Von einem guten Miteinander zwischen Ganztagsschulen und Sportvereinen können beide Seiten und vor allem die Kinder profitieren. Davon ist man in Berlin überzeugt. Zahlreiche Grundschulen kooperieren eng mit einem der führenden deutschen Basketballvereine: ALBA Berlin.
Haben Kinder nach acht Stunden in der Grundschule noch Zeit und Energie, im Sportverein auf Korbjagd zu gehen? Oder gehen uns als Verein dauerhaft die Nachwuchstalente verloren? Diese Fragen stellten sich vor einigen Jahren die Verantwortlichen des Hauptstadtclubs. Ihre Antwort lautete: "Wir nutzen den Ganztagsunterricht und gehen in die Schulen." Daraus entstanden ist ein groß angelegtes Projekt, in dem Schule und Vereinssport verschmelzen. Zu ihm zählt nicht nur ein inzwischen traditionelles Ostercamp, an dem jedes Jahr Dutzende von Schülerinnen und Schülern teilnehmen.
ALBA unterstützt seit nunmehr sechs Jahren Grundschulen beim Aufbau von Basketball-Arbeitsgemeinschaften. Ausgebildete Vereinstrainer entwickeln mit den Pädagoginnen und Pädagogen ein Sportkonzept für den Nachmittagsunterricht. Die Federführung im Club liegt bei Henning Harnisch. Die Liste seiner Sporterfolge ist lang: Europameister, neunmal Deutscher Meister und fünfmal Pokalsieger. Inzwischen ist er Vizepräsident von ALBA. Er ist es auch, der die für die Kooperation notwendigen Kontakte zum Berliner Senat, den Bezirksämtern und den Schulleitungen pflegt. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Inzwischen unterstützen 60 von ALBA ausgebildete Trainer 40 Berliner Grundschulen beim Aufbau und der Durchführung von Basketball-Arbeitsgemeinschaften. Eng arbeitet der Club in diesem Zusammenhang auch mit der Humboldt-Universität zusammen. Ein Trainer des Vereins, in dessen 110 Jugendmannschaften 1500 Mädchen und Jugend spielen, schult an der Uni angehende Sportlehrer im Basketball.
ALBA nutzt die Zusammenarbeit mit den Schulen, um selbst Ausschau nach Talenten zu halten. Doch Henning Harnisch und sein Club haben weitaus höhere Ansprüche. ALBA könne dazu beitragen, dass bei Kindern eine positive Wahrnehmung der Institution Schule entstehe. Kinder entwickelten Ehrgeiz, Teamfähigkeit und Identität. ALBA könne in Kreuzberg oder Neukölln der Türöffner in das Vereinswesen sein, in dem Kinder mit Migrationshintergrund unterrepräsentiert seien, betonte er kürzlich in einem Beitrag des Deutschlandradios.
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