Das Interesse an Ganztagsschulen in Baden-Württemberg wird immer größer. Dem möchte Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer (SPD) Rechnung tragen. Nachdem bereits die Vorgängerregierung mit ihrem Investitionsprogramm ein flächendeckendes, bedarfsorientiertes Angebot an Ganztagsschulen (40% aller Schulen bis 2014/15) eingeleitet hatte, ist nun ein weiterer deutlicher Ausbau der Angebote geplant. "Damit können sich die Familien künftig stärker darauf verlassen, dass die Kinder und Jugendlichen länger in den Schulen unterrichtet und betreut werden", betonte die Ministerin.
Sie kündigte an, dass bis zum Jahre 2020 jede Grundschule Ganztagsangebote unterbreiten solle. Ob diese freiwillig genutzt oder verpflichtend eingeführt werden, kann eigenständig vor Ort entschieden werden.
Eine klare Regel gibt es dagegen für künftige Gemeinschaftsschulen. Als solche dürfen nur diejenigen an den Start gehen, die ein überzeugendes pädagogisches Konzept vorlegen. Zweite Voraussetzung: Es muss sich um Ganztagsschulen handeln. Warminski-Leitheußer: "Wir wollen erreichen, dass die einzelnen Kinder und Jugendlichen so gut wie möglich gefördert werden und so lange wie möglich gemeinsam lernen können."
An den Gemeinschaftsschulen sollen der Hauptschulabschluss und die mittlere Reife möglich sein. In der Regel umfassen sie die Klassen fünf bis zehn. Eine gymnasiale Oberstufe ist möglich, wenn mindestens zwei Klassen je Jahrgang existieren. Geplant ist, dass zum Schuljahr 2012/2013 insgesamt 30 Gemeinschaftsschulen an den Start gehen. Schon heute, heißt es aus dem Kultusministerium, lägen mehr als 150 Anfragen aus dem ganzen Land vor.
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