Mehr Zeit für Freunde und soziale Unterstützung

Die Ganztagsschulen bieten für die Entwicklung von Freundschaften und Peer-Netzwerken nicht nur Chancen, sondern auch Risiken. Schließlich wird die Zeit, die den Kindern und Jugendlichen sonst für den Aufbau und die Pflege von Freundschaften zur Verfügung steht, durch den Ganztag in Beschlag genommen. Die Online-Redaktion befragte vor diesem Hintergrund Dr. Rimma Kanevski von der Leuphana-Universität Lüneburg über den Stand des Forschungsprojekt "Auswirkungen der Ganztagsschule auf die Einbindung von Jugendlichen in Peer-Netzwerke und Freundschaften und auf die Entwicklung sozialer und emotionaler Kompetenzen".

Online-Redaktion: Peer-Netzwerke: Was bedeutet das Fachwort?

Kanevski: Wir beschäftigen uns ja im Rahmen des Forschungsprojektes mit personenzentrierten Netzwerken. Hierbei steht für die Forscher eine konkrete Person im Mittelpunkt des Interesses. Wir untersuchen das Netz sozialer Beziehungen dieser Person. Nehmen wir doch das Beispiel vom personenzentrierten Netzwerk von Harry Potter. Der Junge hat vielfältige Beziehungen zu Erwachsenen (z. B. Lehrern, Eltern seiner Freunde) und zu anderen Jugendlichen. Dazu gehören seine Freunde, seine Feinde, Klassenkameraden, das Mädchen, für das er schwärmt.

Die Beziehungen Jugendlicher zu Erwachsenen sind asymmetrisch, da Erwachsene einen großen Entwicklungs-, Erfahrungs- und Wissensvorsprung haben. Beziehungen zu Gleichaltrigen dagegen sind symmetrisch und gleichrangig. Jugendliche haben ja einen ähnlichen Entwicklungsstand, sie machen zur selben Zeit ähnliche Erfahrungen. In der Fachsprache werden solche gleichrangige Beziehungen zu anderen Jugendlichen Peer-Beziehungen genannt. In unserem Projekt blenden wir die Beziehungen zu Erwachsenen aus und beschränken uns auf die Erforschung der Beziehungen mit Peers.

Schule schafft Gelegenheiten für Freundschaften und Bekanntschaften.

Online-Redaktion: Warum sind die Peer-Netzwerke und die Freundschaften in der Schule so wichtig?

Kanevski:  Im Jugendalter nehmen Peer- und Freundschaftsbeziehungen einen immer größeren Platz in dem Beziehungsgefüge Heranwachsender ein. Dabei wird die Akzeptanz von Peers beiderlei Geschlechts zu gewinnen, wird zu einer zentralen Entwicklungsaufgabe. Zugleich wird den Gleichaltrigenbeziehungen eine besondere Bedeutung für die Bewältigung weiterer Entwicklungsaufgaben beigemessen, denn sie tragen zur Orientierung und Stabilisierung bei und gewähren emotionale Geborgenheit. Sie bieten auch sozialen Freiraum für die Erprobung neuer Möglichkeiten im Sozialverhalten. Ferner unterstützen sie die Ablösung von den Eltern und tragen zur Identitätsbildung bei.

Online-Redaktion: Warum können Erwachsene diese Aufgabe nicht übernehmen?

Kanevski: Gleichaltrige haben einen vergleichbaren kognitiven und moralischen Entwicklungsstand: Sie verstehen sich auch besser, weil sie die gleichen Erlebnisse teilen. Deswegen sind im Jugendalter Peer-Beziehungen besonders geeignet, soziale und emotionale Unterstützung zu gewährleisten.

Im Gegensatz zu den Elternbeziehungen sind die Peer-Beziehungen freiwillig und symmetrisch (gleichrangig). Ein Erwachsener steht normalerweise über den Jugendlichen. Er hat aufgrund der Hierarchie nicht in allen Bereichen die Möglichkeit, den Jugendlichen die Unterstützung zu geben, die sie emotional benötigen.

Online-Redaktion: Die "Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen" (StEG) betont die Bedeutung der Peers für die Ganztagsschulen.

