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Ganztag in Baden-Württemberg: vielseitig und vernetzt

Den Ganztag nach den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler auszugestalten – in Kooperation mit lokalen Partnern, ist Ziel des Ausbaus der Ganztagsschule in Baden-Württemberg. Kultusminister Andreas Stoch spricht im Interview über aktuelle Entwicklungen.

Online-Redaktion: Herr Minister, Baden-Württemberg ist 2014 mit einem neuen Ganztagsschulkonzept gestartet. Was sind die wichtigsten Punkte in diesem Konzept?

Andreas Stoch: Ein wichtiger Punkt ist die hohe Flexibilität des Konzepts. Die Schulen können wählen zwischen der verbindlichen Form der Ganztagsschule, an der alle Kinder einer Schule am Ganztag teilnehmen, und der Wahlform, bei der die Eltern entscheiden, ob sie ihr Kind für den Ganztag anmelden oder nicht. Zur Auswahl stehen außerdem vier verschiedene Zeitmodelle.

Kultusministerium Baden-Württemberg
Kultusminister Andreas Stoch© Kultusministerium Baden-Württemberg

Diese Flexibilität erlaubt den Schulen, auf Gegebenheiten vor Ort einzugehen und den Ganztag nach den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler auszugestalten. Zentral ist außerdem ein rhythmisierter Ganztag, um die zusätzliche Zeit pädagogisch sinnvoll nutzen zu können. So können die Schulen Lern-, Bewegungs- und Entspannungsphasen sinnvoll kombinieren.

Online-Redaktion: Welche Rolle spielen Kooperationspartner für die Ganztagsschulen?

Stoch: Gemeinsam mit Partnern wie Vereinen oder Verbänden können Schulen ihren Ganztag vielseitiger gestalten und sich noch stärker in die Gesellschaft hinein vernetzen. Deshalb war uns die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern besonders wichtig. Unser Konzept bietet den Schulen die Möglichkeit, bis zu 50 Prozent der zusätzlichen Lehrerwochenstunden in Geldmittel umzuwandeln, um damit Angebote außerschulischer Partner zu finanzieren.

Im aktuellen Schuljahr 2015/2016 setzen die Schulleiterinnen und Schulleiter Stunden im Wert von rund drei Millionen Euro ein, um solche Angebote zu bezahlen. Das ist ein großer Erfolg und auch das Spektrum der Angebote ist beeindruckend. In der Ganztagsschule können die Schülerinnen und Schüler singen, tanzen, musizieren, Theater spielen, künstlerisch gestalten, Sport treiben und vieles mehr. Dies sind alles Aktivitäten, die für die persönliche Entwicklung der Kinder von Bedeutung sind.

© Kultusministerium Baden-Württemberg

Online-Redaktion: Ihr Ministerium veranstaltet regelmäßig die Tagungen „Gemeinsam Ganztag gestalten". Welche Eindrücke nehmen Sie von solchen Veranstaltungen mit, vor allem aus der Schulpraxis?

Stoch: Bei der letzten Veranstaltung ging es darum, wie sich Schulen in die Gesellschaft hinein öffnen, indem sie mit Vereinen oder kulturellen Institutionen wie Museen, Theatern oder Gedenkstätten zusammenarbeiten. Dabei hat mich vor allem die Vielfalt beeindruckt. Es gibt keine Schablone, die auf alle Schulen passt, sondern jede Schule setzt eigene Akzente und überlegt, mit welchen lokalen Partnern sie kooperieren kann. Grundsätzlich sind solche Termine für mich auch eine gute und willkommene Gelegenheit, mit Lehrerinnen und Lehrern, Eltern oder Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen.

Online-Redaktion: Was erwarten die Eltern von Ganztagsschulen? Gibt es hier regionale Unterschiede?

Stoch: Eltern wünschen sich vor allem eine gute Schule, eine Schule, in die ihr Kind gerne geht. Und sie möchten sich sicher sein, dass es dort in seiner Lernentwicklung intensiv gefördert und auf seine Interessen und Voraussetzungen eingegangen wird. Da gibt es sicherlich keine regionalen Unterschiede.

Online-Redaktion: Welche Schwerpunkte sehen Sie für die Zukunft?

Britta Hüning
© Britta Hüning

Stoch: Der Ausbau der Ganztagsschulen ist weiterhin einer der wichtigsten Bildungsaufgaben in Baden-Württemberg. Eine rhythmisierte Ganztagsschule mit ausreichend Lernzeit und verlässlicher Förderung kommt dem Ziel der Bildungsgerechtigkeit näher, durch kostenlose Ganztagsangebote, an denen jeder teilnehmen kann.

Beim Ausbau sind wir zunächst mit den Grundschulen gestartet. Als nächsten Schritt wollen wir auch an den weiterführenden Schulen Ganztagsangebote ausbauen, um perspektivisch für jede Schülerin und jeden Schüler in Baden-Württemberg ein Ganztagsschulangebot in erreichbarer Nähe vorhalten zu können. Ich bin überzeugt davon, dass wir in der Zukunft ein Schulsystem in Baden-Württemberg haben werden, in dem Ganztagsangebote einen wichtigen Platz einnehmen und eher die Regel anstatt die Ausnahme sein werden.

Online-Redaktion: Vielen Dank für das Interview!

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