Studie zur Elternbeteiligung an Ganztags- und Halbtagsschulen : Datum:

An Ganztagsgrundschulen gelinge die Beteiligung von Eltern mit Migrationshintergrund besser, so eine Studie des Sachverständigenrats für Integration und Migration und der Vodafone Stiftung Deutschland.

Für die Studie „Eltern als Bildungspartner: Wie Beteiligung an Grundschulen gelingen kann“ (2014) wurden Einschätzungen von Eltern und Schulleitungen aus IGLU und TIMSS 2011 ausgewertet. Außerdem wurden Interviews mit Schulleitungen und pädagogischen  Mitarbeitern von sieben Grundschulen in Brandenburg, Berlin, Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Niedersachsen geführt.

Nach der Studie gelinge es Ganztagsgrundschulen besser als Halbtagsgrundschulen, Eltern mit Migrationshintergrund und sozial benachteiligte Familien einzubeziehen. Insgesamt würden Eltern an Grundschulen vielfältige Gelegenheiten der Beteiligung vorfinden. So bieten fast alle Grundschulen den Eltern mindestens einmal im Schuljahr an, sich über das  Schulkonzept und den Lernfortschritt ihres Kindes zu informieren, in der Schule mitzuarbeiten und sich an Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Angebote, die Eltern dabei unterstützen, ihr Kind beim Lernen zu begleiten, fänden allerdings nur unregelmäßig statt.

Die Studie unterscheidet „rhythmisierte Ganztagsgrundschulen“, in denen Fachunterrichtsstunden mit anderen Lern- und Freizeitphasen wechseln, und „additiv organisierte Ganztagsgrundschulen“, in denen Fachunterricht ausschließlich am Vormittag stattfindet. Da „rhythmisierte Ganztagsschulen“, in denen oft die Hausaufgaben abgeschafft wurden, stärker unter Druck stünden, Eltern mit neuen Formen einzubinden, bieten sie häufiger Gelegenheit zur lernbezogenen Beteiligung als andere Ganz- und Halbtagsschulen. Ein weiteres Ergebnis ist, dass Ganztagsschulen intensiver mit Familien, deren Kinder einen potenziellen Förderbedarf haben, zusammenarbeiten.

Autorinnen der Studie, die von der Vodafone Stiftung Deutschland gefördert wurde, sind Mohini Lokhande (Senior Fellow der Vodafone Stiftung Deutschland beim SVR-Forschungsbereich), Maike Hoeft und Heike Wendt (beide Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am Institut für Schulentwicklungsforschung der TU Dortmund).

Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration geht auf eine Initiative der Stiftung Mercator und der VolkswagenStiftung zurück und ist ein unabhängiges und gemeinnütziges Beobachtungs-, Bewertungs- und Beratungsgremium, das zu integrations- und migrationspolitischen Themen Stellung bezieht und handlungsorientierte Politikberatung anbietet. Der Forschungsbereich beim Sachverständigenrat führt anwendungsorientierte Forschungsprojekte zu den Themenbereichen Integration und Migration durch. Ein Schwerpunkt der Forschungsvorhaben liegt auf dem Themenfeld Bildung.

Die Vodafone Stiftung bietet in den letzten Jahren eine Reihe von Materialien zur Kooperativen Elternarbeit an, darunter Leitfäden zu Qualitätsmerkmalen der Elternarbeit in Schule und Kita.

Quelle: Vodafone Stiftung