Kanevski: Ein Ziel beim Aufbau der Ganztagsschulen war es, Strukturen anzubieten, die es Kindern und Jugendlichen ermöglichen soziale Kontakte zu Gleichaltrige herzustellen, was vielen zu Hause oder in der Nachbarschaft nicht mehr möglich ist. Inzwischen ist es so, dass die Kinder und Jugendlichen immer mehr Zeit in der Schule verbringen. Dadurch wird die Schule zu einem Jahrmarkt der Beziehungen. In der Schule haben Kinder und Jugendliche die größte Chance, passende Partner und Freunde zu finden.

Ob die Ganztagsschule diesem Anspruch gerecht wird, ist ja unsere Kernfrage. Die StEG-Studie bietet einige Hinweise dafür, dass dies nicht immer der Fall ist. Beispielsweise wird dort gezeigt, dass die Anzahl der außerschulischen Beziehungen zurückgeht, ohne dass die Anzahl der Beziehungen innerhalb der Schule größer wird.

An dieser Stelle schauen wir genauer hin und fragen uns, ob die Qualität der Beziehungen sich durch den Besuch der Ganztagsschule nicht doch verbessern kann. Es gibt ja Studien, die belegen, dass etwa 78 Prozent der Kinder und Jugendlichen gerne in die Schule gehen, weil sie dort ihre Freunde treffen.

Online-Redaktion: Welcher wissenschaftliche Methoden bedienen Sie sich, um die Bedeutung der Peer-Beziehungen in der Ganztagsschule zu erfassen?

Kanevski: Wir führen dazu in erster Linie eine Längsschnittstudie durch. Im Querschnitt kann man ja nur zeigen, dass es einen spezifischen Zusammenhang zwischen Peer-Beziehungen und sozialen und emotionalen Kompetenzen gibt. In welche Richtung dieser Zusammenhang geht, kann eine Querschnittstudie allerdings nicht belegen. Dafür bedarf es eines Längsschnittdesigns. Wir haben im Rahmen unserer Studie zwei Messzeitpunkte, am Anfang und am Ende des Schuljahres, es wäre jedoch zu wünschen, dass wir die Jugendliche über mehrere Jahre begleiten können, um die Wirkungsrichtung der Peer-Beziehungen besser zu erfassen. 

An der Oberschule Letschin (Brandenburg) spielen die Peer-Beziehungen eine große Rolle.

Online-Redaktion: Sie befragen etwa 400 Jugendliche aus Brandenburg, die nach der sechsjährigen Grundschule mit einer Ganztagsschule bzw. einer vergleichbaren Halbtagsschule begonnen haben. Wie wurden die Schulen ausgesucht?

Kanevski: Wir haben dafür bestimmte Kriterien aufgestellt. Beispielsweise sollten die Familien Jugendlicher einen vergleichbaren sozialökonomischen Status aufweisen. Unsere Schulen befinden sich in Regionen mit einer ähnlichen Arbeitslosenquote. Ferner sollen die Schulen in einem urbanen Raum mit mindestens 10.000 Einwohnern liegen. Dadurch möchten wir sicherstellen, dass möglichst wenige Kinder einen langen Schulweg auf sich nehmen müssen und sie die Chance haben, am Nachmittag ihre Freunde zu treffen. Für die Zwecke unserer Studie haben wir versucht, den Anteil von Jugendlichen Teilnehmer mit Migrationshintergrund bei ca. 20 Prozent zu halten.

Zuguterletzt besuchen wir Schulen, die möglichst wenige Maßnahmen zur Verbesserung der sozialen Kompetenzen wie Kompetenztrainings anbieten. Der Grund ist, dass wir nachvollziehen wollen, wie sich soziale und emotionale Kompetenzen ohne Zutun der Schule entwickeln, auf einem "natürlichen Wege" durch Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen. Das ist nicht immer einfach, da inzwischen viele Schulen Streitschlichter- oder Mentorprojekte anbieten.

Online-Redaktion: Welche Fragen stellen Sie den Jugendlichen?

