Kinder- und Jugendhilfepreis 2016 verliehen

Der Deutsche Kinder- und Jugendhilfepreis 2016 der AGJ wurde am 30. Juni in Berlin verliehen. Ausgezeichnet wurde auch die Dissertation „Jugendhilfeentwicklung und Ganztagsschule“.

Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe hat am 30. Juni in Berlin den Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreis 2016 verliehen, der alle zwei Jahre in den Kategorien Praxispreis, Theorie- und Wissenschaftspreis sowie Medienpreis vergeben und von der Obersten Jugend- und Familienbehörden der Länder gestiftet wird.

Eine elfköpfige Jury hat aus 160 Bewerbungen die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger ermittelt:
Den Praxispreis , der zum  Thema „Weiterentwicklung der Hilfen zur Erziehung“ ausgeschrieben war, erhielt der Verein Careleaver für seine Arbeit.

Diesjähriger Medienpreisträger ist der Journalist Thomas Rautenberg vom rbb für die Langzeit-Radio-Reportage „Allein in der Fremde“ in der Reihe „Zeitpunkte“ des Kulturradio rbb. Jury-Mitglied Rolf Westermann hob in seiner Laudatio hervor:

„Es ist die Geschichte zweier mutiger Mädchen, die schnell deutsch lernen, gut in der Schule sind und sich in der Fremde großartig zurechtfinden. Und es ist die Geschichte eines Journalisten, der im sonst so schnelllebigen Mediengeschäft einen langen Atem hat und mit einer nachhaltigen Recherche einen Glanzpunkt setzt.“ Die Anerkennung beim Medienpreis, die mit 1.000 Euro ausgestattet ist, ging an die Journalistin Birgit Lutz für den Zeitungsartikel „Das zweite Gesicht“.

Den Theorie- und Wissenschaftspreis erhielt Dr. Thomas Mühlmann für seine
Dissertation „Aufsicht und Vertrauen. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen in stationären Einrichtungen der Jugendhilfe als Aufgabe überörtlicher Behörden“. Jury-Vorsitzender Prof. Dr. Wolfgang Schröer lobte in seiner Laudatio, dass nicht das Thema der Heimaufsicht allein die Preiswürdigkeit der Arbeit ausmache, sondern „… vielmehr die Art und Weise zwischen handbuchartiger Neuerschließung des Themas und empirischer Ausleuchtung anhand zweier ausgewählter Landesbehörden“.

Dr. Mirjana Zipperle wurde die Anerkennung in der Kategorie Theorie- und Wissenschaftspreis für ihre Dissertation „Jugendhilfeentwicklung und Ganztagsschule“ zuteil, eine lokale Fallstudie, in der die Autorin der Frage nachgeht, welche Auswirkungen sich bei der Einführung der Ganztagsschule in den Bereichen Hort, Schulkindbetreuung, Schulsozialarbeit, einzelfallorientierte Erziehungshilfen, offene Angebote der Kinder- und Jugendarbeit u. a. beobachten lassen. Über die Kooperation zwischen Ganztagsschule und Kinder- und Jugendhilfe werde derzeit hitzköpfig diskutiert, stellte Prof. Dr. Schröer in seiner Laudatio fest, aber „Dr. Mirjana Zipperle hat in dieser aufgeregten Stimmung Ruhe bewahrt und empirisch anhand einer Fallstudie die Entwicklung insgesamt unter die Lupe genommen. Sie zeigt vielschichtig auf, dass die Herausforderungen die Kinder- und Jugendhilfe in ihrer Breite betreffen. ... Dr. Mirjana Zipperle legt eine der wenigen Studie vor, die uns zeigen, dass wir uns diesem Themenfeld nüchtern und auch auf empirisch zuwenden sollen, damit wir alte Mythen über die Beziehung von Kinder- und Jugendhilfe und Schule nicht immer weiter transportieren.“
Die Preisträger können sich über ein Preisgeld von insgesamt 14.000 Euro freuen.

Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ schreibt den Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreis 2016 – Hermine-Albers-Preis – in den Kategorien Praxispreis, Theorie- und Wissenschaftspreis sowie Medienpreis der Kinder- und Jugendhilfe aus und verleiht ihn alle zwei Jahre. Mit dem Deutschen Kinder- und Jugendhilfepreis sollen Personen, die im Bereich der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien bzw. in den Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe tätig sind, angeregt werden, neue Konzepte, Modelle und Praxisbeispiele zur Weiterentwicklung der Theorie und Praxis der Kinder- und Jugendhilfe auszuarbeiten und darzustellen und ihre Arbeit der Fachöffentlichkeit bekannt zu machen. Journalistinnen und Journalisten sollen angeregt werden, über die vielfältige Arbeit der Kinder- und Jugendhilfe - ihre Inhalte, Methoden, Arbeitsweisen und Träger - zu berichten und somit die Öffentlichkeit wirklichkeitsnah über die Leistungen und Angebote der Kinder- und Jugendhilfe zu informieren.

Die Mitglieder der Jury 2016 unter Vorsitz von Prof. Dr. Wolfgang Schröer (Universität Hildesheim) waren Dr. Dirk Härdrich (Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend und Familie), Winfried Hebold-Heitz (SJD - Die Falken), Carolin Krause (Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Köln), Dr. Christian Lüders (DJI), Alina Schadwinkel (ZEIT Online), Judith Schwarzburger (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft des Landes Berlin), Norbert Struck (Paritätischer Wohlfahrtsverband), Rolf Westermann (Journalist), Dr. Herbert Wiedermann (Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration Hamburg) und Prof. Dr. Holger Ziegler (Universität Bielefeld).

Für den Kinder- und Jugendhilfepreis – Hermine-Albers-Preis – in den verschiedenen Kategorien können sich Autorinnen bzw. Autoren oder Institutionen und Organisationen selbst bewerben oder von Dritten vorgeschlagen werden.

Quelle: Kinder- und Jugendhilfeportal/ AGJ

 

 

 


 
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