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13. NOVEMBER 2006

Bildungsministerin Erdsiek-Rave und Sozialministerin Trauernicht für weiteren Ausbau offener Ganztagsschulen

Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave und Sozialministerin Gitta Trauernicht haben in Neumünster für den weiteren Ausbau der offenen Ganztagsschule geworben. "Kinder und Jugendliche erhalten dadurch neue Möglichkeiten des Lernens. Die Impulse fallen auf fruchtbaren Boden", sagte Erdsiek-Rave. In Schleswig-Holstein gebe es mittlerweile 317 Ganztagsschulen, davon 294 offene Ganztagsschulen. Die Zahl werde in den kommenden Jahren noch weiter ansteigen. Die Schülerinnen und Schüler würden erleben, wie sehr sich die Schulen zu offenen Lernorten verwandelten und wie bisher ungenutzte Ressourcen zur Geltung kämen.

Sozial- und Jugendministerin Dr. Gitta Trauernicht wies darauf hin, dass Ganztagsschule eine Chance sei, "Schule neu zu erfinden". Es gehe nicht darum, einfach mehr Unterricht anzubieten, sondern es sollten innovative Unterrichtskonzepte und ein neues Zusammenspiel von Lernorten, von formellen und informellen Lernprozessen entwickelt werden. "Ganztagsschule als Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule, das bedeutet außerschulische Lernerfahrungen im Verantwortungsbereich von Schule. Ganztagsschule verändert das Alltagsleben von Kindern", sagte Trauernicht.

Am Mittwoch trafen sich rund 250 Akteure der Ganztagsschule aus ganz Schleswig-Holstein in Neumünster, um gemeinsam über die Kooperation von Schule und außerschulischen Partnern sowie über Qualitätsentwicklung von Ganztagsschulen zu diskutieren. Ziel der Veranstaltung war die verstärkte Zusammenarbeit unterschiedlicher Partner, Erfahrungsaustausch und die Vorstellung gelungener Kooperationen.

"Dass Kooperationen mit außerschulischen Partnern an Ganztagsschulen einfach dazugehören, kann als Allgemeinplatz gelten", sagte die Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung Heike Kahl. Aber nicht überall, wo Kooperation drauf steht, sei auch Kooperation drin: "Oft verliert man sich in Diskussionen über Verträge, Regelungen und Gesetze. Hier muss man die Komplexität auflösen und sich auf vertrauensvolle menschliche Umgangsformen besinnen. Und einfach anfangen!"

Offene Ganztagsschulen bieten ihren Schülerinnen und Schülern an mindestens drei Tagen Bildungs- und Freizeitangebote am Nachmittag. Diese Angebote sind flexibel und werden in der Regel in Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern gestaltet. Eine erfolgreiche Kooperation mit unterschiedlichen Akteuren benötigt Fingerspitzengefühl, klare Strukturen, aber auch Entscheidungskompetenz und inhaltliche Ziele. Positive Beispiele gibt es etwa an der Grundschule Bickbargen, an der Hauptschule Schwarzenbek Nord-Ost oder am Schulzentrum Schafflund.

Die Fachtagung wurde im Rahmen des Bundesprogramms "Ideen für mehr! Ganztägig lernen" organisiert. Seit August 2005 erhalten Ganztagsschulen und solche, die es werden wollen, in Schleswig-Holstein Unterstützung durch eine Serviceagentur. Sie bietet Beratung an, veranstaltet regionale Fachforen und Fortbildungen, vermittelt Experten und ist Ansprechpartnerin für ganztägig arbeitende Schulen im Land. Grundlage dafür ist eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Bildungs- und Sozialministerium Schleswig-Holstein und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) im Rahmen des bundesweiten Begleitprogramms "Ideen für mehr!". Die Serviceagentur "Ganztägig lernen" Schleswig-Holstein ist am Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein"(IQSH) in Kronshagen angesiedelt.

 

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