"Pakt für den Nachmittag" im Kreis Groß-Gerau

Der Kreis Groß-Gerau startet zum Schuljahr 2016/2017 mit vier Grundschulen in den Pakt für den Nachmittag. In der Pestalozzischule Raunheim wurde die Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

Als eine von zehn neuen Schulträgerregionen wird im kommenden Schuljahr 2016/17 auch der Landkreis Groß-Gerau in den ‚Pakt für den Nachmittag‘ starten. Kultusstaatssekretär Dr. Manuel Lösel, Landrat Thomas Will und der Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer haben am 28. Juni 2016 in der Pestalozzischule Raunheim die Kooperationsvereinbarung zwischen dem Land und dem Kreis für das Programm zum Ausbau der Ganztagsangebote an hessischen Grundschulen unterzeichnet.

„Ich freue ich mich hier in Raunheim an Hessens größter Grundschule zu sein und den Startschuss für den Ganztagsausbau geben zu können. Gemeinsam mit der Pestalozzischule werden insgesamt vier Grundschulen ab dem kommenden Schuljahr dabei sein. Wir wollen damit die Anstrengungen von Land, kommunalen Partnern und Schulgemeinden bündeln und ein attraktives, regionales und vielfältiges Bildungsangebot schaffen“, erklärte Kultusstaatssekretär Dr. Manuel Lösel. „Unser ‚Pakt für den Nachmittag‘ gewährleistet genau dies und bringt uns dem Wunsch vieler Eltern für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie eine bessere individuelle Förderung für die einzelnen Schüler wieder ein Stück näher.“

„Bereits seit vielen Jahren unterstützt der Kreis Groß-Gerau alle seine Grundschulen auf dem Weg hin zur Ganztagsschule. Eltern sind eine gute Ganztagsbetreuung aus den Kindergärten gewohnt, sie erwarten dies selbstverständlich auch für ihre Grundschulkinder und fragen sich deshalb, warum es in Deutschland so schwer ist, Familie und Beruf zu vereinbaren“, betonten Landrat Thomas Will und der Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer. „Mit dem Pakt für den Nachmittag und dem Angebot des Landes, die fiskalische Verantwortung für das Zeitfenster bis 14.30 Uhr zu übernehmen, kommt nun insbesondere für größere Grundschulen eine spürbare Ressource hinzu, die einerseits zur Ausweitung des Angebots aber auch zur Erhöhung der Qualität der Angebote genutzt werden soll.“

Ziel des Kreises sei, langfristig darauf hin zu arbeiten, dass an allen Grundschulen ein vergleichbares Angebot, auch zu vergleichbaren Preisen für die Eltern vorhanden sei. Im Rahmen des „Pakts für den Nachmittag“ stellt das Land die personellen Ressourcen in Form von Lehrerstellen zur Verfügung und leistet damit einen wichtigen Beitrag für ein hochwertiges Bildungs- und Betreuungsangebot, das hohen pädagogischen Standards entspricht, die im Kreis Groß-Gerau genauso gelten wie andernorts. Der Kultusstaatssekretär betonte, dass mit dem Pakt erstmals gemeinsame Angebote von Land und Kommunen geschaffen würden: „Auf diese Weise entwickeln wir die ganztägig arbeitende Schule aus einer Hand und mit einem gemeinsamen Konzept weiter.“ Wichtig sei, dass beim ‚Pakt für den Nachmittag‘ keine bestehenden Angebote verdrängt oder gestrichen werden, sondern die schon bestehenden vielmehr ergänzt und besser miteinander verzahnt würden.

Der Kreis Groß-Gerau startet zum kommenden Schuljahr zunächst mit vier Grundschulen in den Pakt für den Nachmittag:

Kern der Vereinbarung ist ein verlässliches und integriertes Bildungs- und Betreuungsangebot von 7.30 bis 17.00 Uhr. Das Land leistet seinen Beitrag für die Angebote rechnerisch an fünf Tagen in der Woche bis 14.30 Uhr. Der Schulträger leistet seinen Beitrag rechnerisch für den Zeitraum von 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr und in den Schulferien. Vorhandene Träger bewährter Bildungs- und Betreuungsangebote wie beispielsweise die Jugendhilfe und die Kommunen werden in die Angebote einbezogen. Grundlage der Ressourcenberechnung von Seiten des Landes ist die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in der jeweiligen Grundschule. Insgesamt stellt das Land für den Pakt für den Nachmittag im kommenden Schuljahr bis zu 180 Stellen zusätzlich zur Verfügung.

Hintergrund:
Der „Pakt für den Nachmittag“ begann im Schuljahr 2015/16 zunächst in sechs Pilotregionen: Mit Frankfurt, Kassel und Darmstadt sowie Gießen-Land, Darmstadt-Dieburg und Bergstraße waren dafür drei Großstädte und drei Landkreise als Pilotschulträger ausgewählt worden.  Zum kommenden Schuljahr steigen zehn weitere Schulträgerregionen ein, so dass dann die Hälfte aller hessischen Schulträger am Pakt teilnehmen wird.

Mit dem Pakt sollen innerhalb von fünf Jahren an allen Grundschulen, die dies wünschen, gemeinsame Ganztagsangebote von Land und Kommunen eingerichtet werden. Das Ganztagsangebot wird bedarfsorientiert aufgestellt und erstmals ist eine Ferienbetreuung integraler Bestandteil. Insgesamt werden nach jetzigem Stand im kommenden Schuljahr 122 Grundschulen in 16 Schulträgerregionen dabei sein.

Quelle: Hessisches Kultusministerium

 

 

 


 
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