Kanevski: Unser Schwerpunkt liegt darin, möglichst viele Beziehungspartner zu erfassen und möglichst viele Informationen über diese Partner zu erlangen, beispielsweise über die Qualität der Beziehungen. Die Fragen lauten etwa: Wie hoch ist die emotionale Nähe in der Beziehung? Wie lange besteht die Beziehung? Was unternehmen die Kinder und Jugendlichen innerhalb und außerhalb der Schule am Nachmittag gemeinsam? Darüber hinaus fragen wir nach dem Beziehungsstatus. Damit möchten wir erfassen, wie weit die Freundschaft fortgeschritten ist. In der Theorie werden nämlich drei Beziehungsarten unterschieden.

Die erste Stufe ist die kumpelhafte Beziehung. Darunter verstehen wir die Beziehungen, die noch unverbindlich sind. Diese Beziehungen sind relativ unabhängig von der gegenseitigen Wahl der Partner. Die Kumpels unternehmen etwas mit einander, es besteht jedoch keine starke emotionale Nähe in der Beziehung und das gegenseitige Vertrauen ist auch noch nicht sehr hoch.

Die zweite Stufe ist die einfache Freundschaft: Diese Beziehung ist stärker als die kumpelhafte Beziehung, da hier bereits emotionale Nähe besteht und es viele gemeinsamen Interessen gibt. Dies entspricht einer Beziehung mit einer gewissen Verbindlichkeit. Auf dieser Stufe der Beziehung bringen die Kinder die Bereitschaft mit, Zeit und Energie zu investieren, um die Beziehung zu festigen.

Die nächst höhere Stufe ist der beste Freund/die beste Freundin. Hier werden gegenseitig viele Verpflichtungen eingegangen und es liegt eine starke Beziehung mit hoher Emotionalität und großem Vertrauen vor. Auf dieser Ebene einer intimen Beziehung werden wichtige und emotionale Themen besprochen wie Schwärmereien oder die Beziehung zu den Eltern. Gibt es Probleme in diesen Beziehungen, dann bespricht man sie nicht mit einem Kumpel, sondern nur mit einem engen Freund/einer engen Freundin.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Untersuchung von emotionalen Kompetenzen, wie z. B. die Fähigkeit eigene Gefühle und die Gefühle anderer Menschen zu erkennen und zu benennen. Zudem erforschen wir soziale Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler, indem wir sie selbst, ihre Mitschüler und ihre Lehrer dazu befragen.

Online-Redaktion: Wieso ergänzen die Lehrkräfte die Angaben der Kinder und Jugendlichen?

Kanevski: Hintergrund ist, dass Erwachsene und Klassenkameraden Jugendlicher in verschiedenen Situationen erleben und unterschiedliche Verhaltensweisen beobachten.  Sie betrachten unsere Testpersonen aus ungleichen Blickwinkeln und Urteilen deswegen anders. Außerdem sind Jugendliche loyal zu einander und wollen vielleicht manchmal nicht, dass fremde Personen etwas Negatives über ihre Freunde erfahren. Sie zeichnen dann unter Umständen ein verzerrtes Bild. Deswegen ist das Lehrerurteil als Ergänzung so wichtig.

Online-Redaktion: Liegen schon erste relevante Ergebnisse Ihrer Studie vor?

Kanevski: Wir können hier vorerst nur vom ersten Messzeitpunkt berichten. Die erste Erhebungsphase war im Herbst 2008 und die zweite ist gerade abgeschlossen. Gegenwärtig werten wir die Daten aus der zweiten Erhebung aus. Wir haben z. B. festgestellt, dass neue Beziehungen vieler der befragten Jugendlichen sich noch in der ersten Phase der Entwicklung einer Beziehung befinden. Wir haben sie ja nur rund sechs Wochen nach Schulbeginn zum ersten Mal befragt. Ihre Beziehungen werden also gerade ausgelotet und ausgehandelt.

Interessant ist der Vergleich unterschiedlicher Peer-Beziehungen. Fast 25 Prozent werden als kumpelhafte Beziehungen wahrgenommen, während 36 Prozent als einfache Freundschaften bezeichnet werden und lediglich vier Prozent als beste Freunde. Noch interessanter ist, dass 37 Prozent der Beziehungen zwar als wichtige Unterstützungsbeziehungen bezeichnet werden, aber der Beziehungsstatus ist für beide Partner noch nicht geklärt. Das heißt, einer der Befragten bezeichnet den anderen als besten Freund, aber der betrachtet es nur als einfache Freundschaft.

