie Kornelia Martens erläutert: "Unsere Grundschulkinder lernen durch die ganzjährige Kooperation mit dem Sportgarten ein Freizeitgelände kennen, das sie später als Jugendliche ebenfalls nutzen können und werden." Hanns-Ulrich Barde wertet  die Zusammenarbeit als "für eine nachhaltige Jugendförderung existenziell". Beide Partner - Schule und Sportgarten - begegneten sich auf Augenhöhe und leisteten jeweils den Beitrag für den sie qualifiziert und professionalisiert seien.

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