Baden-Württemberg: Studie zur Gemeinschaftsschule

In Stuttgart wurden Ergebnisse der Begleitforschung zu Gemeinschaftsschulen vorgestellt. Die Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg arbeiten als gebundene Ganztagsschulen.

Das Forschungsprojekt WissGem (Wissenschaftliche Begleitforschung zu Gemeinschaftsschulen), das vom Wissenschaftsministerium im Dezember 2012 in Auftrag gegeben worden war und im August 2013 gestartet ist, verfolgt die Zielsetzung, Gelingensfaktoren von Gemeinschaftsschulen zu untersuchen. In dem als Begleitforschung konzipierten Projekt ging es darum, den Alltag der Lehrerinnen und Lehrer an Gemeinschaftsschulen zu beleuchten und Herausforderungen zu identifizieren. Auf dieser Basis sollen Empfehlungen für die weitere Schulentwicklung und Unterrichtsgestaltung aufgezeigt werden. An dem Forschungsprojekt beteiligten sich acht Hochschulen mit insgesamt 31 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Die Gruppe um Prof. Dr. Thorsten Bohl (Eberhard Karls Universität Tübingen) wird den Abschlussbericht im Sommer 2016 als Buch veröffentlichen.

Die Bereitschaft der Lehrerinnen und Lehrer an Gemeinschaftsschulen, die Qualität ihres Unterrichts untersuchen zu lassen, bezeichnete Bohl als sehr beachtlich. "Schulen, die sich derart intensiv evaluieren lassen, sind sehr an ihrer Qualität interessiert. Keine andere Schulart ist bislang so intensiv und über einen so langen Zeitraum untersucht worden."

Kultusminister Andreas Stoch sagte: „Aus den Ergebnissen der Forscher zur Unterrichtsqualität nehme ich den eindeutigen Auftrag mit, weiterhin für die Verbesserung der pädagogischen Qualität in allen Schulen einzutreten.“ Die in der Studie beschriebenen Belastungen der Lehrerinnen und Lehrer will Stoch zum Anlass nehmen, die bestehenden Unterstützungssysteme weiter auszubauen: Fortbildungen, Supervision und Beratung, Lehrergesundheit, digitale Bildungsplattform oder Entlastungen für besondere Aufgaben seien zentrale Handlungsfelder.

Nach der Studie benötigen Gemeinschaftsschulen einen gut abgestimmten Methodenmix aus Inputphasen, Elementen des selbstständigen Lernens und kooperativem Kompetenzerwerb. Wichtig sei der enge Bezug zu den fachlichen Inhalten. Die Forscher fanden unter anderem heraus, dass Selbstlernphasen von leistungsstarken Schülerinnen und Schülern am stärksten aktiv genutzt werden. Leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler dagegen benötigten mehr Struktur und Unterstützung durch die Lehrkraft, um aus diesem methodischen Element der Gemeinschaftsschule einen Vorteil zu ziehen.

Kultusminister Andreas Stoch sieht die 271 Gemeinschaftsschulen auf einem guten Weg. Vor Ort hätten sie sich gut etabliert und seien bestens mit außerschulischen Partnern vernetzt, wie die Studie ebenfalls hervorhob.

Die vollständige Pressemitteilung mit differenzierten Ergebnissen und eine Kurzfassung der Studie sind auf der Internetseite des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport abrufbar.

Quelle: Ministerium für Kultus, Jugend und Sport


 

 

 


 
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