Hier gibt es ein Potenzial, dass sich die Beziehungen weiterentwickeln. Wie sie sich entwickeln, können die Daten aus dem zweiten Messpunkt erhellen. Angaben aus anderen Studien besagen übrigens, dass etwa 50 Prozent der Beziehungen Jugendlicher im Laufe eines Jahres ausgetauscht werden: Das bedeutet, sie werden aufgegeben oder ändern ihren Status. Auch diesen Befund möchten wir mit unserer Studie überprüfen.

Ein interessantes Ergebnis sehe ich ferner darin, dass zum ersten Messzeitpunkt kaum ein Unterschied zwischen Halbtags- und Ganztagsschulen besteht. Dieses Ergebnis haben wir durchaus erwartet und erhofft: Uns interessiert ja die Entwicklung Jugendlicher an beiden Schulformen im Laufe des Jahres. Allerdings fanden wir bedeutende Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen. Während die Mädchen - eigenen Angaben zufolge - durchschnittlich 9,4 Beziehungen mit Gleichaltrigen unterhalten, haben Jungen im Schnitt 7,9 Beziehungen. Die Jungen haben also weniger soziale Beziehungen, was allerdings ein zu erwartender Befund ist.

Wir befragten aber nicht nur die Jugendlichen selbst, sondern auch ihre Beziehungspartner, so dass wir hier über robustere Daten verfügen. Das Ergebnis: Die Mädchen haben mehr Beziehungen, die auch von ihren Partnern bestätigt wurden als die Jungen und im Schnitt 3,2 bestätigte beste Freunde, während die Jungen 2,3 beste Freunde aufweisen. Das Bild kehrt sich aber um, wenn es um lose Beziehungen geht: Hier haben die Jungen mehr Bekanntschaften als die Mädchen.

Auch was emotionale und soziale Kompetenzen angeht, haben die Mädchen am Anfang des 7. Schuljahres die Nase vorn. Sie können besser eigene und fremde Gefühle erkennen und benennen und sie verhalten sich im Schnitt prosozialer als Jungen. Wir sind gespannt, ob die Mädchen innerhalb des Schuljahres diesen Vorsprung behalten bzw. ausbauen können oder die Jungen sie vielleicht in der Entwicklung aufholen bzw. gar überholen werden. Werden sich vielleicht hierbei Differenzen zwischen Ganztags- und Halbtagsschulen auftun?

Online-Redaktion: Inwiefern ist die Ganztagsschule ein geeigneter Raum zur Entwicklung von Freundschaften?

Kanevski: Die Ganztagsschule erweist sich als Jahrmarkt der Peer-Beziehungen. Die Schule ist der zentrale öffentliche Ort für die Kinder und Jugendlichen geworden und sie verbringen dort viel Zeit miteinander. Bekommen sie keine von Erwachsenen Gelegenheit zur Kommunikation mit Freunden, nehmen sie sich diese Freiheit selbst. Jede Lehrperson kennt die Situation aus dem Frontalunterricht, dass sich die Schülerinnen und Schüler hinter seinem Rücken austauschen.

Online-Redaktion: Die Ganztagsschule sollte also neue Lehrformen in den Mittelpunkt stellen, die die Aneignung sozialer Kompetenzen fördern?  

Kanevski: Offene Lernformen fördern zum einen die Methodenkompetenz der Schüler, sie berücksichtigen aber auch ihren Wunsch nach der Kommunikation mit Peers. In den Interaktionen mit Gleichaltrigen handeln sie Regeln aus und eignen sich mehr soziale Kompetenzen an - das ist ja genau das, was wir wollen. Bei geeigneter Organisation des Ganztagsschulbetriebes bekommen Kinder und Jugendlichen außerdem größere Chancen zu lernen ihre Emotionen besser wahrzunehmen und damit umzugehen. Die Ganztagsschule kann dafür den nötigen Raum bieten, aber nicht jede Ganztagsschule.

Online-Redaktion: Wie soll diese Ganztagsschule denn aussehen?

