Deutscher LandFrauenTag für Qualität in der Schulverpflegung

Auf dem Deutschen LandFrauenTag am 6. Juli 2016 in Erfurt waren auch verlässliche Kinderbetreuung und Qualität in der Schulverpflegung ein Thema.

Der Deutsche Landfrauentag, der alle zwei Jahre stattfindet, fand am 6. Juli erstmals in Erfurt statt. Anwesend waren auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, Ministerpräsident Bodo Ramelow, Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und Bundesentwicklungsminister Gerd Müller. Die Bundeskanzlerin sagte in ihrer Rede u. a.: „Ein wichtiges Entscheidungskriterium für Familien mit Kindern, auf dem Land zu bleiben, ist die Antwort auf die Frage: Wie steht es mit der Kinderbetreuung, wie steht es mit der Schule? Wir haben viel Geld in die Hand genommen, um Länder und Kommunen beim Ausbau der Kinderbetreuung zu unterstützen. Zahlreiche Angebote sind ausgeweitet worden oder neu entstanden. Auf verlässliche Kinderbetreuung kommt es ganz besonders dann an, wenn beide Elternteile Familie und Beruf miteinander vereinbaren wollen. Immer mehr Väter und Mütter wünschen sich das.“

Eine halbe Million Mitglieder hat der Deutsche Landfrauenverband (dlv), dessen Tradition bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, der in Ostpreußen mal als landwirtschaftlicher Hausfrauenverein gegründet wurde. Heute streitet er für eine gerechte Bezahlung der Frauen, Geschlechterquoten und gegen das Betreuungsgeld. Die Aufgabe der Landfrauen sieht die Präsidentin des Verbandes Brigitte Scherb vor allem in der Kommunikation zwischen der Landwirtschaft und Gesellschaft.

Auch im Bereich der Schulverpflegung hat der dlv klare Forderungen:
„Ziel muss eine gesetzliche Zertifizierung der Anbieter auf Grundlage der DGE-Qualitätsstandards für die Schulverpflegung sein. Junge Menschen müssen an einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln herangeführt werden. Das sollte im Unterricht ebenso wie in der Gemeinschaftsverpflegung stattfinden. Will die Schulverpflegung den Zielen gerecht werden, der Prävention und der Gesundheitsförderung zu dienen, muss sie als Teil der Ernährungsbildung verstanden und umgesetzt werden. Unabhängig vom Verpflegungssystem muss jede Schule über eine Küche verfügen, in der praktische Ernährungsbildung stattfinden kann. Der Geldbeutel der Eltern darf keine Rolle spielen, wenn es um eine gute und gesunde Kita- und Schulverpflegung geht. Kein Kind sollte aus finanziellen Gründen von den gemeinsamen Mahlzeiten ausgeschlossen sein.“

Der Landfrauenverband hat 2014 ein Positionspapier zur Schulverpflegung und Verpflegung in Kindertageseinrichtungen verabschiedet. Darin heißt es u. a.: „Mit dem Ausbau der Ganztagsschulen in Deutschland wird die Zahl der zu verpflegenden Schülerinnen und Schüler weiter wachsen. Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) begrüßt diese Entwicklung und fordert die Politik auf, die richtigen Weichen zu stellen. ... Auf dem Weg zu einer flächendeckenden, hochwertigen und für alle Kinder und Jugendliche zugänglichen Schulverpflegung auf dem Land verstehen sich die LandFrauen als Partner mit Expertise und Gestaltungswillen.“

Unter anderem führen die LandFrauen das Projekt SchmExperten durch, eine Fortbildung zur Ernährungs- und Verbraucherbildung für weiterführende Schulen. Durch den praxisorientierten Ansatz werden auch Aspekte rund um das Thema Essen und Trinken wie Warenkunde und Lebensmitteleinkauf, Hygiene, Arbeitskultur bis hin zur Esskultur beleuchtet. LandFrauen sind bereits bundesweit als externe Fachkräfte an weiterführenden Schulen unterwegs. Von Mai 2013 bis August 2015 wurde das Unterrichtsmaterial in einem Pilotprojekt mit 25 qualifizierten LandFrauen erprobt. Die Lehrkräfte werden bei der Umsetzung des Projektes von einer geschulten LandFrau unterstützt.

Quellen: Deutsches Netzwerk Schulverpflegung/dlv
 

 

 


 
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