Kanevski: Es gibt derzeit große Unterschiede zwischen einzelnen Ganztagsschulen. Man kann den langen Schultag entwicklungsgerecht gestalten, aber man kann ihn auch nur mit Unterricht voll packen. Eine Ganztagsschule, die Kompetenzen fördern möchte, muss dazu Freiräume anbieten. Das heißt aber auch, eine entwicklungsgerecht strukturierte Ganztagsschule, die Orte und Zeiträume für persönliche Beziehungen anbietet, hat mehr Chancen, ihren Schülerinnen und Schülern Gelegenheit für das soziale Lernen und für die Entwicklung der Peer-Beziehungen einzuräumen.

Eine unserer Versuchsschulen hat beispielsweise eine einstündige Mittagspause, aus der sie einen Hauptort für Kommunikation gemacht hat. Andere Schulen haben große und gut gestaltete Schulhöfe, wo die Kinder sich zurückziehen können und wo sie sich nicht mehr unter den Augen der ganzen Schule oder der Erwachsenen begegnen.

Sie brauchen manchmal Nischen oder Büsche hinter denen sie sich verstecken oder wo sie einfach nur abhängen können. Das heißt ja nicht, dass sie dort "nur Blödsinn" machen, wie Erwachsene das bezeichnen würden. Vielmehr benötigen sie intime Ruhe- und Rückzugsräume. Es gibt Schulen, die Snoezelräume haben, wo sich die Kinder ausruhen oder spielen können. Solche Räume brauchen die Ganztagsschulen.

Bereits unsere ersten Ergebnisse zeigen, dass es wichtig wäre differenzierte Angebote für Jungen und Mädchen zu machen, um den Entwicklungsunterschieden gerecht zu werden. Im Februar, wenn unsere Studie beendet ist, können wir uns noch mal unterhalten, dann wird unsere Forschungsgruppe auch Empfehlungen geben, die auf dem Längsschnittdesign basieren.

Online-Redaktion: Wie schätzen Sie die Bedeutung Ihrer Forschungsergebnisse ein?

Kanevski: Unsere Forschungsergebnisse werden in die wissenschaftliche Diskussion fließen, beispielsweise in den entwicklungspsychologischen Fachdiskurs. Im deutschsprachigen Raum beschäftigt sich bislang kaum jemand mit dem Zusammenhang von Freundschaft und der Entwicklung sozialer und emotionaler Kompetenzen in der Schule.

Ab September 2009 werden wir unsere Ergebnisse auf Konferenzen vorstellen. So gibt es zum Beispiel am 15. September eine Fachtagung der Fachgruppe Entwicklungspsychologie im Hildesheim. Auf der Tagung der Arbeitsgruppe für empirische pädagogische Forschung (AEPF) in Bochum stellen wir ebenfalls unsere Ergebnisse vor.

Das Thema hat eine große Bedeutung für die Akzeptanz von Ganztagsschulen in Deutschland. In den USA gibt es ja bereits vergleichbare Studien. Wenn wir unsere Ergebnisse in die Öffentlichkeit tragen, hoffen wir auch, dass die Verantwortlichen die Bedeutung solcher Studien erkennen und vielleicht entsprechende Schwerpunkte bei der Forschungsfinanzierung legen.

Natürlich wollen wir, dass unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse von der Politik wahrgenommen werden, so dass das Thema Bildungsfinanzierung Priorität bekommt. Ferner hoffen wir, dass unsere Forschungsergebnisse Eingang in die Schulpraxis finden und so helfen das Leben junger Menschen im Sinne ihrer Entwicklung zu gestalten.

Dr. Rimma Kanevski, Jg. 1966, hat von 1983 bis 1988 Physik an der Staatlichen Universität Rostov am Don (Russland) studiert (Abschluss: Diplom-Physikerin). Von 2000 bis 2001 absolvierte sie ein Lehramtsstudium an der Leuphana Universität Lüneburg. Im Dezember 2007 promovierte sie zum Thema "Fördert die Ganztagsbeschulung soziale Beziehungen Jugendlicher?" Seit 1995 unterrichtet sie an Schulen verschiedener Schulformen und ist heute als Mathematik- und Physiklehrerin an einem Lüneburger Gymnasium tätig. Seit August 2008 arbeitet sie zudem als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt "PIN: Peers in Netzwerken".

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